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Doppelgold für Deutschland bei den Dressur Europameisterschaften 2021

von Regina Schweizek
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Doppelgold für Deutschland! Beide Dressur-Teams lieferten ab, konnten die jeweilige Klasse für sich entscheiden und das auch noch bei der heimischen Europameisterschaft – besser geht es nicht! Sowohl die U25-Reiter:innen als auch die Senioren sorgten für Gänsehaut-Momente. Trotzdem muss man sagen – die Konkurrenz schläft nicht.

Olympiasiegerin setzt sich an die Spitze

Jessica von Bredow-Werndl und ihre Dalera BB gingen gestern als letztes deutsches Paar der Senioren an den Start und zelebrierten ihre herausragende Qualität ein weiteres Mal. Fehlerfrei, mühelos und freudig ging die Trakehnerstute unter ihrer Reiterin und zeigte ihr ganzes Können. Vor allem die ausbalancierten und zentrierten Pirouetten und die Piaffe-Passage-Arbeit haben sich deutlich abgehoben. Aber auch die Verstärkungen waren ein Highlight. Insgesamt ging eine positive Energie von dem Paar aus. Am Ende hieß es 84,099 Prozent für Jessica und Dalera. Damit machten sie nicht nur das Mannschaftsgold der EM perfekt, sondern erzielten nach Tokio auch ihr zweitbestes internationales Grand Prix Ergebnis.

Als erstes deutsches Paar am gestrigen Tage starteten Isabell Werth und Weihegold OLD. Mit der 16-jährigen Don Schufro Tochter erhielt sie 79,860 Prozent. Sie zeigten tolle Zick-Zack-Traversalen und auch in der Piaffe-Passage-Arbeit demonstrierte Weihegold ihr ganzes Können. Kleinere Schwächen hingegen ließen sich im starken Trab und im starken Schritt ausmachen.

Dennoch war Werth mit ihrem Ritt und der Stute sehr zufrieden.  Die Wertung hingegen konnte sie nicht ganz nachvollziehen. Denn die Richter:innen waren sich nicht einig und  die Bewertungen schwankten von 77-81 Prozent. Sie sagte selbst: ,,Ich muss ganz ehrlich gestehen, das Pferd ist in den letzten zwei, drei Jahren aus keiner Prüfung außer in Paris im Grand Prix, wo alles durcheinander war, unter 80 Prozent rausgekommen. Und ich glaube nicht, dass das(so) eine Prüfung war … Und von 77 bis 81 Prozent ist ja auch schonmal eine Spannweite. Das ist einfach meine Meinung und ich glaube, ich bin lange genug dabei, dass ich meine Meinung sagen kann, ohne dass es gleich als unsportlich oder die kann nicht verlieren ausgelegt wird. Ich komme aus der Prüfung und ich habe nach 30 Jahren ja doch ein Gefühl dafür, was war und was wie ausgesehen hat, das waren heute sicherlich keine 83 oder 85, aber das waren sicher irgendwo 80, 81 Prozent in meinen Augen. So, wie die Noten auch waren von einigen Richtern. Muss man mal die fragen, die das anders gesehen haben.“

Charlotte Dujadin nur ganz knapp hinter Isabell Werth

Trotz dessen blieb Werth bis zum Ende auf Platz zwei hinter ihrer Teamkollegin Jessica von Bredow-Werndl. Auf Platz drei fand sich Charlotte Dujardin mit ihrem Olympiapferd Gio wieder. Mit dem erst 10-jährigen Fuchs erritt sie 79,829 Prozent und damit fehlte ihr nur ein Wimpernschlag um an Isabell Werth vorbei zu ziehen.

Das beste dänische Paar war wie zu erwarten Cathrine Dufor mit dem elfjährigen Westfalen Bohemian. Sie erzielten 79,721 Prozent und zeigten eine starke Runde, die leider am Ende durch einen Schreckmoment des Pferdes mit einer leichten Spannung endete. Insgesamt sah das Treppchen in der Teamwertung am Ende wie folgt aus: Gold für Deutschland, Silber für Großbritannien und Bronze ging an Dänemark. An vierter Stelle reihten sich die Schweden ein und den fünften Platz belegten die Niederländer.

U25: Gold war schon nach der dritten Reiterin sicher

Absolut überlegen holten die deutschen U25-Reiter:innen den Titel bei der heimischen Europameisterschaft nach Hause. Mit insgesamt 225,206 Punkten siegten sie klar vor den Niederlanden (218 Punkte) und den Schweden (207,264).

Semmieke Rothenberger startete gestern als erste deutsche Reiterin und lieferte eine hervorragende Vorstellung ab für die sie 77,059 Prozent erhielt und damit die Führung ihres Teamkollegen Raphael Netz (75,206 Prozent) übernahm. Besonders die Pirouetten mit maximaler Lastaufnahme, sowie die Zick-Zack-Traversalen und der starke Trab sind als Highlights hervorzuheben.

Nachdem der niederländische Schlussreiterin einige Fehler unterliefen und sie für ihren Ritt „nur“ 72,559 Prozent bekam, war die Sache schon klar noch bevor Deutschlands Schlussreiterin Ann Kathrin Lindner an den Start ging. Sie konnte das Ergebnis quasi nur noch verbessern und das gelang ihr mit 72,941 Prozent auch. Sie zeigte eine sichere Runde mit lediglich einem Fehler in den Einerwechseln. Insgesamt hätte man sich etwas mehr Risiko wünschen können. Demnach bleibt es spannend, wie die beiden sich in der Einzelentscheidung zeigen.

Wir gratulieren den deutschen Teams und wünschen viel Erfolg für die Einzelentscheidungen!

Quelle: FN

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