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Equines Herpesvirus: Impfpflicht für Pferde sinnvoll?

von Marlen Fischer
8 Kommentare

Erst Corona und ein Jahr später der Ausbruch des Herpesvirus. Für Reiter beginnt 2021 nicht besser als 2020. Doch was können wir wirklich tun, um unsere Pferde gegen Herpes zu schützen? Die Frage zur Impfpflicht kommt auf und steht nun ungelöst im Raum. Nach Bericht der Süddeutsche Zeitung sprachen sich Paul Schockemöhle und Marcus Ehning für Impfpflicht, mehr Aufklärung und die Verbesserung des Wirkstoffes aus.  

Herpes-Impfung – ja oder nein?

Schimmel-Kopf-seitlich

Der Impfstoff hilft die Menge der Viren zu verringern.

Die Impfung gegen EHV 1+4 ist sehr umstritten. Viele Tierärzte sagen, dass der Bestand geschützt ist, wenn über 90 % der Tiere regelmäßig geimpft werden. Manche Wissenschaftler vertreten hingegen die Meinung, dass die Impfung mehr Schaden im Pferd anrichte, als es zu schützen. Was soll man als Reiter oder Stallbesitzer nun denken? Führt man im eigenen Stall die Impfpflicht für Pferde ein? Oder möchte man dem Streit mit den Einstellern doch lieber aus dem Weg gehen? Was soll man tun, wenn man als Pferdebesitzer Sorge um sein Pferd hat, da die Pferde im Pensionsstall nicht geimpft werden? Fest steht, dass eine Impfung des gesamten Bestandes die Menge der Herpesviren bei einem Ausbruch verringert. Damit wird die Wahrscheinlichkeit einer akuten Erkrankung mehrerer Pferde minimiert. Hat man einmal den Verlauf des neurologischen Herpesvirus miterlebt, möchte man mit Sicherheit sofort alle Pferde impfen lassen. Ein akuter Verlauf der Erkrankung kann allerdings auch nach einer Impfung nicht ausgeschlossen werden.

Die aktuelle Lage

Die aktuelle Lage bezüglich der Verbreitung des Herpesvirus ist glücklicherweise nicht besorgniserregend. Nachdem das Virus in Spanien bei einem internationalen Turnier mit insgesamt 4000 Pferden ausgebrochen ist, wurden alle Pferdesportveranstaltungen zunächst abgesagt. Darunter auch das Weltcup-Finale in Göteborg, welches vom 31. März bis 4. April stattfinden sollte. Es scheint jedoch so, als habe sich das Virus, nachdem die betroffenen Pferde aus Spanien zurückgekehrt waren, nicht weiter ausgebreitet. In Deutschland werden nationale Pferdesportveranstaltungen  ab dem 29. März wieder zugelassen. Hallenturniere und Übernachtungen in Stallzelten bleiben allerdings weiterhin untersagt. Die FEI meldete insgesamt 17 tote Tiere und sagte bis zum 11. April alle internationalen Veranstaltungen ab. Die insgesamt 4000 Pferde, die in Valencia am Start waren, müssen 3 Wochen in Quarantäne und dürfen erst nach einem negativen Test wieder an Turnieren teilnehmen.

Berichte und Meinungen

Reiter und Trainer berichteten aus Valencia von der mangelnden Versorgung der erkrankten Pferde und den überstürzten Abreisen der Mitstreiter. Nachdem die Meldung über den Ausbruch des Equinen Herpesvirus bekannt wurde, gab es nach kurzer Zeit keinen Impfstoff mehr. Ein Vorfall wie dieser darf nie wieder passieren und es ist verständlich, dass viele Profis und Pferdezüchter eine generelle Impfpflicht verlangen. Doch auch die Forschung zur Verbesserung des Impfstoffes sollte vorangetrieben werden. Es dürfen nicht weiterhin unnötigerweise Pferde an dieser Krankheit sterben und Fohlen tragender Stuten in Gefahr gebracht werden.

Mehr Informationen über die Herpesvirusinfektion findest Du in unserem Artikel Herpesvirus beim Pferd.

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8 Kommentare

Franzi 31. März 2021 - 18:50

Wir haben heute geimpft gegen Herpes. Mein Pferd war zur Trabrennkarriere Zeit geimpft aber seit 2014 nicht mehr. Ich hab sie erst seit 3 Jahren und habe mich jetzt dazu entschlossen weil es sicherer ist und immer mehr Ställe es verlangen.

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Karla Franz 31. März 2021 - 20:12

Ich habe vergangenes Woche noch mit einem Tierarzt diskutiert , aus dem praxisalltag sind die Probleme durch Impfungen gegen Herpes deutlich höher als durch Herpes selbst

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Sophie 31. März 2021 - 22:00

„Nachdem das Virus in Spanien bei einem internationalen Turnier mit insgesamt 4000 Pferden ausgebrochen ist“ … und das obwohl Spanien einen scharfen Lockdown hatte? Da frage ich mich was lief da schief in Spanien? Seltsamerweise bricht der Herpes Virus immer wieder bei gegen Herpes geimpften Pferden aus. Waren das alles Ex Verkaufspferde aus dem Hause Schockemöhle? Schließlich verkauft er sehr viele Pferde, die alle gegen Herpes geimpft sind ins Ausland. Eine Impfflicht für Turnier- und Rennpferde besteht bereits. Für Freizeitpferde sollte es jeder Besitzer selbst entscheiden können, ob er impfen lässt oder nicht. Ich sage nein zu einer Herpes Impfpflicht!

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Becker 31. März 2021 - 23:20

Es sollte geimpft werden.

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Gina Schäfer 1. April 2021 - 6:52

Hallo, ich finde wir haben generell die Pflicht unsere Pferde vor solchen Dingen zu schützen, die uns als Halter zur Verfügung stehen.
Mit Hilfe der Tierärzte ist es doch auch möglich.
Wir haben seid 3 Jahren unser Pferd und haben von Anfang an gesagt er soll alle Impfungen haben ( auch Herpes ) und auch die gegen Influenza, obwohl wir mit ihm nicht auf Turnieren sind.
Reiter sind nunmal ein „Wandervolk“ und wir wollten eben alles tun um unser Pferd zu Schützen.
Darum bin ich für eine Pflicht.
LG Gina.

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nico 1. April 2021 - 9:44

Nein keine Pflicht ! und ebenfalls würde ich um die Änderung der Influenza -Impfung für einmal jährlich plädieren, da die wirkstoffe entsprechend lange schützen.

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Barbara thies 1. April 2021 - 11:19

Never ever ! 80 % der Pferde tragen das Virus in sich , ob es schlimm ausbricht ist eine Frage des Immunstatus !Da kann man agieren ! Kenne Pferde die nach der Impfung schwerste neurologische Nebenwirkungen bekamen und nicht mehr reitbar sind !

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Rapunzel 2. April 2021 - 10:35

Ganz klares nein zur Impfpflicht!

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