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Pferd einreiten – Die ersten Schritte

von Frederieke Wenning
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Das eigene Pferd einzureiten ist der Traum vieler Menschen. Doch man sollte dieses Vorhaben nicht unterschätzen und es niemals auf eigene Faust versuchen. Pferde sind sehr sensible Tiere, deshalb muss besonders in der Ausbildung des Jungpferdes eine klare Struktur gegeben sein und Lob und Tadel an der richtigen Stelle eingesetzt werden. Wie Du ein Pferd einreiten kannst, welche Faktoren beim Einreiten eine Rolle spielen und weitere Tipps, haben wir in diesem Artikel für Dich festgehalten.

Was bedeutet es, ein Pferd einzureiten?

Das Einreiten ist die erste Erfahrung des Pferdes mit Sattel und Reiter und sollte so angenehm wie möglich gestaltet werden. Für gewöhnlich ist es der Job eines Bereiters oder des Züchters selbst, denn es ist sozusagen der Karrierebeginn eines Pferdes. Ob als Freizeit- oder Sportpartner, nur durch eine solide Grundausbildung kann ein Pferd zum verlässlichen Gefährten werden.

Dabei wird mit den 2,5 – 5-jährigen Pferden begonnen, am Boden zu arbeiten. Dazu zählt unter anderem das Longieren sowie das Putzen und Berühren am ganzen Körper. Außerdem muss das Pferd an die Ausrüstung und an die Stallatmosphäre gewöhnt werden. Erst wenn das Pferd sicher einen Sattel trägt und auf die Kommandos an der Longe reagiert, kann der Reiter dazu kommen und es beginnt die Arbeit „unter dem Sattel“. Bis der Reiter mit seinem komplett Gewicht jedoch selbstständig im Sattel aufsitzen kann und über Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen mit dem Pferd kommunizieren kann, wird noch einige Zeit vergehen.

Wie lange dauert es, bis ein Pferd eingeritten ist?

Das Einreiten des Pferdes hat keinen festen Endpunkt. Ein Pferd wird als geritten bezeichnet, wenn ein erfahrener Reiter das Pferd in allen Gangarten reiten kann. Dies dauert etwa 3-6 Monate. Danach muss das Gelernte gefestigt werden.

Pferd einreiten: Schritt für Schritt erklärt

Schritt 1: Beurteilung

Grundsätzlich ist es zu Beginn des Einreitens wichtig, das Pferd erst einmal kennenzulernen. Dazu zählt die Beurteilung des Körpers, der Gesundheit und der charakterlichen Eigenschaften. Man muss sich klar darüber sein, wie weit das Pferd körperlich schon entwickelt ist, also ob es sich gerade mitten in einem Wachstumsschub befindet, wie gut der Futterzustand und die Bemuskelung sind. Dafür werden die Pferde gerne in der Halle freilaufen gelassen, denn so sieht man, wie das Pferd seinen Körper benutzt und wie ausbalanciert es schon ist.

Im täglichen Umgang, in neuen Situationen und auf der Weide wird mit der Zeit auch der Charakter des Pferdes offensichtlich. Ist es vielleicht ein eher vorsichtiges Pferd oder versteckt es seine Sensibilität hinter rebellischem Verhalten? Ist der Youngster die Ruhe selbst oder erschreckt er sich sehr schnell? Wie sieht das Verhalten in der Herde mit anderen Pferden aus, ist es eher dominant oder unterordnend? Natürlich muss man auch das Alter des Pferdes im Blick behalten, denn dies spielt eine wichtige Rolle in der Planung der Ausbildung.

Schritt 2: Bodenarbeit

Die Bodenarbeit ist der Beginn der Arbeit mit dem Pferd. Hier lernen sich der Ausbilder und das Pferd auf einer ganz neuen Ebene kennen. Das Pferd soll lernen, sich auf den Menschen zu konzentrieren und seine Kommandos bereitwillig anzunehmen. Dabei soll ihm die Angst genommen und das Vertrauen zum Menschen aufgebaut werden. Es ist das Ziel, das Pferd zu einem aufmerksamen und motivierten Schüler zu erziehen. Dazu muss der Ausbilder die Rolle als Leittier übernehmen. Er verhält sich also dominant, aber vertrauenswürdig und gerecht. Das Pferd wird sich so bereitwillig unterordnen.

