Startseite » Anti-Wurmmittel gegen Covid-19? Impfgegner setzen auf Pferde-Wurmkur

Anti-Wurmmittel gegen Covid-19? Impfgegner setzen auf Pferde-Wurmkur

von Lea Hahnemann
0 Kommentar

Das Anti-Wurm-Mittel Ivermectin ist in Oberösterreich immer wieder ausverkauft. Grund dafür ist die hohe Nachfrage seitens der Bürger, die gegenüber der Corona-Impfung skeptisch seien.  Diese gehen davon  aus, dass Ivermectin gegen das Corona-Virus helfen kann.

Ivermectin bei falscher Dosierung toxisch

Der Präsident der oberösterreichischen Apothekenkammer Thomas Veitschegger berichtet davon, dass das die Nachfrage nach dem Anti-Wurm-Mittel enorm hoch sei. So hoch, dass das Mittel aus dem Ausland nachbestellt werden müsste. Dabei ist Ivermectin rezeptpflichtig und nicht frei zugänglich. Zudem kann eine falsche Dosierung dieses Medikaments zu einer Vergiftung führen. Bereits jetzt habe es schon einige Fälle gegeben, bei denen Menschen eine so hohe Dosis zu sich genommen haben, die höchstens für Tiere wie Pferde gerecht sei.

Anti-Wurm-Mittel nicht für eine Covid-19-Behandlung zugelassen

Das Arzneimittel Ivermectin dient zur Behandlung und Vorbeugung von Würmern. Sowohl das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) als auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) warnten davor,  Ivermectin bei Covid-19 einzunehmen. Die Behandlung von Covid-19 mit Mitteln, die den Ivermection-Arzneistoff beinhalten, sei in der EU zumal gar nicht zugelassen. Das Anti-Wurm-Mittel ist lediglich für die Behandlung von Krätzmilben, Zwergfadenwürmern , tropischen Fadenwürmern und Kupferakne zugelassen.

Ivermectin – Präparate mit dem Wirkstoff sind rezeptpflichtig

Aktuell sind in Österreich 28 Präparate mit dem Ivermectin-Wirkstoff zugelassen, vier von ihnen werden zur Behandlung des Menschen eingesetzt. Die anderen 24 Präparate werden ausschließlich für die Veterinärmedizin eingesetzt.

Laut des oberösterreichischen Ärztekammerpräsidenten Peter Niedermoser würde es keinerlei Indizien dafür geben, dass das Arznei fahrlässig verschrieben werden würde. Jedoch sei es auffällig, dass sich die verschriebene Menge zu den Vorjahren enorm unterscheiden würde.  Man könne nicht nachvollziehen, welcher Arzt, wie viel und wovon verschreibt. Als Arzt habe man die Verantwortung , den Patienten über mögliche Nebenwirkungen aufzuklären. Einen Anstieg bei der Nachfrage des Anti-Wurm-Mittels Ivermectin sei seit Anfang des Jahres 2021 zu verzeichnen. Aktuell lasse diese Nachfrage aber wieder nach.

Apotheker sind zudem verpflichtet, dem Patient das Medikament raus zu geben, welches auf dem Rezept vermerkt wurde. Besteht jedoch der Verdacht des Missbrauchs, muss mit dem zuständigen Arzt Rücksprache gehalten werden. In dem Fall, dass der Arzt nicht erreichbar ist oder ein Fehler vorliegt, muss der Apotheker dem Patienten das Medikament nicht aushändigen.

Quelle: ooe.orf.at

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

* Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden.