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21 verwahrloste Pferde aus Horrorstall gerettet

von Malin Steiner
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Im oberösterreichischen Gunskirchen wurden am vergangenen Wochenende erneut schwer verwahrloste Pferde aus einem Stall gerettet. Die katastrophalen Haltungszustände dieses Horrorstalls sind den Behörden seit Jahren bekannt. Bislang konnte nichts gegen den Besitzer unternommen werden, bis jetzt – in drei Etappen konnten nun 21 Pferde gerettet werden.

Miserable Haltungsbedingungen und Inzucht

Der Hof Fernreith im Bezirk Wels- Land in Österreich geriet bereits vor Jahren in den Fokus von Tierschützern. In einem maroden Stallgebäude sollen dort etliche Pferde in miserablen Haltungsbedingungen leben. Bereits 2011 wurde der Stall den zuständigen Behörden gemeldet, doch bislang wurde wenig unternommen.

Nachdem an Ostern dieses Jahres die ersten Pferde aus dem Horrorstall gerettet werden konnten, sind nun in der dritten Etappe weitere der insgesamt vermutlich noch über 50 dort lebenden Pferde in Sicherheit gebracht worden. Tierschützer kümmern sich nun darum, die stark abgemagerten und kranken Pferde zu versorgen und sie anschließend weiterzuvermitteln.

Auf dem Hof standen angeblich mal bis zu 100 Pferde. Nach der jetzigen Rettung sind immer noch ca. 30 auf dem Hof verblieben. Viele Pferde wurden in den vergangenen Jahren vom Stallbetreiber illegal vergraben. Dies war einer der Gründe, wieso der Hof seit vielen Jahren der zuständigen Behörde bekannt ist. Viel mehr jedoch macht der Hof durch seine miserablen Haltungsbedingungen für Pferde auf sich aufmerksam: Das Stallgebäude ist baufällig und marode, Futter, Wasser und Einstreu für die Pferde ist kaum auffindbar. Viele Pferde leiden unter Verletzungen und Krankheiten. Das Tageslicht haben viele noch nie gesehen. Die abgemagerten Pferde, darunter einige Hengste, stehen ohne Trennung zusammen. Dadurch ist Inzucht ein großes Problem. Immer wieder kommen neue Fohlen zur Welt, die häufig nicht lange überleben. Einen Tierarzt oder Hufschmied haben die Pferde vermutlich noch nie gesehen.

Späte Rettung

Bislang konnten ein paar Pferde nur wegen des freiwilligen Verzichts des Eigentümers abgenommen werden. Doch nun konnte wegen eines Krankenhausaufenthalts des Stallbetreibers weitere der Pferde in Sicherheit gebracht werden, die nun von Tierschützern weitervermittelt werden. Über die Jahre mussten jedoch viele Pferde qualvoll an ihren Krankheiten und der Mangelernährung sterben. Nach wie vor sind nicht alle Pferde aus dem Horrorstall gerettet.

Wieso wird jetzt erst gehandelt?

Seit zehn Jahren ist der besagte Hof den Behörden bekannt und seitdem immer wieder im Fokus von Anwohnern, Tierschützern und der Öffentlichkeit. Doch wieso wurde bislang keine Rettung der Tier unternommen?

In tierschutzwidrigen Fällen wie solchen ist das Vorgehen einer Behörde genau geregelt: Sachverständige müssen vor Ort Kontrollen durchführen, Mängel erheben und dem Tierhalter Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vorschreiben. Wenn diese Maßnahmen nicht durchgeführt werden und die Tiere unter Schmerzen oder Angst leben, können sie dem Tierhalter laut des §37 des Tierschutzgesetztes abgenommen werden. Wenn der Halter erneut wegen Tierquälerei zur Anzeige gebracht wird, kann ein dauerhaftes Tierhalteverbot gegen ihn erhoben werden.

Einige Amtstierärzte kannten den Fall und waren wiederholt vor Ort, unternahmen jedoch augenscheinlich wenig. Zuständige Personen geben kein klärendes Statement zum fehlenden Handeln in den letzten Jahren ab. Wir hoffen dass so schnell wie möglich auch die übrigen Pferde aus diesem Stall gerettet werden können.

Quelle: APA OTS

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