Bodenarbeit ist die erste Gymnastizierung des Pferdekörpers. Die ersten Übungen, die das junge Pferd beherrschen muss, sind das Führen und Stehenbleiben, das Überkreuzen der Hinterhand und das Rückwärtsrichten. Schon jetzt wird die gehorsame Reaktion auf Kommandos für die zukünftigen reiterlichen Hilfen trainiert. Das Überkreuzen der Hinterhand übt außerdem die Lastaufnahme mit dem Hinterbein, was in der Zukunft als Reitpferd von großer Bedeutung sein wird.

Schritt 3: Longieren

Das Longieren ist der nächste Schritt der Ausbildung. Es ist eine Art vom Training, mit dem das Pferd über sein ganzes Leben hinweg Erfahrungen machen wird. Bei den ersten Übungen an der Longe ist es sinnvoll, einen Roundpen zu nutzen oder eine Hälfte der Reithalle abzustecken. Das Pferd bekommt dadurch eine Begrenzung, die ihm Sicherheit gibt und den Weg weist. Pferde, die das Longieren noch nicht kennen, können auch zunächst durch eine zweite Person auf dem Zirkel geführt werden. Diese Person entfernt sich, nachdem einige sichere Runden im Schritt an der Longe gedreht wurden.

Das Longieren dient der Gymnastizierung des Pferdes und soll so den korrekten Muskelaufbau ermöglichen. Das junge Pferd muss lernen, die Bauchmuskeln anzuspannen und den Rücken aufzuwölben. Auch die Dehnung des Nacken- und Rückenbands ist enorm wichtig. All dies wird durch fleißiges vorwärts-abwärts Traben erreicht. Vorwärts-abwärts bedeutet, dass das Pferd den Hals abwärts streckt, den Rücken aufwölbt und dabei taktmäßig weiterläuft. Nur so kann es seine Balance sowie seinen Takt finden und die Muskeln entwickeln, die ein Reitpferd braucht.

Es ist möglich, Hilfszügel beim Longieren zu nutzen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten. Hilfszügel dienen dazu, dem Pferd den Weg nach unten zu weisen. Sie gewöhnen das junge Pferd außerdem an etwas Druck auf dem Gebiss. Jedoch sollten Jungpferde zunächst ohne Hilfszügel longiert werden, da sie ihren Hals als Balancierstange brauchen und lernen sollen, dass Vorwärtsgehen Spaß macht und abwärts dehnen guttut.

Dunkelbraunes Pferd beim Longieren

Das Longieren dient der Gymnastizierung des Pferdes und soll so den korrekten Muskelaufbau ermöglichen.

Schritt 4: Auftrensen

Sobald Pferd und Ausbilder einander vertrauen, kann die Trense zum Einsatz kommen. Vorher muss natürlich eine passende Trense und ein Gebiss für den Youngster gefunden werden. Das Gebiss muss die richtige Länge haben, also etwa einen halben Zentimeter rechts und links aus der Maulspalte ragen und darf weder zu hoch noch zu tief im Pferdemaul liegen. Das Gebiss muss so im Pferdemaul platziert sein, dass höchstens drei Falten oberhalb der Maulspalte entstehen. Das Pferd sollte die Trense zunächst beschnuppern dürfen. Dann kann das Auftrensen geübt werden.

Tipp: In der Gewöhnungsphase ist es möglich, das Gebiss nur an einer Seite der Trense zu befestigen, sodass man die Trense aufziehen und danach erst das Gebiss von einer Seite in das Pferdemaul schieben kann. So hat man alles sicher befestigt und kann dem Pferd ganz in Ruhe beibringen, das Gebiss aufzunehmen.

