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Rottaler

von Frederieke Wenning
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ehorses Trainingstagebuch

Beim Rottaler Pferd handelt es sich um ein ebenso kräftiges wie edles Warmblut, das aus dem niederbayerischen Rottal stammt. Die schon früh gezüchtete Pferderasse geht in ihrem Ursprung bis in das 10. Jahrhundert zurück, ist heute aber sehr gering verbreitet und ihrem Bestand gefährdet. Sie eine der seltensten europäischen Pferderassen überhaupt und gilt als vom Aussterben bedroht. Dennoch besteht eine geringe Population, deren Erhaltungszucht sich vor allem auf das Heimatgebiet rund um Rottal in Niederbayern konzentriert und die Entwicklung eines vielseitig einsetzbaren Sportpferdes vorsieht.

Wichtige Daten zum Rottaler im Überblick

  • Ursprung: Deutschland
  • Hauptzuchtgebiet: Deutschland
  • Verbreitung: Deutschland, Österreich, Schweiz
  • Stockmaß: ca. 160 – 165cm
  • Gewicht: 550 bis 600 kg
  • Erscheinungsbild: mittelgroßes Warmblut
  • Farben: alle Farben
  • Haupteinsatzgebiet: Reit- und Fahrpferd

Die Zuchtgeschichte des Rottalers

Die Pferderasse Rottaler stammt in ihrem Ursprung aus dem niederbayerischen Rottal und geht bis in das 9. Jahrhundert zurück. Neben der ostfriesischen Zucht ist der Rottaler die nachweislich älteste historisch belegte Pferdezucht Deutschlands. Im gleichnamigen Rottal wurden schon früh Pferde und Kleinpferde auf Basis von ungarischen Beutepferden mit dem Blut vom Araber gezüchtet. Neben einer Vielzahl an unterschiedlichen Pferdetypen dienten insbesondere diese Pferde mit arabischer Blutführung, einhergehend mit unterschiedlichen Einkreuzungen, als Grundlage für die Zucht des Rottalers. Wurden zuvor alle rund um Rottal gezüchteten Pferde als Rottaler bezeichnet, so bekam die Rassebezeichnung hierdurch zum ersten Mal eine konkrete Bedeutung, auch wenn der eigentliche Rassebegriff erst Ende des 19. Jahrhunderts erwähnt wurde. Im 16. Jahrhundert sollte die Landrasse veredelt werden.

Zu diesem Zweck ließ Herzog Albrecht IV. im Jahr 1558 wertvolle Deckhengste auf Klosterhöfe verteilen. Die schnellen und ausdauernden Pferde kamen später als Militärpferd der Artillerie zum Einsatz und wurden zugleich als Reitpferde geschätzt. Daneben züchteten auch die Bauern weiterhin ihre eigenen Rottaler für ihre Zwecke als Arbeitspferd. So war die Rasse bis in die 1950er Jahre hinein die wichtigste Warmblutpopulation Bayerns. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es jedoch mehr und mehr zu einer Veränderung der bayerischen Pferdezucht, weg vom Wirtschaftspferd hin zu einem reinen Sportpferd. Dies bedeutete beinahe das Ende der Population.

Viele Sportpferde tragen allerdings noch heute Blutanteile des Rottalers in sich, da die Zucht gegen Ende des 20. Jahrhunderts zum Großteil im Bayerischen Warmblut aufging. Einige Pferde blieben jedoch erhalten. Dadurch konnte im Jahr 1994 eine Neuauflage des Zuchtbuchs mit 22 Tieren erfolgen, um die Rasse zu erhalten und ausgehend von der ursprünglichen Mutterlinie einen vielseitig einsetzbaren und formschönen Rottaler zu züchten. Seither hat sich die Population allmählich erholt und steigt sogar zum Teil an, zumal das Bundesland Bayern eine staatliche Förderung der Zucht eingeführt hat. Dennoch ist der Rottaler in seinem Bestand gefährdet und gilt als vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse sowie als seltenste Pferderasse in Europa.

Die heutige Zucht des Rottalers bezweckt die Erhaltung der originalen Mutterlinie, beruhend auf dem Rottaler Stutbuch, das erstmals im Jahr 1907 eröffnet und 1994 erneuert wurde. Damit ist die Zucht eine Erhaltungszucht. In das Stutbuch, das von dem Regionalverband Niederbayern-Oberpfalz betreut wird, können alle Pferde eingetragen werden, deren Abstammungen denen bis 1963 eingetragenen Abstammungen entsprechen.

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Wie groß werden Rottaler Pferde?

Das Stockmaß liegt bei den vielseitigen Tieren bei 160 bis 165 cm.

Das Exterieur des Rottalers

Der Rottaler steht im Typ eines kräftigen, mittelgroß gebauten und edlen Warmbluts und zeichnet sich durch einen harmonischen Körperbau sowie ein Stockmaß von etwa 160 bis 165 Zentimetern aus. Der Kopf präsentiert sich sehr edel, ausdrucksvoll, breit und gefällig und geht in einen breit angesetzten Hals über, der im Genick ausreichend leicht erscheint. Kennzeichnend sind für das Gebäude außerdem eine tiefe und breite Brust mit einem idealen Umfang von 200 Zentimetern sowie eine gut bemuskelte und harmonische Kruppe. Das Fundament soll sich trocken, korrekt gebaut und kräftig mit gut ausgeprägten Gelenken und starken Knochen zeigen. Erwünscht ist ein Röhrbeinumfang von 20 Zentimetern. Hinsichtlich der Fellfarbe sollen möglichst gedeckte Farben und nur wenig Kopf- oder Beinabzeichen vorkommen. Meist sind Rottaler, wie beispielsweise auch das Saddlebred, Braune oder Rappen, während der Schecke oder Pferde mit anderen auffälligen Abzeichen nicht dem favorisierten Zuchtziel entsprechen.

