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Stutenstamm – So findest Du den richtigen Hengst für Deine Stute

von Pia Mross
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Wie heutzutage in der Pferdezucht weithin bekannt ist, liegt der Erfolg einer guten Zucht in einem hervorragenden Stutenstamm. Viele Neuzüchter orientieren sich bei der Auswahl eines passenden Hengstes für die eigene Stute sehr stark am Deckhengst. Wichtig ist es jedoch, nicht nur dessen Einzelleistung im Blick zu behalten, sondern auch seinen Mutterstamm. Wichtige Tipps zum Thema Stutenstamm findest Du in diesem Artikel.

Der Mutterstamm/Stutenstamm bei Pferden

In der gut etablierten und sorgfältig betriebenen Zucht spielt der Mutterstamm eine enorm wichtige Rolle, an dem sich kontinuierliche Qualität für den erfahrenen Züchter ablesen lässt. Als Mutterstamm, oder auch Stutenstamm, wird die in den Papieren eines Pferdes verfolgbare Seite der jeweiligen Mutterstute bezeichnet. Wer vom Mutterstamm spricht, betrachtet also viele Generationen an Stuten, die in der Vergangenheit ihr Erbgut weitergegeben haben. Ob man es mit einem guten Stutenstamm zu tun hat, der sich für die eigene Zucht eignet, lässt sich an den im Stutenstamm vorhandenen sportlichen Erfolgen definieren. Über Generationen immer wieder auftretende Erfolge im großen Sport, gekörte Hengste sowie prämierte Stuten sind Indizien für einen guten und somit vielversprechenden Stutenstamm. Wer also zum Ziel hat, mit der eigenen Stute zu züchten und an entsprechender Qualität der Nachzucht interessiert ist, der sollte in die ausführliche Recherche verschiedener Mutterstämme genügend Zeit und Sorgfalt legen.

Eine alte Regel aus Züchterkreisen besagt, dass drei erfolgreiche Staatsprämienstuten vorne im Papier einen guten Anhaltspunkt für einen guten Mutterstamm bei Pferden liefern.

Hengstauswahl: Pferde auf einer Wiese.

Ob man es mit einem guten Stutenstamm zu tun hat, lässt sich an den im Stutenstamm vorhandenen sportlichen Erfolgen definieren.

Kann man mit jeder Stute züchten?

Grundsätzlich kann natürlich jede gesunde Stute auch ein Fohlen auf die Welt bringen. Zur Zucht ist jedoch nicht jede Stute geeignet. Eine Zuchtstute muss viele Kriterien erfüllen, da ihr Genmaterial zu mindestens 50 Prozent an ihr Fohlen weitergegeben wird. Stuten mit starken körperlichen, gesundheitlichen oder charakterlichen Defiziten eignen sich daher nicht für den Einsatz als Zuchtstute.

Die Zuchtstute

Für jeden Pferdebesitzer ist selbstverständlich das eigene Pferd bzw. die eigene Stute etwas ganz Besonderes und durch die Perspektive der Liebe betrachtet das perfekte Pferd. Realistisch betrachtet gilt natürlich auch in der Pferdezucht der Grundsatz „Nobody is perfect“. Auch die eigene geschätzte Stute hat mit Sicherheit einige kleine Fehler, die es in einer Zucht durch die Wahl des richtigen Hengstes auszugleichen gilt, um in der nachfolgenden Generation einen Fortschritt zu erzielen. 

50 Prozent des Erbgutes des Fohlens stammen von der Mutterstute. Neben dieser genetischen Komponente, die weitergegeben wird, spielt jedoch auch das erlernte Verhalten des Fohlens eine wichtige Rolle. Diesen Part übernimmt die Mutterstute in den ersten Lebensmonaten bis zum Absetzen des Fohlens, weshalb der Einfluss und der Charakter der Stute nicht unterschätzt werden sollte und auf die 50 Prozent reines Erbgut raufgerechnet werden müssen. 

