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Anspruch abgelehnt: Pferdehalter haftet nicht für Fehler der Mitreiterin

von Lea Hahnemann
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In den häufigsten Fällen haftet der Pferdebesitzer für einen Unfall, bei denen eine Mitreiterin von seinem Pferd fällt und sich im schlimmsten Fall verletzt. Das aktuelle Urteil des OLG Oldenburg zeigt jedoch, dass das nicht immer so laufen muss. Die Klage einer Mitreiterin auf Schmerzensgeld wurde abgewiesen.

Aussage der Klägerin zweifelhaft

Als das Pferd des Beklagten, Ronald, während eines Ausrittes in den Galopp wechselte, verlor die Klägerin den Halt im Sattel, fiel vom Pferd und schlug mit dem Kopf gegen einen Holzpfosten. Die Frau verlor das Bewusstsein und aus  dem Sturz resultierte ein Schädel-Hirn-Trauma. Anscheinend verärgert, klagte die Frau den Pferdebesitzer auf Schmerzensgeld an. Laut ihren Aussagen, sei Ronald schon zu Anfang des Rittes nervös gewesen und wäre durchgegangen. Schenkt man der Aussage glauben, würde es zur Folge haben, dass der Pferdebesitzer die Haftung übernehmen müsse. Da der Eigentümer des Pferdes and dieser Aussage jedoch zweifelte, wies er die Anschuldigungen ab. Ronald hätte auf Hilfengebung der Reiterin gehorcht. Der Unfall könne lediglich auf Reitfehlern und auf der mangelnden Reitroutine der Frau beruhen.

Kein Anspruch auf Schmerzensgeld

Die Stellungnahme des Beklagten wurde durch die Aussage einer Zeugin bekräftigt. Diese hatte beobachtet, wie die Reiterin auf dem Pferd verunsichert wirkte und mit dem Pferd nicht ganz klar kam. Ronald sei gemütlich angaloppiert und nicht durchgegangen, wie die Klägerin zuvor angab.

Letztendlich entschied sich das Oberlandesgericht Oldenburg dafür, die Klage der Frau abzuweisen. Die beschriebene Unsicherheit der Frau kann dafür gesorgt haben, dass dem Pferd Kommandos gegeben wurden, die die Reiterin gar nicht signalisieren wollte. Der Wechsel in den Galopp kann somit von ihr selber eingeleitet worden sein.

Klage abgelehnt

Somit verlor die Klagende den Anspruch auf Schmerzensgeld. Jedoch zahlte die Tierhalterhaftpflichtversicherung des Beklagten freiwillig 2.000 €, um den Vorfall zu entschädigen. Somit ging die Frau letztendlich nicht vollkommen leer aus.

Quelle: oberlandesgericht-oldenburg.niedersachsen.de

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