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Gen-Studie über Hufrehe: Diese Erkenntnisse lassen Pferdebesitzer*innen hoffen

von Lea Hahnemann
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Die Hufrehe ist bekannt als eine Entzündung der Huflederhaut. Bei ihr löst sich langsam aber stetig die Hufkapsel von der Lederhaut ab, was für das Pferd starke Schmerzen bedeutet. US-Forscher*innen sollen anhand genetischer Analysen einen bedeutenden Fortschritt gemacht haben, der für die Früherkennung und Behandlung von Hufrehe besonders hilfreich sein könnte.

Notfall Hufrehe

Die Hufrehe ist eine von Pferdebesitzer*innen gefürchtete Krankheit, bei der das Pferd äußerst starke Schmerzen verspürt. Erkennt man eine Entzündung der Huflederhaut, ist eine umgehende und konsequente Behandlung unumgänglich. Sie kann in akuter Form als Reheschub auftreten, aber auch einen chronischen Verlauf annehmen. Die Entstehung von Hufrehe kann auf vielerlei Aspekte zurück geführt werden, wie zum Beispiel auf eine falsche Fütterung, die Überbelastung des Hufes oder einen Pilz. Doch ist die Huflederhaut erst einmal entzündet, nimmt die Krankheit ihren Lauf. Die Lebensqualität des Pferdes wird durch den anhaltenden Schmerz eingeschränkt und nicht selten fangen die Pferde dann auch an zu lahmen. Bis jetzt konnte nie gezielt gegen die Ursache behandelt werden, sondern nur gegen die Schmerzen und Symptome.

Forschungsmöglichkeiten bisher eingeschränkt

Da es Forscher*innen bisher nicht möglich war, das Phänomen Hufrehe spezifisch untersuchen zu können, wurden seit 2008 Daten und Proben von Rehe-Pferden gesammelt. So forschten die Wissenschaftler der Universitäten von Florida und Pennsylvania an 26 archivierte Gewebeproben von 20 Vollblutpferden. Mit dieser Studie sollte erforscht werden, was genau im Huf geschieht, wenn ein Pferd an Hufrehe erkrankt. Hierfür nutzten die Wissenschaftler eine Genexpressionsanalyse , um die Veränderungen der Gentranskription einzuordnen. Von den 20 Pferden hatten einige gesunde Hufe, einige befanden sich im Anfangsstadium und andere in einem fortgeschrittenen Stadium der Hufrehe.

Das sind die drei zentralen Ergebnisse

Während der Studienarbeit konnten vielversprechende Erkenntnisse gewonnen werden. So soll das Strukturprotein Keratin, welches in Haaren, Hufen und Nägeln vorhanden ist, eine zentrale Rolle bei Hufrehe spielen. Man erkannte, dass bei einer Hufrehe-Erkrankung die Gene, die mit Keratin im Zusammenhang stehen und für die Herstellung von Zellen zuständig sind, langsam aufhören zu arbeiten. Dieser Prozess verläuft in der Regel schleichend.

Im Huf eines Rehe-Pferde geschieht aber noch mehr. Das Enzym Metalloproteinasen unterstützt das Zytoskelett des Hufes und ist somit für das Gleichgewicht zwischen Umbau und Gewebeaufbau zuständig. Dadurch ist es dem Pferd möglich, auf den Hufen zustehen, ohne, dass diese zusammenbrechen. Bei der Hufrehe wird dieses Enzym jedoch zu aktiv, was dazu führt, dass der Huf instabil wird.  Diese Erkenntnis war schon früher bekannt, die Behandlung dazu war jedoch nicht zielführend. Man versuchte zuvor die Aktivität dieses Enzym zu minimieren, was aber auch dazu führen kann, dass der Hufwachstum komplett stoppt. Das verursacht dann die nächsten Probleme. Eine weitere Erkenntnis der Studienarbeit ist, dass man Gene gefunden hat, die für die Entzündung im Huf zuständig sind. Die Entzündungen treten auf, sobald Keratin im Huf abgebaut wird.

Medikamente von Menschen für Pferde?

Nach der Untersuchung dieser Gene nahmen die Forscher an, dass Medikamente gegen Autoimmunerkrankungen, die zuvor für Menschen gedacht waren, auch bei Hufrehe helfen könnten. Zudem kam man zu der Erkenntnis, dass Veränderungen in den Genen des kranken Gewebes an den veränderten Proteinen im Blut festzustellen sind. Da man schwere Hufrehe meist erst dann erkennt, wenn es schon zu spät ist, sollen neue Tools wie Bluttest und Medikamente möglichst schnell zum Einsatz kommen.

Die Ergebnisse des Forscherteams haben einen neuen Ansatz geschaffen, um weitere Forschungen zukünftig gezielter zu betreiben. Man sei optimistisch, da die Hufrehe vor 10 Jahren noch als unheilbar galt und man in den kommenden Jahren soweit sein könnte, dass diese Erkrankung frühzeitig behandelbar ist.

Quelle: bloodhorse.com

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