Beim Auftrensen sowie beim Abtrensen ist darauf zu achten, dass das Gebiss nie gegen die Zähne oder das Maul schlägt. Das Pferd würde das Gebiss sonst mit Schmerzen verbinden. Besonders beim Abtrensen sollte man das Gebiss vorsichtig nach unten lassen, da manche Pferde es im Maul festhalten und das Gebiss, sobald sie es loslassen, nach unten fällt und an die Zähne schlägt. Hier ist also etwas Fingerspitzengefühl gefragt.

Schritt 5: Satteln

Der Sattel sollte so wie die Trense durch beschnuppern kennengelernt werden dürfen. Das Pferd sollte außerdem schon daran gewöhnt sein, dass ihm etwas auf den Rücken gelegt wird. Man kann dabei mit einem Gummigurt beginnen und dann zu einem Longiergurt mit Schabracke übergehen. Klappt das Auflegen gut, kann der Gurt ein erstes Mal um den Pferdebauch gelegt und auf der anderen Seite locker befestigt werden.

Danach darf das Pferd einige Schritte vorwärts und rückwärts treten, um sich zu entspannen und nicht vor dem Druck des Gurtes zu erschrecken. Dann kann nachgegurtet werden. Danach solltest Du das Pferd vorsichtig einige Runde mit dem Sattel führen, bevor die eigentliche Arbeit damit beginnt.

Das Pferd sollte niemals Abwehrreaktionen gegen Sattel oder Ausbilder zeigen. Ist dies der Fall muss der Sattler und der Tierarzt verständigt werden. Der ein oder andere Bocksprung beim Traben mit Sattel ist in der Gewöhnungsphase jedoch völlig normal. Der Sattel darf dabei aber nicht verrutschen. Sinnvoll ist es spätestens beim Satteln einen Helfer dabei zu haben.

Schritt 6: Aufsteigen

Das Aufsteigen wird vorbereitet, indem das Pferd die Steigbügel und ein Gewicht auf seinem Rücken kennenlernt. So wird man sich zunächst an das Pferd lehnen und über den Pferderücken legen. Danach kann eine zweite Person dazu kommen, die sich ebenfalls zunächst auf den Rücken des Pferdes legt. Dies läuft ähnlich ab wie die Gewöhnung an den Sattel. Zunächst wird der Reiter sich nur über den Rücken legen. Sobald das Pferd dies kennt, werden die ersten vorsichtigen Schritte gemacht. Ist das Pferd hierbei stressfrei, kann der Reiter aufsitzen.

Schritt 7: Anführen

Bei den ersten Schritten mit Reitergewicht muss das Pferd lernen, sich auszubalancieren. Der Reiter ist dabei zunächst nur dafür zuständig, das Pferd nicht zu stören und in der Bewegung mitzugehen. Es ist keine Einwirkung nötig. Der Ausbilder ist für die Kommunikation zuständig. Vergesst das Loben dabei aber nicht.

Schritt 8: Longieren mit Reiter

Auch beim Longieren geht der Reiter anfangs lediglich mit der Bewegung des Pferdes mit. Zügel und Schenkel dürfen begleiten, das Pferd aber nicht verwirren. Die Gewichts-, Zügel- und Schenkelhilfen werden nach und nach eingeführt, bis Reiter und Pferd sich so gut verstehen, dass der Longenführer nicht mehr nötig ist.

Schritt 9: Reiten ohne Longe

Tempo und Richtung können vom Reiter bestimmt werden? Das Pferd ist nicht aufgeregt und lässt Hilfen des Reiters zu? Dann ist der Zeitpunkt gekommen, die Longe abzumachen. Das Paar kann nun die ersten Runden im Schritt und im Trab in der Halle drehen. Der Galopp wird meist erst nach einiger Zeit gefordert. Man muss dabei darauf achten, dass das Pferd direkt im Handgalopp anspringt, was etwas Übung erfordern kann. Ist das Reiten ohne Longe im Schritt, Trab und Galopp zur Gewohnheit geworden, können auch erste Ausritte und Disziplinspezifische Aufgaben in das Training aufgenommen werden. Beim Reiten ohne Longe sollte man sich intensiv mit der Skala der Ausbildung auseinandergesetzt haben.

