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Kastration soll zickige Stuten bändigen – Die Erfolgsquote ist hoch

von Regina Schweizek
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Viele Stutenbesitzer:innen werden das Problem kennen. Während der Rosse wird die sonst so sanftmütige und brave Stute zur wahren Furie. Die überschießenden Hormone sorgen oftmals für Widersetzlichkeit und anhaltende schlechte Laune. Laut einer Studie aus den USA kann diese Problem allerdings mit einer Kastration behoben werden. 

Allgemein wird Stuten oft nachgesagt, dass sie launischer und sturer seien als Wallache. Mit ihnen müsse man immer viel ,,ausdiskutieren“ beim Reiten. Vermutlich eilt ihnen dieser Ruf auch gerade wegen ihrer Rosse voraus. Denn in der Zeit von März bis November sind Stuten in der Regel ca. alle drei Wochen zwischen zwei bis zwölf Tage paarungsbereit. In diesen Tagen gerät der Hormonhaushalt der Stuten dann ziemlich aus den Fugen.

Jedoch gilt auch bei Pferden: nicht alle sind gleich. Manche Stuten kommen gut mit ihrer Rosse klar und lassen sich die Hormonumstellung gar nicht anmerken. Andere hingegen wirken launisch, werden sensibel auf Berührungen oder klemmig beim Reiten. Das sollten man ihnen aber keinesfalls böse nehmen, denn die Rosse bei Pferden kann mit Schmerzen im Bauchbereich einhergehen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass manche Stuten unwillig auf Schenkel- oder gar Sporenhilfen reagieren.

Kastration soll Abhilfe schaffen

Um besonders starke oder lang andauernde Rossesymptome einzudämmen, kann man eine Hormontherapie durchführen. Das gängigste Mittel in diesem Bereich ist Regumate. Es ist ein flüssiger Futterzusatz zur oralen Eingabe. Der darin enthaltene Wirkstoff Altrenogest soll bei entsprechender Dosierung die Rosse und ihre Begleiterscheinungen verhindern. 

Die Forscher:innen aus den USA haben nun aber eine weitere sehr wirkungsvolle Methode erforscht. Die Ovariektomie (Kastration) sei eine bewährte Möglichkeit zur Behebung unerwünschter Rossesymptome. Bei dem operativen Eingriff werden die Eierstöcke der Stute entfernt. Laut der Professorin für Equine Chirurgie an der Universität von Tennessee in Knoxville, Elizabeth M. Collar, sei die Erfolgsquote des Eingriffs besonders hoch. Das bestätigte auch die Studie, welche an 51 Stuten durchgeführt wurde.

Während der Studie wurde der Eingriff bei zehn Stuten aufgrund von tumorösen Veränderungen an den Eierstöcken durchgeführt. Neun von ihnen waren ebenfalls von extremen Verhaltensproblemen betroffen. Besonders für diese Stuten brachte die Kastration einen eindeutigen Erfolg. Denn nach einem halben Jahr nach der OP waren die Rossesymptome und damit auch das unerwünschte Verhalten zur Gänze verschwunden. Zuvor waren fünf der Tiere bereits erfolglos mit Altrenogest therapiert worden.

Auch bei den restlichen 41 Stuten führte die Kastration in neun von zehn Fällen ebenfalls zum gewünschten Erfolg, selbst wenn zuvor erfolglos mit Altrenogest therapiert wurde. Nach der Operation hätten einige Stuten noch leichte Anzeichen der Rosse angezeigt. Jedoch seien keine störenden Begleiterscheinungen aufgetreten, so Elizabeth M. Collar.

Soll die Kastration bei Stuten künftig auch Routine werden?

Die Kastration bei Stuten könnte aufgrund des geringen Operationsrisikos in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen. Denn der Eingriff kann heutzutage im Stehen und ohne Vollnarkose erledigt werden. Zudem ist die Langzeit-Hormontherapie mit Altregonest kostspielig und kann auch die Gesundheit der Pferdehalter:innen negativ beeinflussen.

„Es ist heute ganz normal, dass Hengste kastriert werden, um aus ihnen besser händelbare Pferde zu machen, die Ovariektomie zur Entfernung der Fortpflanzungsorgane und den zugehörigen Hormonen bei Stuten ist hingegen weitaus seltener“, so die Professorin. Zudem gebe es unzählige Inserate, in denen ausschließlich nach Wallachen gesucht werde. „Ich hoffe, dass die Leute erkennen, dass sie eine Stute kaufen und einen „Wallach“ haben können, wenn sie eine Ovariektomie durchführen lassen. Durch dieses Verfahren können mehr Pferde ein angenehmeres Leben und eine bessere Beziehung zu ihren Menschen haben.“

 

Quelle: Studie

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