Wie schwer werden Rottaler Pferde?

Das Rottaler Pferd hat im Durchschnitt ein Gewicht von 550 kg bis 600 kg.

Beschreibung des Interieurs

Da der Rottaler ein Vielzweckpferd mit Eignung zum Arbeitspferd ist, besitzt er ein ausgeglichenes und geduldiges Wesen. Die Tiere sind nicht schreckhaft und lassen sich auch von unerfahrenen Reitern gut führen. Diese positiven Charaktereigenschaften machen die Rottaler zu sehr verlässlichen Reitpferden und zu guten Kutschpferden. Im Gespann sind sie freundlich und friedlich, auch dem anderen Pferd gegenüber. Bei der Zucht der Tiere wird auch der Charakter des jeweiligen Pferdes geprüft, damit die freundliche, gutmütige und ausgeglichen Art in der Rasse erhalten bleibt. Einige Halter setzen die Tiere sogar als Therapiepferde ein, da sie einen sehr guten Bezug zu Menschen haben, auch wenn sie diese noch nicht kennen.

Was ist die seltenste Pferderasse?

Das Rottaler Pferd gehört zu den seltensten Pferderassen in Deutschland und Europa. Am seltensten ist jedoch eine kleine Wildpferderasse in der Mongolei, von der es nur noch wenige hundert Tiere gibt.

Wissenswertes über die Rottaler

Der Rottaler ist eine sehr besondere Pferderasse, da diese auf eine lange Tradition zurückblicken können und beinahe ausgestorben wären. Die Rasse befindet sich seit vielen Jahren auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten und ist eine der seltensten Pferderassen. Als die Rasse kurz vor dem endgültigen Verschwinden stand, wurde im Jahr 1990 mit den letzten beiden Hengsten und den verbleibenden Stuten ein Zuchtprogramm zur Rettung der Art ins Leben gerufen. Das Programm hatte Erfolg und es gibt auch heute noch Züchter der Rottaler Pferde. Dennoch ist die Art bedroht und jedes Tier ist ein besonderer Schatz für die Art.

Wie viele Rottaler Pferde gibt es?

Da es einige Tiere dieser seltenen Rasse auch in privaten Händen gibt, ist die genaue Zahl der Pferde unbekannt. Die Schätzungen von Experten und Zuchtverbänden gehen von rund 400 Tieren aus.

Einsatzmöglichkeiten

Aufgrund seines charakterlich einwandfreien und umgänglichen Wesens eignet sich der Rottaler für alle Reit-, Zug- und Fahrzwecke. Ob als Reitpferd für die Dressur, als Familien– und Freizeitpferd oder für das Fahren, die Rasse ist vielseitig einsetzbar. So können Rottaler auch als Springpferde oder Westernpferde sowie zum Voltigieren oder im Bereich der Therapie mit Pferden Verwendung finden. In den Reitdisziplinen präsentieren sie sich mit raumgreifenden und schwungvollen Gängen. Als Freizeitpferd machen sie aufgrund ihrer freundlichen Art so manchem Kleinpferd und Pony, wie dem Falabella oder dem beliebten Shetlandpony, Konkurrenz.

Weitere Bezeichnungen

Da dem Rottaler in früheren Zeiten eine wichtige Bedeutung als Kutschpferd zukam, wird er bis heute auch als Rottaler Kutschpferd bezeichnet.

Förderkreis und Freunde des Rottaler Pferdes

Zur Unterstützung der Erhaltungszucht und Koordinierung gemeinsamer Aktionen und Schauprogramme haben sich rund 50 Mitglieder aus ganz Deutschland zum Förderkreis des Rottaler Pferdes zusammengeschlossen. Der Mittelpunkt der Aktivitäten liegt entsprechend des Heimatgebietes der Rasse in Niederbayern, aber auch über die Region hinaus gibt es einige engagierte Züchter. Der Rottaler wird unter anderem auf Schauen und auf Veranstaltungen wie der Münchener „Pferd International“ oder der „Grünen Woche“ in Berlin präsentiert.

Bekannte Pferde der Rasse

Da die Pferderasse stark bedroht ist, gibt es in ganz Deutschland nur wenige Tiere und es haben bisher noch keine Rottaler bei Film und Fernsehen mitgespielt.

Es gibt dennoch Tiere, die innerhalb der Rasse bekannter sind und deren Name bei Pferdeliebhabern ein Begriff ist. So kennt jeder Freund der Rasse das Gutshotel Feuerschwendt in Neukirchen v. Wald. Das Hotel verfügt über eine große Reitanlage und züchtet bereits seit vielen Jahren die Rottaler als vielseitige Fahrpferde und Reitpferde. Die Gäste des Hotels können die Pferde während ihres Urlaubes bewundern und auch an den Kutschfahrten teilnehmen. Auf dem Hof befindet sich auch der bekannte Hengst Lando 52. Dieser ist einer der berühmtesten Vertreter der Rottaler und konnte mit seinem Reiter Udo Bosch viele Erfolge in der Grand Prix Klasse in der Dressur erreichen. Auf dem Gut dient er als Zuchthengst und sorgt für reichlich Nachwuchs, der hoffentlich ebenso talentiert wird wie sein Vater.

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