 

Pferd einreiten ohne Longe auf einer grünen Wiese

Ein wichtiger Schritt ist das Einreiten ohne Longe.

Wann wird ein Pferd eingeritten?

Dies ist von der Pferderasse und dem Pferd individuell abhängig. Isländer beispielsweise sind erst mit 5 Jahren so weit entwickelt, dass sie angeritten werden können. Für Sportpferde der Warmblutzucht ist es dagegen nicht unüblich, bereits mit 3 Jahren einen Reiter zu tragen, wobei die meisten Besitzer ihre Youngster mit 4 Jahren einreiten. Pferde werden also üblicherweise in einem Alter von 3 bis 5 Jahren angeritten. Je älter ein Pferd wird, desto schwieriger wird es. Allerdings gibt es Fälle, in denen Pferde erst spät eingeritten werden und sich trotzdem zu guten Reitpferden entwickeln.

Gibt es den optimalen Zeitpunkt, um um ein Pferd einzureiten?

Hierzu gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Entscheidend ist, wie der grundsätzliche Entwicklungszustand des Pferdes in Bezug auf seine Anatomie ist. Eventuelle Besonderheiten des Pferdes und seines Bewegungsapparates sollten hierbei Berücksichtigung finden.

Auch der Charakter des Pferdes ist von entscheidender Wichtigkeit. Lernt ein Pferd schneller oder langsamer, wird auch durch seinen Charakter bedingt. Zudem nimmt die Abstammung bzw. die Rasse des Pferdes Einfluss auf den Zeitpunkt der Ausbildung. Islandpferde werden beispielsweise erst im Alter von 5 Jahren eingeritten, wohingegen Quarter Horses meist schon mit 1,5 bis 2 Jahren einen Reiter auf ihrem Rücken tragen.

Hat man sich dazu entschieden, das Pferd einzureiten, sollte vorab mit der Bodenarbeit begonnen werden. So erhält das Pferd die Möglichkeit, Vertrauen in den Bereiter aufzubauen. Sie stellt eine erste Form der Gymnastizierung dar und ermöglicht dem Pferd erste Grundübungen wie das Rückwärtsrichten oder das Überkreuzen der Hinterhand kennenzulernen.

Auch die Arbeit an der Longe darf nicht unterschätzt werden. Das Longieren trägt dazu bei, die Muskulatur des Pferdes zu stärken. Ein durchhängender Rücken kann auf eine zu geringe Muskulatur hindeuten. Die Muskulatur kann über das Longieren gezielt gestärkt werden. Zudem wird über die Bodenarbeit geprüft, ob das Pferd ausbalanciert ist, oder ob es öfter in den Kreuzgalopp fällt. Das Longieren des Pferdes stellt somit eine wesentliche Vorbereitung für das erstmalige Aufsitzen des Reiters dar, da hier das Pferd bereits an einen Longiergurt gewöhnt wird. Nicht nur Exterieur, sondern auch Interieur des Pferdes werden maßgeblich über die Bodenarbeit beeinflusst.

Um eine qualitative Mensch-Tier Beziehung zu festigen, können auch simple Tätigkeiten wie Putzen oder Spazierengehen dabei helfen, dem Pferd die Angst vor der Arbeit mit dem Menschen zu nehmen und seine Neugier zu erwecken.

Grundlagen der Pferdeausbildung

Grundlagen bereits im Fohlenalter legen

Die Grundlagen für eine gelungene Ausbildung des Pferdes werden bereits im Fohlenalter geebnet. Hierbei spielt die Gewöhnung an den Menschen die wichtigste Rolle. Die Furcht- und Stressreaktionen des Tieres werden reduziert und das Fohlen wird für den Menschen umgänglicher.

