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Akuter Hufschmied-Mangel könnte sich zum Notstand entwickeln

von Regina Schweizek
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Der akute Mangel an Hufschmied:innen in Deutschland hat enorme Auswirkungen für Pferdehalter:innen. Denn der Pferdebestand steigt stetig, wohingegen der Schmiedebestand niedrig bleibt bzw. abnimmt. Nun warnt der deutsche Hufschmiedeverband.

Der Erste Deutsche Hufbeschlagschmiede Verband (EDHV) ist die größte Berufsvertretung für deutsche Hufschmied:innen und schlägt jetzt Alarm. Im  letzten Jahr haben sich viele Pferdebesitzer:innen hilfesuchend an den Verband gewandt, da sie keinen Schmied mehr fänden. Grund dafür: Bei einem stetig wachsenden Pferdebestand in Deutschland, stagniere die Zahl der tätigen Hufschmied:innen seit Jahren bei ca. 3500, bzw. nehme eher weiter ab.

Es gehen mehr Schmied:innen in Rente, als Neue nachkommen

Mit großer Besorgnis beobachte man diese negative Entwicklung schon seit einiger Zeit. Der EDHV stellt klar: „Es rücken nicht annährend so viele neu ausgebildete Kollegen nach, wie aus dem Beruf ausscheiden“. Dazu kämen zusätzlich bestimmte Rahmenbedingungen, die es erschweren der Negativ-Entwicklung entgegenzuwirken. Zum einen sei der allgemeine Fachkräfte- und Nachwuchsmangel in Handwerksberufen ein Problem.

Da viele dieser Berufe und Ausbildungen für junge Menschen nicht so attraktiv seien, fordert der Verband mehr Einsatz und Initiative von der Politik und den Handwerksorganisationen. Zudem habe man auch die steigende Belastung aller Betriebe im Blick. Weil der Hufbeschlag zwar nicht der Handwerksordnung unterliegt, die Strukturen der Unternehmen aber vergleichbar seien, konkurriere man um die selbe Nachwuchs-Zielgruppe. 

Kritik an der Politik

Des Weiteren kritisiert der EDHV das aktuelle deutsche Hufbeschlagsgesetz. Er erklärt: „Seit 2007 gilt das aktuelle deutsche Hufbeschlaggesetz, welches unter anderem die Ausbildung im Hufbeschlag regelt. Bereits bei seiner Verabschiedung wurde es vom Bundesverfassungsgericht kritisiert und in wesentlichen Teilen außer Kraft gesetzt. Die bestehenden Regelungen haben sich mittlerweile als unzureichend und sogar als größtes Hemmnis erwiesen, um den beruflichen Standard zu sichern, eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Hufbeschlagschmiedeberufes zu ermöglichen und die Ausbildungsqualität und -menge zu erhöhen“. Und obwohl auch das zuständige Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft das Problem schon länger erkannt hat, passiere laut EDHV ,,einfach nichts“. 

Auch in Zukunft weniger Schmied:innen

So könne sich der akute Mangel in Zukunft zu einem Notstand ausweiten. Daher ist eine baldige Reform der Rahmenbedingungen von Seiten der Politik und Verwaltung unabdingbar. Dennoch stellt der Verband klar: „Hufbearbeitung und -beschlag sind unabdingbar für die Gesunderhaltung und die Nutzung der Pferde und somit eine Frage des Tierschutzes. Der EDHV wird auch weiterhin seinen Teil an Aus- und Weiterbildung, Nachwuchsförderung und Öffentlichkeitsarbeit für den Hufbeschlagschmiedeberuf leisten.“

Quelle: Pressemitteilung des EDHV 

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