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Ukrainer Pferd

von Frederieke Wenning
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Das Ukrainer Pferd stammt ursprünglich aus Ungarn, es überzeugt neben seinem sportlichen Körperbau auch durch seinen reinen Charakter. Alles über das Ukrainer Pferd erfährst Du in diesem Artikel.

Wichtige Daten im Überblick

  • Ursprung: Ungarn
  • Hauptzuchtgebiet: Ungarn und Ukraine
  • Verbreitung: Europa, vor allem Ukraine
  • Stockmaß: etwa 160-165 cm
  • Gewicht: ca. 600 kg
  • Erscheinungsbild: sportlicher, aber kräftiger Körperbau mit proportionalen Beinen
  • Farben: vor allem Braune, Rappen und Füchse
  • Haupteinsatzgebiet: sehr vielseitig, von Sport- bis hin zum Freizeitpferd überall vertreten

Die Zuchtgeschichte des Ukrainer Pferdes

Die Geschichte der Ukrainerzucht beginnt schon im 18. Jahrhundert, in dem die Saporoger Kosaken am Dnjepr mit ihrer Pferdezucht begannen. Die Zucht wurde später in diesem Gebiet durch Graf Orlow-Tschesmenskoj im Jahr 1757-1809 fortgeführt, welcher die Orlow-Rasse gründete. Auch Graf Rostoptschin züchtete hier Pferde und gründete in den Jahren 1763-1826 die Rostoptschiner-Rasse. Die beiden Rassen wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dann zur Orlow-Rostoptschiner-Rasse zusammengeführt. Die Rasse ging während des Ersten Weltkrieges und der Oktoberrevolution fast komplett unter, sodass 1930 nur noch wenige Pferde der Rasse lebten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde dann mit der Zucht des schlussendlichen Ukrainer Pferdes begonnen, welches auf den Eigenschaften des Orlow-Rostopchiner basiert. Es wurde zunächst in den Gebieten Dnjepropetrovsk und Yagolnitsk damit gestartet, das Zuchtziel festzulegen. Es sollte ein elegantes und leistungsfähiges Pferd gezüchtet werden, das im Trakehnertyp steht und den Ansprüchen an ein modernes Sportpferd gerecht wird. Zu Beginn der Zucht paarte man Stuten der ungarischen Rassen Nonius, Furioso-Northstar und Gidran mit Trakehner-, Hannoveraner- und Englischen Vollbluthengsten. Hier wurde besonders viel Wert darauf gelegt, dass die Pferde genug Blut der Orlow-Rostopchiner besaßen, da diesen viel Potenzial für den Dressursport zugesprochen wurde. Im weiteren Verlauf der Zucht wurden nur Pferde eingesetzt, die dem gewünschten Typ entsprachen, um die Rasse noch mehr an die ausgewählten Werte anzupassen. So entstand ein Pferd, das ein kräftiges Fundament besitzt, ein elegantes Äußeres aufweist und eine gute Leistungsfähigkeit mitbringt.

Die Entstehung des Ukrainer Pferdes geht schlussendlich auf drei Gruppen zurück: die englisch-russisch-trakehnische, die russisch-trakehnisch-ungarische und die englisch-hannoveranisch-ungarische. Heute gibt es sowohl in der Ukraine als auch in anderen europäischen Ländern wie Deutschland Züchter, bei denen man die Pferde kaufen kann

Ukrainer Pferd – Exterieur

Das Stockmaß des Ukrainers beträgt etwa 160 cm, womit die Rasse eher klein und kompakt ist. Farblich kommen besonders oft Füchse, aber auch Braune und Rappen vor. Schimmel und andere Fellfarben sind selten. Vom Körperbau steht der Ukrainer im sportlichen Typ. Auch, wenn sie keine Vollblüter sind, lassen sich einige Gemeinsamkeiten im Vergleich mit den Anglo-Arabern feststellen. Der elegante Körper ist trotz der feinen Muskulatur kräftig und stark. Ein gleichmäßig bemuskelter Hals bildet den Übergang zum Kopf, welcher teils etwas groß ist. Der Kopf ist gerade geschnitten und besitzt große Augen, eher weite Nüstern und mittelgroße Ohren, die proportional zueinander angeordnet sind. Ein fülliger Schopf und eine passende Mähne runden den vorderen Bereich des Körpers ab. Der Rücken ist leicht geschwungen und endet in einer kräftigen Hinterhand. Die Beine sind stark, aber nicht zu schwer gebaut, sie gehen in stabile Hufe über. Der Schweif ist meist füllig und besitzt teils leichte Wellen.

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Wie groß wird ein Ukrainer?

Ukrainer Pferde werden bis zu 165 cm groß. Die Pferde sind meist eher klein und kompakt.