Zudem sollte das Fohlen in dieser Zeit auch bereits an ein Halfter gewöhnt werden. Optimal wäre es, das Fohlen auch an das Führen mit einem Strick zu gewöhnen und ihm die Angst vor unbekannten Dingen zu nehmen. Wenn sich bereits im Fohlenalter eine positive Mensch-Tier Beziehungen entwickeln konnte, wird das junge Pferd schneller Vertrauen in den Reiter fassen und ihn akzeptieren.

Wann muss man ein Pferd einreiten?

Pferde werden in einem Alter von 3 – 5 Jahren eingeritten.

Wie sinnvoll ist es, ein Pferd einreiten zu lassen?

Ein junges Pferd ist eine Herausforderung und sollte durch einen Profi ausgebildet werden. Wenn man also keine Erfahrung mit der Ausbildung von Jungpferden hat, ist grundsätzlich davon abzuraten, es selbst in die Hand zu nehmen. Man sollte es wenigstens gemeinsam mit einem Trainer machen.

Die Kosten für den Beritt und die Ausbildung eines Pferdes setzen sich durch Stallmiete und den Kosten des Ausbilders zusammen. Es sollten zwischen 500 und 800 Euro pro Monat eingeplant werden, bei einigen Profis oder in bestimmten Regionen können die Kosten aber durchaus höher ausfallen.

Die Vorteile, einen Profi zu Hilfe zu nehmen, liegen grundsätzlich in der Erfahrung und der Expertise der Person. Der Ausbilder sollte genau wissen, wie pferdegerechtes Einreiten auszusehen hat, welche Struktur das Jungpferd braucht und wie man sich otpimal auf das Tier einstellt. Man gibt das Tier schließlich in die Hände eines Dritten, um nicht selbst Fehler in der Ausbildung zu machen.

Wichtig ist daher, den richtigen Ausbilder für sich und sein Pferd zu finden. Am besten man kennt die Person bereits seit einigen Jahren und weiß, wie sie im Alltag, im Training und auf Turnieren mit den Pferden umgeht und wie die Pferde sich ihr gegenüber verhalten. Das Anreiten und Ausbilden eines Pferdes, nimmt viel Zeit und Geduld in Anspruch. Sollte ein Bereiter der Meinung sein, ein sicheres Reitpferd innerhalb von vier Wochen produzieren zu können, lass lieber von ihm oder ihr ab.

Was sind also die Nachteile davon, das Pferd nicht selbstständig einzureiten? Neben den Kosten sind es zum Beispiel der Kontrollverlust und die Haftung im Schadensfall. Die Haftung liegt nur bei Vorsatz oder Fahrlässigkeit beim Ausbilder. Treten im Nachhinein Probleme mit dem Pferd auf, liegt die Beweislast beim Pferdebesitzer. So sollte ein Vertrag abgeschlossen werden, in dem unter anderem auch die Ziele genau definiert sind.

Das geliebte Schätzchen in die Hände eines anderen zu geben ist nicht immer leicht, allerdings sollte man als Besitzer und zukünftiger Reiter nicht vollkommen aus dem Prozess ausgeschlossen werden. Ruhe ist für den Profi nötig und wichtig beim Kennenlernen und Anreiten. Trotzdem ist es sinnvoll, dem Besitzer zu zeigen, was man mit dem Pferd erarbeitet hat und wie mit bestimmten Macken umgegangen werden muss.

Kann man ein Pferd selber einreiten?

Das Pferd sollte immer durch einen Profi ausgebildet werden.

Junge Frau reitet Pferd ein

Neben der Erfahrung des Pferdebesitzers spielt die Erziehung, die Rasse und Abstammung sowie die Ausrüstung eine wichtige Rolle.

Pferd einreiten: Welche Faktoren spielen eine wichtige Rolle?

Wie gut bin ich und wie weit ist mein Pferd? Diese zwei Fragen können nicht in kurz und knapp beantwortet werden, aber genau das spielt beim Einreiten eines Pferdes eine sehr große Rolle.

