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Pferdehaltung verändert sich deutlich

von Finia Fischer
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Die Haltung von Pferden hat sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich verändert. Insbesondere mit Blick auf das Tierwohl gibt es Fortschritte. Mancherorts hilft sogar die Computertechnik.

Laut Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN), leben rund 1,3 Millionen Pferde in Deutschland. Die Haltung habe sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich verändert. “Früher erkannte man Pferdeställe und Reitanlagen daran, dass draußen Pferdeanhänger standen. Heute sieht man es daran, dass draußen Pferde stehen”, so Christiane Müller, Sachverständige für Pferdehaltung, -zucht und sport.

Trend zu Offen- und Bewegungsställen

Erfreulicherweise seien Ställe, in denen Pferde im Winter keinen Auslauf haben, nach Einschätzung der Expertin, ein Auslaufmodell. “Es wird das vereinzelt sicher geben, dass Pferde nicht rauskommen – aber das ist jetzt aus der Zeit gefallen.” Das freie Bewegungsangebot sei einer der wichtigsten Faktoren für tiergerechte Pferdehaltung. 

Ein Beispiel ist der Heidehof Wolfsgrund im niedersächsischen Landkreis Rotenburg. Volker Paetzhold, der den Hof betreibt, legt gemeinsam mit seinem Team großen Wert darauf, dass sie sich die Pferde dort wohlfühlen. Dann fühle sich auch der Mensch wohl. Außerdem betont er “Es ist ein Pferdehof, kein Reiterhof.”

Seine Anlage auf der circa 50 Pferde eingestellt sind und versorgt werden, umfasst insgesamt 24 Hektar Fläche. Neben dem Bewegungsstall, Weiden und Auslaufflächen gibt es eine Reithalle, einen Reitplatz, einen Longierzirkel sowie 20 Paddockboxen inklusive täglichem Weidegang. 

Ein Paradies für Pferde und ihre Menschen 

Paetzhold betont die Relevanz von Bewegung, Licht, Abwechslung und Kontakt zu Artgenossen in der Pferdehaltung. 

In dem Bewegungsstall seiner Anlage wird beispielsweise die Fütterung automatisch gesteuert. Mit einem Chip in der Mähne erkennt die Technik wie viel Futter ein Pferde bekommt. Nachdem Fressen haben die Pferde die Möglichkeit das Gelände der Anlage mitsamt verschiedener Untergründe zu erkunden. Außerdem gibt es einen Zugang zur Weide.

Tierwohl immer mehr im Fokus

Zwar gibt es keine Statistiken, aber laut einer Sprecherin des Landwirtschaftsministerium Niedersachsen spielten Offen- und Bewegungsställe eine zunehmend größere Rolle. “Die Konzeption von Neu- und Umbauten tragen dem zunehmenden Tierschutzbewusstsein zunehmend Rechnung und rücken das Tierwohl immer mehr in den Fokus.”

Das Bundesministerium für Landwirtschaft verweist auf das Tierschutzgesetz. Demnach müssen Tiere verhaltensgerecht untergebracht werden. So steht in den “Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltung unter Tierschutzgesichtpunkten” aus dem Jahr 2009 unter anderem: “Allen Pferden, insbesondere aber Zuchtstuten, Fohlen und Jungpferden muss so oft wie möglich Weidegang und/oder Auslauf angeboten werden.”

Pferde ausgeglichen und entspannt

Auch nach Expertenmeinungen wirke sich gute Pferdehaltung deutlich aus. Pferde liebten Licht, Luft, Bewegung und Sozialkontakte. Die Sachverständige Müller sagt dazu: “Wenn sie das in ihrer Haltung – egal in welcher Haltungsform – vorfinden, dann sind sie zufrieden, ausgeglichen und entspannt.

Der 59-Jährige Hofbetreiber habe sich mit verschiedenen Pferdebesitzern und Betrieben ausgetauscht und sieht ebenfalls eine Entwicklung, allerdings gehe es ihm noch viel zu langsam und Betriebe wie seiner seien die Minderheit, “Aber: Es werden mehr.”

Quelle: Berechtesgadener Anzeiger, Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten

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