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Olympia – Diskussion nach Springreiten: Aus der Nase blutendes Pferd wurde nicht abgeklingelt

von Regina Schweizek
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Das gestrige Finale um die Einzelmedaille im Springreiten hätte spannender nicht sein können. Nur sechs Reiter erreichten das Stechen. Schlussendlich gewann der Brite Ben Maher die Goldmedaille mit seinem Spitzenpferd Explosion. Die tollen Darbietungen wurden allerdings von ziemlich hässlichen Bildern überschattet.

Pferd blutet stark aus der Nase – die Verantwortlichen schweigen zunächst

Als Cian O’Conner (IRL) mit seinem neunjährigen Kilkenny in den Parcours ritt, war zunächst alles in Ordnung.  Im Verlauf der Runde begann der Schimmel allerdings heftig aus beiden Nasenlöchern zu bluten. Das Blut rann sogar so stark, dass die ganze Brust mit eingefärbt wurde. Allerdings reagierten weder die Richter, noch der Kommentator auf diese offensichtlich missliche Lage.

Olympia: Blutregel im Pferdesport

Da kommt natürlich die Frage auf, warum etwas so Offensichtliches so ignoriert wurde? Der Reiter selbst schien von dem Desaster, welches sich unter ihm abspielte bis zum Ende der Runde nichts mitzubekommen. Gerade dann hätten die Richter einschreiten müssen. In den Statuten der FEI ist klar gesetzt, dass Blut an den Flanken, welches sich im Wirkungsbereich der Sporen befindet zum Ausschluss führt. In der Dressur führt auch ein blutiges Maul, ganz gleich aus welchem Grund zum Ausschluss. Beim Springen hingegen misst die FEI mit zweierlei Maß. Denn hier führt ein blutiges Maul nur dann zum Ausschluss, wenn die zuständige richtende Person die Ursache für das Blut in der Hilfengebung des Reitenden über das Gebiss sieht.

Wie sieht es nun mit blutenden Nüstern aus?

Nach Reglement führt Nasenbluten nicht zum Ausschluss. Dass eine Aterie mal platze, könne immer passieren. Durch die unglaublich hohe erbrachte Leistung des Tieres und die damit verbundene Herzfrequenz, kamen die unschönen Bilder zustande.

Reiter meldet sich bei Instagram zum Vorfall

Dennoch bleibt zu sagen, dass Kilkenny wohl direkt nach dem Ritt tierärztlich untersucht und auch zur Sicherheit in eine Klinik gebracht wurde. Weitere Untersuchungen ergaben, der Schimmel sei kerngesund. Cian O’Conner meldete sich zum Vorfall auf Instagram. Er hat sich und sein Pferd von den Mannschaftswettbewerben zurück ziehen lassen, obwohl er seitens der FEI hätte reiten dürfen.  Dennoch wird er seine Mannschaft nur noch von unten unterstützen. Mit Hinblick auf die Medien eine wohl weise Entscheidung.

 

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Dramatische Bilder setzten dem Reitsport weiter zu

Denn gerade nach dem Unglück des Schweizer Vielseitigkeitspferdes, kann der Pferdesport diese Bilder nicht gebrauchen.  Bilder, die wieder eine Diskussion um das Tierwohl im Pferdesport auslösen und diesmal wohl gerechtfertigt. Denn die Menschen zu Hause vor ihren Fernsehern sahen nur ein stark blutendes Pferd, welches immer weiter durch den Parcours getrieben wurde. Sie sahen die hohen Hindernisse und am Schluss noch einen Reiter, der enttäuscht war über den einen Zeitfehler.

Quelle: EQWO

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