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Überpopulation: Behörden wollen über 10.000 Wildpferde töten

von Lea Hahnemann
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Der Kosciuszko National Park in Australien ist das Zuhause vieler Wildpferde. Doch mittlerweile sind es zu viele. Nun will man die Überpopulation der Wildpferde einschränken, indem man bis zu 10.000 von ihnen tötet. Diese Maßnahme klingt zunächst überspitzt, jedoch seien Experten der Meinung, dass die Tötung der Wildpferde notwendig ist.

Wildpferde bedrohen gefährdete Arten und Lebensräume

Im Gegensatz zu den USA ist es in Australien durchaus erlaubt, die Tötung einer Tierart als Bekämpfungsmaßnahme anzuwenden. Experten sind der Meinung, dass Wildpferde, auch bekannt als Brumbies, sowohl bedrohte Tierarten als auch Lebensräume des Nationalparks gefährden.

Die Population der Wildpferde wird derzeit auf rund 14.000 Pferde geschätzt. Nun plant man, die Zahl auf 3.000 zu reduzieren, indem man die Tiere abschießt, einfängt und umverlegt. Die Experten der „Australian Academy of Science“ sind sich jedoch sicher, dass die Zahl der Wildpferde noch weiter reduziert werden muss. Mithilfe eines Briefes an den Umweltminister von New South Wales versuchen die Experten ihr Anliegen zu untermauern. Die Überpopulation der Wildpferde verhindert, dass sich die Feuchtgebiete des Nationalparks von der Dürre, den Buschbränden und der Überweidung regenerieren können. Um die Erholung des Gebiets garantieren zu können, sei die massive Reduzierung der Wildpferdepopulation unumgänglich.

Hufe der Wildpferde zerstören die Böden

Doch es gibt nicht nur die eine Seite, die die Tötung der Tiere befürwortet. Tierschützer stellen sich gegen diese Bekämpfungsmaßnahme, da die Pferde für sie ein wichtiger Bestandteil des Kulturerbe seien. Jedoch könne man darauf keine Rücksicht nehmen, denn die Wildpferde würden den Lebensraum von bedrohten Tierarten, wie von der Breitzahnratte und dem alpinen Laubfrosch, gefährden. Die Vegetation des Nationalparks sei nicht für Huftiere ausgerichtet, sondern für Arten wie Wallabys und Kängurus.

Der Ökologe David Watson ist der Meinung, dass sich die Regierung Australiens mit dem Kosciuszko National Park einen äußerst ungünstigen Ort für die Wildpferde ausgesucht hat. Auf diesem kleinen Fleck Erde seien einige Tierarten Zuhause, die sonst nirgendswo mehr leben. Schwere Huftiere und Pflanzenfresser, wie es die Wildpferde sind, würden in solch ein überempfindlichen Gebiet nicht rein passen.

Tötung von Wildpferden notwendig?

Bereits in der Vergangenheit hat die Regierung in Australien versucht, die Population der Wildpferde durch eine Umsiedlung in private Gebiete zu verkleinern. Diese Art der Bekämpfungsmaßnahme zeigt jedoch langfristig keinen Erfolg, weshalb nun auf wirksamere Maßnahmen umgestiegen werden muss. Forscher drängen darauf, zum Wohle des Nationalparks schnellstmöglich zu handeln. Das Problem mit den australischen Wildpferden  ist vergleichbar mit den Wildtieren in Deutschland. Jäger und Förster haben es zur Aufgabe, die Größen der Tierpopulationen kontrollierbar zu halten. So werden die Lebensräume und andere Tierarten geschützt. Das Umsiedeln der Tiere würde, genau wie in Australien, keinen großen Erfolg versprechen.

Quelle: rtl.de

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