Der Charakter der eigenen Stute ist für einen zuchtinteressierten Besitzer meist nicht schwer einzuschätzen, da dieser täglich mit der Stute in Kontakt ist. Mögliche körperliche Defizite jedoch sind für weniger erfahrene Menschen manchmal schwer erkennbar. Gerade für Neulinge in der Pferdezucht empfiehlt es sich daher, sich zur Beurteilung des Exterieurs der Stute fachmännischen Rat zu suchen, durch den neutral betrachtet Schwachstellen aufdeckt werden können. Oft handelt es sich hierbei um kleinste Punkte, die unerfahrenen Personen nur schwer oder gar nicht ins Auge fallen und die lieber von sehr erfahrenen Züchtern bewertet werden sollten. 

Hat die jeweilige Stute bereits eine Prämie oder eine Beurteilung für eine Eintragung in ein Stutbuch erhalten, so kann auch anhand des dafür angefertigten Protokolls nachgelesen werden, wie die Beurteilung der Stute ausgefallen ist. Auch die Gesundheit der zur Zucht in Betracht gezogenen Stute sollte eine wichtige Rolle spielen. Ist eine Stute gesundheitlich sehr anfällig und häufig krank, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie diese schlechte Gesundheit an ihr Fohlen weitergeben wird. Viele Stutenbesitzer beginnen mit ihren Stuten zu züchten, wenn diese aufgrund von Verletzungen für längere Zeit oder gar für immer aus dem Sport genommen werden müssen. In diesem Fall sollte jedoch sicher sein, dass die aktuelle Erkrankung die Stute weder in ihrer Trächtigkeit einschränkt, noch dass die Verletzung oder das Verletzungspotential, wie beispielsweise schwache Sehnen und Bänder, weitervererbt werden können.

Was macht eine gute Zuchtstute aus?

Eine gute Zuchtstute sollte, neben einem guten Mutterstamm, selbst ein gutes Exterieur, einen angenehmen Charakter und eine gute Gesundheit mitbringen. Der Körperbau sollte harmonisch und wohlproportioniert sein. Der Charakter der Stute wird während der Aufzucht des Fohlens von Wichtigkeit, da die Stute diesen zumindest teilweise an ihr Fohlen weitergibt. 

Das Zuchtziel bestimmen

Als ersten Schritt zum Fohlen aus der eigenen Stute sollte nun jeder Züchter bzw. Neuzüchter sein Zuchtziel festsetzen, da auf diesem die Auswahl des späteren Deckhengstes beruht. 

Möchte man das Fohlen für den eigenen Bedarf züchten oder soll das Fohlen verkauft werden? Im Falle eines angestrebten Verkaufes spielt die Abstammung des Fohlens eine weit größere Rolle, als wenn man es nur für die eigene Verwendung behalten möchte. Da ein Fohlen aufgrund fehlender Leistungen fast ausschließlich an seiner Abstammung beurteilt werden kann, legen potenzielle Käufer auf diese großen Wert, um sich so gut wie möglich abzusichern und nicht die Katze im Sack zu kaufen. Zudem sollte man sich überlegen, für welche Zwecke das Fohlen später geeignet sein muss und wofür es als ausgewachsenes Pferd zum Einsatz kommen soll. Hiernach bestimmt sich der nötige Charakter sowie selbstverständlich die körperlichen Anforderungen und die sportliche Veranlagung. Wer ein Springpferd haben möchte, das sportlich erfolgreich ist, sollte sich selbstredend keinen Dressurhengst für seine Stute aussuchen, möge dieser auch noch so schick erscheinen. Auch Faktoren wie die Fellfarbe, die das Fohlen nach Möglichkeit haben soll, lassen sich vorab anhand der Farblehre in gewissem Rahmen bestimmen. 

