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Hannoveraner

von Frederieke Wenning
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Kaum eine Rasse wird mit dem Leistungssport in den Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit so in Verbindung gebracht wie der Hannoveraner. Zahlreiche Welt- und Olympiagewinner sind Hannoveraner Pferde, welche speziell für den Turniersport gezüchtet werden, durch ihre hohe Rittigkeit und den mutigen Charakter überzeugen und auch gern für den Freizeitbereich eingesetzt werden. Alles über Hannoveraner Pferde erfährst Du in diesem Artikel.

Wichtige Daten über Hannoveraner Pferde im Überblick

  • Ursprung: Deutschland
  • Hauptzuchtgebiet: Deutschland, Niedersachsen
  • Verbreitung: Weltweit
  • Stockmaß: ca. 165-175 cm
  • Gewicht: ca. 650 kg
  • Erscheinungsbild: Edler, leistungsbereiter Sporttyp im Rechteckmodell mit harmonischer Oberlinie
  • Farben: Füchse, Rappen, Braune und Schimmel
  • Haupteinsatzgebiet: Dressur, Springen, Vielseitigkeit

Herkunft/Ursprung der Pferderasse (Zuchtgeschichte)

Seinen Ursprung fand der Hannoveraner bereits im 16. Jahrhundert. Die Tiere wurden jedoch tatsächlich bis zur Nachkriegszeit überwiegend in der Landwirtschaft und vor der Kutsche eingesetzt, bis sich mit dem Beginn des Reitsports für die Hannoveraner ein neuer Schwerpunkt auftat. Durch das Einkreuzen von Vollblütern und Trakehnern als Veredler wurde die Rasse zu einem modernen Sportpferd, welches besonders beliebt für den Leistungssport war. Das Exterieur war nahezu perfekt für raumgreifende Bewegungen und elastische Gänge, sodass die besten Hengste unter den Tieren für die Zucht genutzt wurden und herausragende Nachkommen entstanden, welche absolut bedeutend in jedem Stammbaum sind.

Aus dem Hengst Weltmeyer, der im Jahr 1998 „Hannoveraner Hengst des Jahres“ wurde und als der Dressurpferde-Vereber unter den Hannoveranern gilt, entstanden beispielsweise 86 gekörte männliche Nachkommen und 445 Staatsprämienstuten-Töchter. Auch der Hengst Stakkato war maßgeblich am Erfolg der heutigen Leistungspferdezucht beteiligt. Er vererbte sein Springtalent an u. a. 44 gekörte Söhne und 81 Töchter, welche als Staatsprämienstuten ausgezeichnet wurden.

Wann ist ein Pferd ein Hannoveraner?

Nur Tiere, die den Leitlinien des Hannoveraner Verbandes entsprechen und als Hannoveraner dort eingetragen werden, gelten als solche. Qualität durch einen sehr guten Körperbau sowie ein gesundes und klares Interieur ist besonders wichtig. Einen Hannoveraner erkennt man zudem am Hannoveraner-Brandzeichen.

Hannoveraner Verkaufspferde bei ehorses

Beschreibung des Exterieurs

Absolut erwünscht laut Hannoveraner Zuchtprogramm ist bei dieser Rasse eine leichte und bewegliche Verbindung zwischen Hals und Kopf, um ein leichtes Genick und maximale Ganaschenfreiheit zu ermöglichen. Die Schulter sollte lang und schräg sein, um einen guten Raumgriff (vor allem für den Dressursport) möglich zu machen. Um Schwung und Elastizität zu erzeugen, sind zudem ein genügend langer Rücken mit einer muskulösen Kruppe und einem gut angesetzten Hals erwünscht. Des Weiteren kennzeichnet dieses Warmblut ein freundlicher Blick mit offenen und achtsamen Augen. Im Zuge der kontrollierten Zucht wird eine Widerristhöhe von 165 cm erstrebt. Überwiegend findet man die Hannoveraner als Schimmel, Rappen sowie Braune oder Füchse vor. Das Langhaar der Tiere ist gut ausgebildet, wobei diese Pferde den Schweif gerade tragen.

Interieur der Hannoveraner Pferde

Diese Rasse ist bekannt für seinen gutmütigen und überaus umgänglichen Charakter. Zudem haben die unbändige Nervenstärke und die große Lernbereitschaft vielen Pferden dieser Rasse bemerkenswerte Erfolge im Reitsport eingebracht. Darüber hinaus sind die Hannoveraner sehr intelligente und leistungsbereite Tiere. Dennoch darf man auch die sensible Seite der Pferde nicht außer Acht lassen und muss auf die Bedürfnisse der Warmblüter eingehen. Der frühere Einsatz als militärisches Arbeitspferd hat ihr noch heute ruhiges, unerschrockenes und aufmerksames sowie mutiges Temperament geprägt. Besonders beliebt sind die Pferde wegen ihres ausgeglichenen Wesens und ihrer vollkommen unkomplizierten Art.

Hannoveraner im Video

Was sind die typischen Merkmale der Hannoveraner Pferde?

Zu den typischen Merkmalen gehören die enorme Leistungsbereitschaft, der Mut und der unkomplizierte, gelehrige Charakter.

