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Baden-Württemberger

von Frederieke Wenning
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Der Baden-Württemberger, oder auch die Württemberger Pferderasse genannt, ist ein vielseitiges und geschätztes Reitpferd und kann einige Erfolge im Reitsport erzielen. Dennoch ist die Pferderasse aus Deutschland außerhalb des Reitsports eher unbekannt. Sie sind unterschätzte Freizeitpferde und können dennoch auf eine feste Liebhaber-Gemeinde zurückblicken. Dies liegt nicht zuletzt an der sehr langen Zuchttradition der Baden-Württemberger und dem schönen Erscheinungsbild der Tiere. Die Pferde vereinen in perfekter Harmonie Kraft und Eleganz und führen die Anweisungen ihrer Reiter sehr genau und mit den kleinsten Zeichen aus, weshalb sie besonders im Turniersport und dem Springen beliebte Sportpferde sind.

Die wichtigsten Daten zum Baden-Württemberger im Überblick

  • Ursprung: Deutschland
  • Hauptzuchtgebiet: Baden-Württemberg
  • Typ: Warmblut
  • Verbreitung: International, vor allem in Europa
  • Stockmaß: 165 bis 175 cm
  • Erscheinungsbild: Modernes Sportpferd, elegant und kraftvoll
  • Farbe: Alle Grundfarben sind erlaubt, es gibt meist Braune, Dunkelbraune und Rappen, eher selten sind Schimmel und Füchse
  • Eignung: Dressur, Springen, Freizeit– und Fahrpferd

Wie alt wird ein Württemberger Pferd?

Das Alter des Baden-Württembergers hängt von der Haltung und der Gesundheit der Pferde ab, doch im Durchschnitt erreichen die Warmblutpferde ein Alter von 20 Jahren.

Herkunft der Baden-Württemberger

Die Herkunft des Baden-Württemberger lässt sich direkt am Namen der Pferderasse ablesen. Die Zucht hat eine sehr lange Tradition und wurde von Beginn an in Deutschland im Bundesland Baden-Württemberg gezüchtet. Lange Zeit wurde die Zucht der Baden-Württemberger auf einem Landgestüt in Marbach fokussiert. Damals gab es noch keine ganz einheitliche Linie bei der Zucht und die Pferde wurden vor allem als schwere Arbeitspferde gezüchtet. Das Gestüt wurde bereits im Jahr 1460 von Graf Eberhard V. gegründet. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Besitzer des Gestütes oft und es wurde zwischenzeitlich ausgebaut, um mit einer größeren Zahl an Tieren zu züchten. Obwohl das Ziel eines leistungsstarken und dennoch harmonisch wirkenden Arbeitspferd klar war, wurde die grobe Zuchtlinie oftmals geändert und die Pferde hatten teilweise sehr unterschiedliche Erscheinungsbilder, obwohl sie zur gleichen Zuchtlinie und somit zur frühen Rasse der Baden-Württemberger zählten.

Ein Gestütsbuch und damit eine einheitliche Zuchtlinie gab es erst im Jahr 1895. In diesem Gestütsbuch wurde auch das Zuchtziel genau definiert, es sollte ein Arbeitspferd gezüchtet werden, dass auch über ausgezeichnete Reitfähigkeiten verfügt. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Stuten des Gestütes mit Araberhengsten gekreuzt und später kamen noch die Kaltblutrassen Suffolk und Clydesdales hinzu. Die beiden Kaltblutrassen wurden jedoch nur kurz in der Zucht verwendet, da diese dem Pferd sonst einen zu kräftigen Körperbau verliehen hätten. Einen festen Durchbruch in der Zucht gab es Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Einkreuzung der beiden Normannen Hengste Comet und Faust. Diese hatten einen maßgeblichen Einfluss auf die gesamte Rasse der Baden-Württemberger.

Baden-Württemberger Verkaufspferde bei ehorses

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weniger Arbeitspferde benötigt, weshalb beschlossen wurde die Baden-Württemberger weiter zu veredeln und deren sportlichen Ausprägung weiter zu verstärken. Hierfür wurde der Hengst Julmond in die Zucht eingebracht. Die eher kräftige Linie wird ab diesem Zeitpunkt als Altwürttemberger bezeichnet und wird als eigenständige Rasse weitergezüchtet, wobei diese heute vom Aussterben bedroht ist und wenige Liebhaber dieser besonderen Pferde versuchen die Zucht aufrecht zu erhalten. Die neuen veredelten Pferde wurden weiter als Baden-Württemberger gezüchtet und mit weiteren Warmblutrassen wie den Trakehnern veredelt bis zu ihrem heutigen Erscheinungsbild. Dadurch hat sich auch ihre Eignung geändert, sie sind nun sehr sportliche Dressur, Spring und Freizeitpferde, die aufgrund ihrer doch noch kräftigen Erscheinung auch als Fahrpferd genutzt werden können.

Wie groß ist ein Württemberger Pferd?

Das Stockmaß bei den Baden-Württembergern variiert zwischen 165 cm bis 175 cm, wobei die Hengste meist an der Grenze zum oberen Stockmaß sind und eher die Stuten zu den kleineren Vertretern der Rasse gehören.

Beschreibung des Exterieurs

Durch die verschiedenen Einflüsse von kräftigen Kaltblutrassen und dem lange Zeit verfolgten Zuchtziel des Arbeiterpferdes ist auch das moderne Baden-Württemberger Pferd ein eher kräftiges Warmblut, welches dennoch ein solides und erfolgreiches Sportpferd darstellt. Es ist im Exterieur vergleichbar mit anderen Deutschen Warmblutrassen und wirkt gerade beim Ritt besonders elegant und großlinig.

