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Neue Studie: So unterschiedlich reagieren Pferde auf Halfter und Gebiss

von Marie Arensmann
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Eine vor Kurzem durchgeführte Studie untersuchte die Reaktionen von Pferden auf Zügel- und Gebissdruck – verglichen mit Zügel- und Halfterdruck. Mehr Wissen über die Auswirkungen der Ausrüstungen könnte dafür sorgen, die Leistung und das Wohlergehen der Pferde zu verbessern. 

Die schwedische Forscherin Marie Eisersiö von der Fakultät für Veterinärmedizin und Tierhaltung an der schwedischen Universität für Agrarwissenschaften führte mit ihrem Team die Studie “Zügelspannungssignale lösen unterschiedliche Verhaltensreaktionen aus, wenn man Zaumzeug und Halfter vergleicht” durch.

Das Forschungsteam maß mithilfe eines Zügelspannungsmessgerätes, wie viel Rückwärtskraft die 20 Reitschulpferde am Zügel akzeptierten, bevor sie zurücksetzten. Jedes Pferd wurde jeweils acht Mal mit Nylonhalfter mit flachem Band und acht Mal mit dem üblichen Zaumzeug mit Gebiss getestet.

Studienergebnisse wenig überraschend

Die Studie ergab, dass sich Pferde zwar häufig mehr gegen das Gebiss wehren, sie damit aber schneller und mit geringerer Zügelspannung reagieren, als mit Halfter. Mit Halfter waren die Pferde sogar weniger aufmerksam.

Außerdem stellte das Team fest, dass Pferde mit Gebiss den Kopf vermehrt hin und her warfen, das Maul stärker öffneten und scheinbar versuchten, die Zügel wegzureißen. Eine Erklärung für die Studienergebnisse sei, dass Pferde vermutlich Gebiss und Halfter mit verschiedenen Erfahrungen verbinden.

Die Verhaltensweisen der Pferde während der Signalphase der Zügelspannung deuten darauf hin, dass die Pferde sich von der Zügelspannung befreien wollten. So assoziieren sie wahrscheinlich ein Gebiss mit der Bestrebung, dem Menschen die Zügel zu entreißen, um ihre Schmerzen zu lindern. Ein Halfter verbinden sie hingegen möglicherweise mit trainingsfreier Zeit.

“Weichere” Hilfsmittel erfordern besseres Training

Eiersiö bezeichnet ein Gebiss als ein “schärferes Werkzeug”, das dazu dient, mehr Kontrolle über das Pferd zu haben. Durch diese Art von Ausrüstung wird das Pferd jedoch durch Schmerzen kontrolliert.

Halfter hingegen gelten als weichere Hilfsmittel. Damit Pferde gleichermaßen auf ein Halfter, wie auf ein Gebiss reagieren, müssen sie jedoch besser trainiert werden. Das bedeutet, dass der/die Reiter:in genau wissen sollte, wann man den Druck aufheben muss und Pferde verstehen sollten, dass ihre korrekte Reaktion zu einer Lösung der Zügelspannung führt.

Gebisse sollten nicht grundsätzlich verboten werden

Dennoch sollten Gebisse laut Eisersiö nicht grundsätzlich verboten, sondern gezielt und gekonnt eingesetzt werden. Dies erfordert eine gute Ausbildung der Reiter:innen. Die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd sollte beim Training im Mittelpunkt stehen, nicht die Schärfe der Ausrüstung, so Eisersiö.

Quelle: The Horse

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