Home PferdewissenPferdekaufDiese 5 Fehler darfst du beim Pferdekauf niemals machen!

Diese 5 Fehler darfst du beim Pferdekauf niemals machen!

von Michelle Breitenfeld

Das Herz klopft, der Blick ist sanft und die Chemie scheint perfekt: Wer ein Pferd kauft, befindet sich emotional im Ausnahmezustand. Doch genau diese Euphorie ist der größte Risikofaktor. In der Welt des Pferdekaufs lauern Fallstricke, die aus dem großen Glück schnell eine finanzielle und psychische Belastungsprobe machen können. Damit dein Weg zum eigenen Pferd sicher verläuft, decken wir die fünf häufigsten Fehler auf – und zeigen dir, wie du sie vermeidest.

1. Fehler

Die emotionale Falle: Wenn Optik über Eignung siegt

Es ist der Klassiker unter den Fehlkäufen: Man verliebt sich in das glänzende Fell, die ausdrucksstarke Blesse oder das beeindruckende Gangwerk. Doch ein Pferd ist kein Accessoire, sondern ein Partner für ein Leben. Der häufigste Fehler ist es, ein Tier zu wählen, das schlichtweg nicht zum eigenen reiterlichen Können oder zum geplanten Alltag passt. Ein hochsensibles Nachwuchspferd in den Händen eines unsicheren Freizeitreiters führt fast immer zu Frust und gefährlichen Situationen.

Die Lösung: Erstelle ein ehrliches Anforderungsprofil. Welches Pferd passt zu dir? Ist das Pferd für die Disziplin ausgebildet, die du wirklich reiten willst? Harmonie und ein passender Charakter schlagen Optik und Abstammung in jedem Fall.

2. Fehler

Der „Blindflug“: Aus falscher Sparsamkeit auf die AKU verzichten

„Das Pferd lief beim Probereiten doch völlig klar!“ – ein Satz, der oft der Anfang vom Ende ist. Viele Käufer scheuen die Kosten für eine umfassende Ankaufsuntersuchung (AKU), besonders wenn das Pferd im unteren Preissegment liegt. Doch versteckte Mängel wie beginnende Arthrose, Herzfehler oder chronische Atemwegserkrankungen sind für Laien beim Vorreiten unsichtbar. Ohne eine fundierte tierärztliche Begutachtung kaufst du die sprichwörtliche Katze im Sack.

Ein ehrlicher Blick auf die gesundheitliche Basis ist durch nichts zu ersetzen ist. Eine AKU ist kein Misstrauensvotum gegen den Verkäufer, sondern deine lebenswichtige Versicherung gegen böse Überraschungen nach dem Kauf.

3. Fehler

Das Schnäppchen-Syndrom: Zu gut, um wahr zu sein

Das Internet ist voll von verlockenden Angeboten: Ein top ausgebildetes Pferd für die Hälfte des Marktpreises, oft mit einer herzzerreißenden Geschichte verknüpft. Doch im professionellen Pferdemarkt gibt es kaum Geschenke. Besonders bei vermeintlichen Schnäppchen aus dem Ausland ist Vorsicht geboten. Betrüger fordern oft Vorabüberweisungen für Transportkosten oder Reservierungen, für Pferde, die gar nicht existieren.

Sicherer suchen: Nutze etablierte Plattformen wie ehorses, den weltweit größten Pferdemarkt. Hier profitierst du von Sicherheitsmechanismen und transparenten Anbieterprofilen. Wenn ein Preis unrealistisch niedrig erscheint, ist er das meistens auch. Vergleiche Preise kritisch und lass dich niemals zu schnellen Zahlungen drängen.

4. Fehler

Die Rechts-Lücke: Handschlag-Käufe ohne Substanz

Ein Pferdekauf ist letztlich ein Rechtsgeschäft. Wer auf einen schriftlichen, detaillierten Kaufvertrag verzichtet, steht im Streitfall oft vor dem Ruin. Was wurde über den Ausbildungsstand zugesichert? Welche Vorerkrankungen wurden erwähnt? Ohne Vertrag ist es fast unmöglich, Ansprüche bei Mängeln geltend zu machen oder ein Rückgaberecht durchzusetzen.

Dein Schutzschild: Ein Kaufvertrag schützt beide Parteien. Er hält den Gesundheitszustand, den Verwendungszweck und alle Zahlungsmodalitäten fest. Nutze beispielsweise unsere Mustervorlage, um sicherzustellen, dass keine unwirksamen Klauseln enthalten sind, die dich im Ernstfall im Regen stehen lassen.

Ein Pferdekauf ist der Beginn einer lebenslangen Partnerschaft. Unsere Mission bei ehorses ist es, dass dieser Start nicht nur von Leidenschaft, sondern vor allem von Transparenz und Sicherheit geprägt ist, denn nur ein fundierter Kauf führt zu langfristigem Glück im Sattel.