Die sportliche Erscheinung in Verbindung mit der Kraft und der ruhigen Art des Kaltblutes ergeben auch im Körperbau eine harmonische Verbindung. Der Kopf des Baden-Württemberger ist trocken und besitzt viel Ausdruckskraft, die durch die großen Augen und die mittellangen Ohren unterstützt wird. Der Hals ist leicht geschwungen und wirkt elegant und eher lang. Der Rücken hat eine gute Sattellänge und ist kräftig, wodurch der Reiter einen besonders stabilen und komfortablen Sitz hat. Die Gliedmaßen sind schlank und dennoch gut bemuskelt für einen sicheren Tritt und hohe Sprungkraft.

Das Stockmaß liegt zwischen 165 und 175 cm, wobei die Hengste meist größer sind als die Stuten und es eher selten Hengste und Wallache gibt die nur 165 cm groß sind. Als Fellfarben sind alle Farben erlaubt, besonders oft werden Braune, Dunkelbraune und Rappen geboren. Schimmel und Füchse gibt es eher selten.

Beschreibung des Interieurs

Ein Baden-Württemberger ist ein modernes Sportpferd mit einem hohen Arbeitswillen und einem ausgeglichenen Temperament. Dabei ist das Warmblut leicht zu motivieren und lässt sich von seinem Reiter einfach führen. Den Menschen gegenüber ist ein Baden-Württemberger gutmütig und aufgeschlossen, wobei es auch zur Sensibilität neigt. Werden die Tiere mit einer groben Hand geführt oder haben kein Vertrauen zu ihrem Reiter, können sie nervös werden. Ein geduldiger und sanfter Umgang mit dem Baden-Württemberger ist daher unerlässlich, wenn die Tiere ihrem Reiter Vertrauen, zeigen sie ihr sportliches Können und sind besonders in der Dressur und dem Springen sehr erfolgreich.

Für Anfänger ist das Baden-Württemberger eher nicht geeignet, da seine sensible Art grobe Reitfehler nicht gut verzeiht. Das Pferd merkt, wenn der Reiter unsicher ist und kann so kein Vertrauen. Nervosität und teilweise sogar Scheu können die Folge sein.

Was wiegt ein Württemberger Pferd?

Im Durchschnitt wiegen die Pferde zwischen 550 kg und 600 kg. Die Altwürttemberger sind jedoch etwas schwerer.

Besondere Eigenschaften des Baden-Württemberger

Der Baden-Württemberger ist eine Warmblutrasse mit langer Tradition. Obwohl das ursprüngliche Zuchtziel eines Arbeitspferdes in ein Sportpferd geändert wurde und es lange Zeit keine einheitliche Linie der Rasse gab, hat das Baden-Württemberger einige Besonderheiten, die es von anderen Warmblutrassen unterscheidet. Eine Fähigkeit, die bei den Baden-Württemberger Warmblut besonders hervorsticht, ist die hervorragende Rittigkeit des Tieres. Die Pferde haben die besten Voraussetzungen, um auch bei Turnieren in der Dressur und dem Springsport erfolge zu erzielen.

Es ist dabei nicht nur geeignet, um als Freizeitpferd für erfahrene Reiter mit sportlichem Ehrgeiz zu dienen, sondern auch als Fahrpferd geeignet. Die edlen Tiere haben im Gespann eine besondere Ausstrahlung und werden daher auch gerne bei Veranstaltungen als Fahrpferde genutzt, wobei hier vor allem die Wesensfesten und erfahrenen Pferde zum Einsatz kommen.

Die teilweise sensible Art des Baden-Württemberger Warmblutes kann ebenfalls als Besonderheit angesehen werden, gerade da diese Rasse als Arbeitspferd ursprünglich gedacht war und mit verschiedenen Kaltblutrassen gekreuzt wurde.

Bekannte Pferde unter den Baden-Württemberger

Die Baden-Württemberger können auf eine lange Zuchttradition zurückblicken und es gibt zahlreiche Pferde dieser Rasse, die im Sport hohe Ziele erreichen konnten. Besonders herausstechend dabei waren zwei Tiere, die es zu weltweitem Ruhm in der Welt der Pferdeliebhaber geschafft haben. Zu diesen beiden Pferden gehört die Stute Girasol, der zusammen mit seiner Reiterin Nadine Capellman im Jahr 2013 den Grand Prix in der Kür gewann.

Ein Hengst, der außergewöhnliche sportliche Erfolge errungen hat, ist der Hengst Ulysse des Prés. Dieser wird zu den erfolgreichsten Springpferden weltweit gezählt und ist als Deckhengst mittlerweile beinahe ausschlaggebend für die Zucht. Nachkommen des Pferdes sind hochbegehrt.

Wo kann man ein Württemberger Pferd kaufen?

Es gibt mehrere Gestüte, die sich auf die Zucht von Baden-Württembergern spezialisiert haben und die Pferde auch verkaufen. Wer sich nicht direkt an ein Gestüt wenden möchte, kann auf der Verkaufsplattform von ehorses nach einem Tier suchen. Hier bieten Händler und Privatleute ihre Pferde zum Verkauf an.

Baden-Württemberger im Video

Der Artikel über den Baden-Württemberger hat Dich überzeugt? Dann schau Dir dieses Video an, um ein noch besseres Bild der Rasse zu bekommen:

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