Interieur

Ukrainer Pferde sind sehr gutmütige Tiere, die ihrem Reiter gefallen möchten. Neben ihrem sanftmütigen Charakter und ihrer freundlichen Art gegenüber Menschen überzeugen sie auch durch ihre hohe Leistungsbereitschaft, die dafür sorgt, dass die Pferde ihre Aufgabe immer mit hoher Konzentration erledigen und dabei ihr Bestes geben. Die meisten Pferde der Rasse haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang bzw. ein Bewegungsbedürfnis, welches sie auch ausleben möchten. Im Gegenzug zu dieser Forderung enttäuschen sie ihren Reiter jedoch im Sport sehr selten und zeigen hier ihr Können. Der Ukrainer ist immer neugierig auf neue Aufgaben und Lektionen. Er lernt diese zügig und ist so gut wie immer bei der Sache.

Wie schwer werden Ukrainer?

Je nach Muskelmasse wiegt ein Ukrainer etwa 600 bis maximal 800 kg

Häufige Krankheiten und besondere Merkmale

Wie bei jeder anderen Rasse auch sollte bei der Haltung eines Ukrainers viel Wert auf ausreichend Bewegung auf der Koppel oder dem Paddock sowie eine gute Boxenhygiene geachtet werden. Auch das Futter sollte frisch sein und an die Bedürfnisse des entsprechenden Pferdes angepasst werden. Heu sollte ausreichend gefüttert werden und dieses sollte frei von Giftpflanzen und möglichst staubarm sein. Außerdem sollte das Pferd natürlich auch äußerlich gepflegt und regelmäßig gebürstet werden.

Der Ukrainer ist durch seine Sportlichkeit bzw. vor allem, wenn dieser im hohen Sport eingesetzt wird, etwas anfällig für Verletzungen der Bänder und Sehnen. Es sollte somit darauf geachtet werden, dass das Pferd für eine ausreichende Zeit warmgeritten wird, um die Sehnen, Bänder und auch die Gelenke geschmeidiger werden zu lassen. Teilweise ist auch der Magen des Ukrainer Pferdes leicht empfindlich und es kommt vor, dass Pferde der Rasse etwas schwerfuttrig sind. Es hilft in diesem Fall, ein leicht verträgliches Futter zu füttern bzw. darauf zu achten, was für das Pferd am besten ist. Für Erbkrankheiten ist die Rasse eher weniger empfindlich, diese kommen sehr selten vor. Es kann trotz allem natürlich in einzelnen Fällen dazu kommen, dass ein Ukrainer an einer anderen Krankheit erkrankt, jedoch ist die Rasse generell recht unempfindlich und es wurde bei der Zucht auf eine gute Grundgesundheit geachtet.

Wie alt werden Ukrainer?

Die Rasse besitzt eine recht hohe Lebenserwartung von etwa 30 Jahren.

Wo wird das Ukrainer Pferd eingesetzt?

Das Ukrainer Pferd ist durch seine sportliche Einstellung und seinen beweglichen Körperbau vor allem bei ambitionierten ReiterInnen beliebt und wird häufig auch für den hohen Sport bis zur Klasse S eingesetzt. Durch seinen doch recht feinen Körper wirkt der Ukrainer in der Dressur sehr elegant und überzeugt auch mit seinen meist weichen Gängen. Doch auch im Springen, in der Vielseitigkeit sowie im Rennsport wird die Rasse geschätzt und lenkt hier alle Blicke auf sich. Vor allem die kräftige Hinterhand und der starke Vorwärtsdrang machen das Ukrainer Pferd zum perfekten Partner für diese anspruchsvollen Disziplinen.

Des Weiteren wird der Ukrainer auch bei den sogenannten „Mounted Games“ oder generell beim Trickreiten eingesetzt. Sein Geschick und die hohe Aufmerksamkeitsfähigkeit sind hier besonders förderlich. Doch auch Freizeitreiter werden nicht enttäuscht – neben der Sportlichkeit verfügt die Rasse auch über einen meist gutmütigen und ruhigen Charakter, sodass sie ihren Reiter auch beim Reiten im Freizeitbereich glücklich macht. Generell gilt, dass es bei jeder Rasse charakterunterschiedliche Pferde gibt, wodurch es teilweise zu Abweichungen kommen kann.

Wofür sind Ukrainer geeignet?

Ukrainer sind sehr vielseitig und eignen sich sowohl für den Freizeit- als auch Sportbereich im Reitsport.

Bekannte Pferde im Sport und Fernsehen

Vor allem im Sport gibt es viele erfolgreiche Pferde der Rasse, die hier auch einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzen. Auch im Fernsehen ist die Rasse vertreten, es werden jedoch keine Pferde aus diesem Bereich namentlich genannt. Vor allem in der Zucht gibt es allerdings einige Ukrainer, die sehr berühmt sind und auch viele Nachkommen gezeugt haben. Hierzu gehören zum Beispiel der Orlow-Rostopchiner Hengst „Buket„, welcher der letzte seiner Rasse ist. Auch sein Sohn „Bespetschny“ ist recht bekannt geworden, indem er die Zucht vorangetrieben hat. Er wurde aus der Trakehnerstute „Plastik“ gezogen.

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