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Olympia 2021: So geht es dem Pferd Saint Boy nach dem Reit-Drama

von Marie Arensmann
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Nach den dramatischen Szenen vom Modernen Fünfkampf letzte Woche hat der Dachverband des Sports nun ein Update zum Zustand des Pferdes Saint Boy gegeben. Nach mehrfachen Verweigerungen im Springreiten wurde das Tier von Reiterin und Trainerin mit Gerte und Faust geschlagen.

Bereits bei der zuvor gestarteten Russin Gulnas Gubaidullina hatte Saint Boy dreimal verweigert. Dennoch erklärte der Tierarzt das Pferd für einsatzfähig. Daraufhin folgten tränenreiche Szenen. Völlig aufgelöst versuchte die deutsche Fünfkämpferin Annika Schleu den verängstigten Wallach anzutreiben, um sich doch noch die Goldmedaille zu sichern.

Mehrfach benutzt sie die Gerte, angespornt von ihrer Trainerin Kim Raisner, die sie mit den Worten “Hau drauf” noch ermutigte und kurzer Hand selber mit der Faust das Pferd berührte. Entsetzt von diesen Szenen waren nicht nur die Zuschauer. Raisner wurde kurz darauf vom Weltverband für Modernen Fünfkampf von den Olympischen Spielen ausgeschlossen.

Das Olympia-Fiasko löste eine hitzige Debatte über den Reitsport aus. Vorwürfe der Tierquälerei und massive Anfeindungen bewegten Annika Schleu nun sogar dazu, ihren Instagram Account zu löschen. Die Sorge um das Wohl des Pferdes wird auf den sozialen Medien mehrfach geäußert, sodass es der Hashtag #Saintboy am Sonntag sogar in die Twitter-Trends schaffte.

Saint Boy steht zu Hause in der japanischen Präfektur Shiga

Nun hat der Dachverband des Modernen Fünfkampfs ein Update zu Saint Boy gegeben, um die besorgten Tierfreunde zu beruhigen. Auf Twitter postete die Organisation zwei Fotos des Pferdes in seinem Zuhause, der japanischen Präfektur Shiga. Saint Boys Besitzer des Minakuchi Riding Club sagen, er sei bei guter Gesundheit, trotz Erschöpfung vom Wettbewerb. Noch ist unklar, ob der braune Wallach zukünftig an weiteren Wettbewerben teilnehmen wird.

Fünfkampf-Weltverband will Reiten nicht ausschließen

Trotz der häufigen Forderungen, Pferde bei olympischen Sportarten auszuschließen, soll die Disziplin Reiten laut Aussagen des Weltverbandes Bestandteil des Wettbewerbs bleiben. Besonders kritisiert wird, dass die Tiere den Reiter:innen lediglich 20 Minuten vor Start zugelost werden und es somit kaum Zeit für Mensch und Tier gibt, sich aneinander zu gewöhnen.

Bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris wird es dennoch Änderungen geben. Das Format wird nämlich auf fernsehtaugliche 90 Minuten komprimiert. Hierzu sagt Weltverbands-Präsident Klaus Schormann: “All das, was jetzt kritisiert wird, [haben wir] schon längst zu Papier gebracht“. Unklar bleibt jedoch, wie genau das Zusammenspiel zwischen Reiter und Pferd verbessert werden soll.

Quelle: Web

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