Besondere Merkmale der Hannoveraner Pferde

Besonders hervorzuheben ist die Hannoveraner G-Linie. Bei allen Pferden, welche im Spring- und Vielseitigkeitssport Höchstleistung zeigen, kann man (bis auf wenige Ausnahmen) die G-Linie im Stammbaum finden. Internationale Sportpferde wie Goldfever I oder Gavi beweisen dies. Im Jahr 2007 begann der Hannoveraner Verband mit der G-Initiative, um die herausragenden Leistungsmerkmale der G-Linien-Hengste wieder in den Vordergrund rücken zu können und die Blutlinien dahingehend positiv zu beeinflussen. Einem Pferd, welches mit der G-Linie im Steckbrief gesegnet ist, werden Eigenschaften wie Höchstleistung, Leistungswille und Energie zugeschrieben.

Einsatzgebiete der Rasse Hannoveraner

Neben den Disziplinen wie Springen, Dressur und der Vielseitigkeit legt der Hannoveraner Verband mittlerweile auch Eigenschaften fest, die für Tiere für den Fahrsport gelten. Durch ihr ausgeglichenes Temperament, ihre enorme Nervenstärke sowie ihren Mut sind Hannoveraner nämlich auch hervorragende Kutschpferde und werden mittlerweile wieder gern als solche eingesetzt. Tatsächlich kommt es aber vor allem im Freizeitbereich immer wieder vor, dass der Hannoveraner auch fürs Westernreiten eingesetzt wird. Die Vielseitigkeit dieser Rasse ist somit enorm hoch!

Sind Hannoveraner Springpferde?

Hannoveraner sind immer wieder unter den Welt- und Olympiasiegern im Springsport zu finden. Bekannt sind vor allem die Springpferde Goldfever und Ludger Beerbaum, For Pleasure unter Marcus Ehning, Checkmate unter Meredith Michaels-Beerbaum als auch Esprit FRH unter Lars Nieberg oder Ratina Z unter Ludger Beerbaum.

Erbkrankheiten der Hannoveraner

Typische Krankheiten sind beim Hannoveraner nicht bekannt. Der Zuchtverband sieht zudem auch vor, dass Tiere, welche dennoch einen genetischen Defekt oder Erbkrankheiten aufweisen, nicht zur Zucht zugelassen werden sollten. Um hier genauer sein zu können, hat der Hannoveraner Verband sich nun an einem Projekt der International Association of Future Horse Breeding GmbH & Co KG (IAFH) beteiligt. Wissenschaft und Praxis müssen schließlich zusammenarbeiten, um Studien entstehen lassen zu können! Hier geht es vorrangig um die Erbkrankheit PSSM 2. PSSM steht für Polysaccharide Storage Myopathie und ist eine Muskelerkrankung, welche teilweise erst im Lebensalter von 7 bis 10 Jahren auftritt. Mithilfe eines DNA-Test´s können mittlerweile einige Varianten von PSSM2 erkannt werden, sodass diese Tiere gar nicht erst für den Leistungssport oder die Zucht zugelassen werden.

Wie alt kann ein Hannoveraner werden?

20 bis 30 Jahre wird der Hannoveraner als Warmblut in der Regel.

Bekannte Pferde der Rasse (im Sport, in Film/Fernsehen)

Berühmte Hannoveraner Pferde gibt es einige, wenn man sich die Gewinner-Liste der Olympischen Spiele anschaut. Mit am bekanntesten ist vermutlich der Wallach Gigolo FRH, welcher mit Isabell Werth mehrfach den Weltmeister-Titel erritt. Desperados FRH unter Kristina Bröring-Sprehe gewann u. a. Mannschaftsgold im Dressurreiten. Escada FRH unter Ingrid Klimke gewann u. a. Mannschaftsgold in der Vielseitigkeit bei den Weltreiterspielen. Showtime FRH unter Dorothee Schneider gewann ebenfalls Mannschaftsgold in der Dressur. Checkmate unter Meredith Michaels-Beerbaum wurde Weltmeister im Springen. Die Liste der bekannten Hannoveraner ist lang und wird in den kommenden Jahren mit Sicherheit noch wachsen.

Wie viel kostet ein Hannoveraner im Durchschnitt?

Einen Hannoveraner kann man – je nach Abstammung und Ausbildungsstand für einen Preis zwischen 3.000 und 10.000 Euro kaufen. Pferde für den Leistungssport oder mit besonders guter Abstammung kosten weitaus mehr. Tatsächlich wurden auch schon Hannoveraner für mehr als 1 Mio. Euro versteigert.

Die Verdener Auktion

Die Verdener Auktion wird vom Hannoveraner Zuchtverband veranstaltet und finde alle zwei Monate statt. Auf diesen Auktionen werden ausgewählte Reitpferde für die Disziplinen Springen, Dressur, Vielseitigkeit und Freizeit vorgestellt. Vor allem Profi-Reiter halten dort gern Ausschau nach interessanten Nachwuchspferden. Die Auktion findet gleichzeitig auch online statt, sodass es Bietern aus der ganzen Welt ermöglicht wird, eines der Pferde zu ersteigern. Die Vergangenheit zeigt, dass in der Regel fast alle Pferde, die dort vorgestellt wurden, einen neuen Besitzer gefunden haben. Neben der Auktion wird oft zeitgleich die Hengstkörung mit anschließendem Hengstmarkt durchgeführt.

Ein wichtiges Merkmal der Auktion und deren Beliebtheit ist die Tatsache, dass dort nicht jedes Pferd vorgestellt werden darf. Es finden vor der Auktion Auswahltermine statt, bei denen die Tiere erstmals vorgestellt werden müssen. Nur die besten Pferde dieser Auswahltermine sind am Ende auf der Verdener Auktion zu finden, sodass eine besonders hohe Qualität erwartet werden kann. Die Vorauswahl garantiert nochmals, dass nur die besten Tiere für die Zucht und den Leistungssport genutzt werden.

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