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Betrug im Reitsport: FEI geht gegen Kunst-Schaum vor

von Lea Hahnemann
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„Ein speichelndes Pferd, ist ein entspanntes und losgelöstes Pferd.“ – Davon gehen zumindest viele Menschen im Reitsport aus. Doch dem ist aber nicht immer so, da die Speichelbildung eines Pferdes durch mehrere Faktoren beeinflusst wird. Immer öfter fällt es auf, dass die Pferde im Spitzensport einen klebrigen, weißen Schaum am Maul haben. Dieser ist jedoch künstlich.

Kunstschaum – der neue Trick im Reitsport

Ein zufrieden kauendes Pferd mit Schaum vor dem Mund soll eines von vielen dressurtypischen Merkmalen sein. Doch nicht jedes Pferd hat einen angeregten Speichelfluss, weshalb viele Reiter:innen dabei nachhelfen. Bereits in der Vergangenheit wurden Tricks eingesetzt, um den Speichelfluss eines Pferdes anzuregen. Doch Äpfel und Zuckerwürfel haben anscheinend ausgedient, der neue Trick: Marshmallow-Fluff.

Marshmallow-Fluff findet neues Einsatzgebiet

Dass einige Pferde eine klebrige Substanz an den Mäulern haben, fällt den Kenner:innen im Spitzensport schon seit einigen Jahren auf. Genau bei dieser klebrigen Substanz handelt es sich um das Marshmallow-Fluff, welches an die Pferdemäuler geschmiert wird, damit das makellose Erscheinungsbild im Dressursport bewahrt wird. Denn gerade in der Dressur wird viel Wert auf das Äußere gelegt, sodass es schlussendlich nicht an einem trockenen Maul scheitern soll.

 Verbot für den Fake-Schaum?

Auf vielen Turnieren konnte beobachtet werden, wie zahlreiche Reiter:innen den Fake-Schaum völlig selbstverständlich auf das Maul ihres Pferdes geschmiert haben. Sowohl Stewards als auch Tierärzt:innen fiel die künstliche Paste an den Mäulern auf, doch bisher gibt es keine Gesetze, die den Gebrauch solch einer Paste regeln oder gar verbieten. Doch aktuell scheint es so, als würde die FEI genau da ansetzen wollen.  Für die FEI sei es dringend notwendig, dass einige Punkte im Regelwerk der Dressur angepasst werden. So soll auch dem Marshmallow-Fluff ein Ende gesetzt werden.

Das Auftragen einer weißen Paste, welches als Schaum-Imitat dienen soll, stellt einen Betrugsversuch dar. Zudem verstößt der Gebrauch solch einer Paste gegen das Wohlbefinden des Pferdes, da dadurch Verletzungen am Maul überdeckt werden können. Laut der FEI soll solch ein Betrug mit einer Verwarnung oder einer gelben Karte bestraft werden.

 

Quelle: inside.fei.org, eurodressage.com

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