Michelle
Redakteurin bei ehorses

5. Fehler

Das Zeit-Vakuum: Versicherungsschutz erst „irgendwann“ abschließen

Viele Neubesitzer denken erst Wochen nach dem Einzug des Pferdes über Versicherungen nach. Das ist brandgefährlich. Ein Pferd kann sich bereits beim ersten Ausladen im neuen Stall verletzen oder eine Stresskolik erleiden. Ohne sofortigen Schutz sitzt du auf Klinikkosten, die schnell in den fünfstelligen Bereich steigen können. Zudem ist die Haftpflichtversicherung vom ersten Tag an unverzichtbar – denn als Tierhalter haftest du für jeden Schaden, den dein Pferd verursacht, unabhängig von deiner Schuld.

Der Profi-Tipp: Schließe den Versicherungsschutz bereits ab, bevor der Transport startet. So startest du mit dem sicheren Gefühl in dein neues Abenteuer, dass die bestmögliche medizinische Versorgung deines Pferdes jederzeit finanziell abgesichert ist.

Auf einen Blick: Die 5 größten Fehler beim Pferdekauf

  • Kauf nach Optik statt Eignung: Lass dich nicht von der Farbe oder einer schicken Blesse blenden. Ein Pferd muss zu deinem reiterlichen Können passen – nicht nur auf das nächste Instagram-Foto.
  • Verzicht auf die Ankaufsuntersuchung (AKU): Wer hier spart, zahlt später oft das Vielfache an Tierarztkosten. Die AKU ist dein einziger objektiver Blick auf den Gesundheitszustand und schützt dich vor versteckten, chronischen Krankheiten.
  • Jagd nach unrealistischen Schnäppchen: Ein top ausgebildetes Pferd weit unter Marktwert ist fast immer ein Warnsignal für Betrug oder gesundheitliche Mängel. Vertraue auf seriöse Plattformen wie ehorses und meide dubias Vorabüberweisungen.
  • Fehlender oder lückenhafter Kaufvertrag: Ein Handschlag reicht nicht aus. Nur ein schriftlicher Vertrag fixiert zugesicherte Eigenschaften, den Gesundheitszustand und rechtliche Rahmenbedingungen wie das Rückgaberecht.
  • Fehlende Absicherung am „Tag X“: Unfälle passieren oft direkt nach dem Umzug. Wer ohne Haftpflicht und OP-Versicherung startet, trägt das volle finanzielle Risiko ab der ersten Minute. Schließe deinen Schutz ab, bevor der Hänger auf den Hof rollt.

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Fragen & Antworten

Ein Mangel beim Pferdekauf liegt vor, wenn der tatsächliche Zustand des Tieres negativ von der vertraglich vereinbarten Beschaffenheit abweicht, wie etwa bei chronischen Krankheiten, Lahmheiten oder erheblichen Verhaltensauffälligkeiten wie Koppen. Rechtlich relevant sind dabei vor allem Defizite, die bereits bei der Übergabe bestanden und die Eignung des Pferdes als Reit- oder Sportpartner wesentlich einschränken. Je nachdem, ob du bei einem Händler oder von privat kaufst, ergeben sich daraus unterschiedliche Ansprüche auf Preisminderung oder Rückabwicklung des Kaufs.

Es ist eine schmerzhafte Entscheidung, wenn du merkst, dass dein Herzenspferd nicht das ist, was dir versprochen wurde. Rechtlich gilt dein Pferd zwar als Lebewesen, wird aber im Kaufrecht wie eine Sache behandelt: Beim Kauf vom Händler hast du meist zwei Jahre Gewährleistung, während diese bei Privatverkäufen oft im Kaufvertrag wirksam ausgeschlossen wird. Schau daher unbedingt zuerst in deinen Vertrag, was dort zu Mängeln und Fristen geregelt ist und zögere nicht, im Zweifel einen spezialisierten Anwalt für Pferderecht zu kontaktieren, damit du und dein Tier zu eurem Recht kommt.

Beim Kauf deines neuen Pferdes solltest du dein Herz niemals ohne deinen Verstand entscheiden lassen, damit die gemeinsame Reise nicht in Enttäuschung endet. Achte vor allem auf eine gründliche Ankaufsuntersuchung (AKU) durch einen Tierarzt deines Vertrauens, prüfe im Kaufvertrag genau die zugesicherten Eigenschaften und lass dir ausreichend Zeit für ein Probereiten in gewohnter Umgebung des Pferdes. Es ist dein gutes Recht, jede Unsicherheit anzusprechen und im Zweifel einen Experten oder Anwalt hinzuzuziehen, denn ein Pferd ist kein Umtauschobjekt, sondern ein Lebewesen, das zu dir und deinen Fähigkeiten passen muss.

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