Erfahrungen des Pferdebesitzers

Als Pferdebesitzer, der sein eigenes Pferd einreiten möchte, sollte man diesen Artikel nicht lesen müssen, um genau zu wissen, was man tun muss. Bei der Erziehung des eigenen Pferdes sollte man in jedem Fall mit einem Profi zusammenarbeiten. So ist es nicht nur sicherer, es wird dank weniger Fehler auch angenehmer für Pferd und Besitzer. Grundsätzlich werden Pferde meist zu zweit durch einen Ausbilder und eine helfende Hand/Reiter angeritten. Also sollte man nicht einfach alleine loslegen, sondern Unterstützung suchen und die Führung dem Profi überlassen. Nun muss man nur noch gut zuhören und hinsehen, um möglichst viel zu lernen.

Erziehung vor dem Einreiten

Ob ein Pferd frisch von der Koppel kommt oder schon eine tiefe Bindung zum Menschen aufgebaut hat, macht definitiv einen Unterschied. Die jungen Wilden von der Koppel kennen nur das Verhalten aus der Herde und sind schwieriger zu desensibilisieren. Pferde, die viel von ihren Besitzern verwöhnt wurden, kennen vielleicht schon einige Übungen, verstehen allerdings oft nicht, weshalb sie plötzlich arbeiten sollen. So sollte jedes Pferd von Bodenarbeit über Gewöhnung an die Ausrüstung und das Longieren wirklich jeden Schritt durchlaufen, bis der Reiter ins Spiel kommen kann.

Rasse und Abstammung

Die Mutterstute des jungen Pferdes gibt, genau wie der Hengst ihre Gene an das Fohlen weiter. So ist es hilfreich, die Eltern des Pferdes etwas zu kennen, um ein Bild davon zu haben, was man bei der Ausbildung seines Pferdes zu erwarten hat. Die Sensibilität ist auch von der Rasse und vom Typ des Pferdes abhängig. So wird für gewöhnlich ein Vollblut sensibler sein als ein Kaltblut oder Pony. Aber auch körperliche Gegebenheiten sind von der Rasse abhängig und müssen beim Einreiten beachtet werden.

Ausrüstung

Die Ausrüstung muss passen und dabei gibt es keine Kompromisse. Der Sattel muss von einem Sattler in regelmäßigen Abständen überprüft werden, da sich das junge Pferd ständig verändert und ein unpassende Sattel sich negativ auf die Gesundheit ausschlagen kann. Für junge Pferde eignen sich darüber hinaus Sattelgurte mit Gummizug besonders gut, da sie in der Bewegung etwas nachgeben. Die Trense, das Gebiss, die Gamaschen, das Halfter und alles weitere darf dem Pferd nicht unangenehm sein oder reiben. Das Pferd darf durch die Ausrüstung niemals Schmerzen empfinden, denn dies würde die physische und psychische Entwicklung massiv beeinträchtigen.

Die Gewöhnung an das Zaumzeug

Auch die vorherige Gewöhnung an Trense und Sattel sind für ein entspanntes und behutsames Einreiten essentiell.

Hierbei spielt der Charakter des Pferdes eine entscheidende Rolle. Manche Pferde lassen sich das Zaumzeug schneller anlegen, andere wiederum benötigen mehr Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Außerdem sollte vorab die Ausrüstung auf das Pferd angepasst werden. Scharfe Gebisse und eng sitzende Trensen sowie Sättel provozieren Druckschmerzen und bleiben bei dem jungen Pferd als negative Erfahrung im Gedächtnis.

Beim Anlegen der Trense sollte das Pferd zuerst daran schnuppern dürfen, dann sollte das Gebiss langsam in das Maul hinein geschoben werden.

Beim ersten Auflegen des Sattels ist es wichtig, sehr behutsam vorzugehen. Auch hier darf das Pferd ausgiebig am Sattel schnuppern. Wenn es beim Auflegen der Schabracke und des Sattels, sowie beim Anlegen des Sattelgurtes den Kopf leicht fallen lässt, ist dies ein Zeichen der Akzeptanz des Sattels.

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