Hat man sein persönliches Zuchtziel für sich definiert und die Eigenschaften und Defizite der eigenen Stute vorliegen, kann es nun an die Auswahl des passenden Hengstes gehen.

Hengstauswahl: Pferd auf einer Wiese.

Als ersten Schritt sollte man sich ein Zuchtziel setzen.

Welcher Hengst für meine Stute?

Die Wahl des Hengstes manifestiert sich in der Festlegung eines Zuchtziels sowie den Defiziten der Stute, die es durch den Hengst auszugleichen gilt. Ebenso empfiehlt es sich, einen Hengst auszuwählen, der schon mehrere Fohlengenerationen hervorgebracht hat, anhand derer sich seine Vererblichkeit sowie seine Erfolge belegen lassen.

Den richtigen (Jung)-Hengst finden

Bevor ein Hengst endgültig ausgewählt wird, sollte er immer und vor allem mehrmals im Stand, Bewegung und unter dem Reiter betrachtet werden. Am besten geschieht diese Betrachtung natürlich live. Etwas erfahrenere Züchter können auch mit Videoaufnahmen arbeiten. Besonders wenn jedoch noch nicht viel Zuchterfahrung vorhanden ist, sollte man sich unbedingt einen persönlichen Eindruck vom Hengst machen. In der Regel hat man live und in Farbe nochmal einen ganz anderen Eindruck von einem Pferd und auch die Frage nach der Sympathie sollte nicht komplett unwichtig sein. Sicherlich sollte der passende Hengst in erster Linie nach seinen Eigenschaften ausgewählt werden, die er vererbt, ein bisschen Bauchgefühl und Sympathie spielen jedoch immer auch eine Rolle. Ein Hengst kann rational betrachtet noch so toll sein, wenn das Bauchgefühl oder die Intuition dagegen reden, sollte man sich vielleicht noch ein wenig länger umschauen. In der heutzutage riesigen Auswahl an Deckhengsten wird schon der passende für die eigene Stute vorhanden sein.

Die Auswahl des Hengstes basiert dann auf den Defiziten der Stute, die dieser mit seinem Genmaterial ausgleichen soll. Hat deine Stute beispielsweise einen etwas zu kurzen Rücken, sollte der Hengst einen möglichst langen Rücken haben. Ist deine Stute relativ klein und du möchtest, dass dein Fohlen größer wird, so solltest du natürlich mit einem großen Hengst züchten, um die gewünschte Endgröße des Fohlens beeinflussen zu können. 

Ein weiteres wichtiges Thema bei der Auswahl des Hengstes ist die Frage, ob mit einem Junghengst oder einem bereits bewährten, älteren Zuchthengst gedeckt werden sollte. Die sichere Wahl sind hierbei definitiv ältere Hengste, die bereits viele Nachkommen gezeugt haben, anhand derer sich die Weitergabe ihrer Gene erkennen lässt. Bereits erfolgreiche Fohlenjahrgänge haben eine große Aussagekraft darüber, ob der Hengst das, was er phänotypisch verspricht, auch genotypisch weitergibt. Bei einem Junghengst, der möglicherweise noch keine eigenen Nachkommen hat, ist dieser Punkt extrem unsicher und gerade für unerfahrene Züchter ein viel zu großes Risiko. Die Decktaxe von Junghengsten ist zwar oft deutlich günstiger, als die der altbekannten, bewährten Hengste, das Geld wird hier jedoch an der falschen Stelle gespart. Wer bei der Decktaxe spart und später durch den unbekannten oder möglicherweise erfolglosen Vater auf Probleme bei der Vermarktung oder ähnlichem stößt, zahlt am Ende doppelt und dreifach drauf. Der riskante Einsatz von Junghengsten sollte daher den Profis überlassen werden, die mit deutlich mehr Treffsicherheit einschätzen können, welches mögliche Potential in einem jungen Hengst schlummert und ob es sich lohnt, dieses Risiko einzugehen.

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