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Pferdeschlaf: Dick eingestreut ruht es sich besser!

von Finia Fischer
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ehorses Trainingstagebuch

Pferdeschlaf ist besser und länger, wenn sich die Vierbeiner auf üppiger Einstreu niederlassen können. Forschungsergebnisse einer aktuellen Studie zeigen, dass die Einstreudicke maßgeblichen Einfluss auf das Schlafverhalten und die Schlafqualität von Pferden haben kann.

Erholsamer Schlaf ist wichtig für Wohlbefinden, Gesundheit und Leistungsbereitschaft. Das gilt nicht nur für den Menschen, sondern auch für Pferde. Allerdings zeigten zahlreiche Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre, dass viele Pferde deutlich weniger schlafen, als nötig wäre.

Die Gründe für Schlafmangel bei Pferden sind vielfältig. Von Schmerzen im Bewegungsapparat über eine ungünstige Herdenkonstellation und mangelndes Platzangebot bis hin zum unpassenden Untergrund. Die neue Studie aus Wales zeigt zudem auch, dass die Einstreutiefe maßgeblichen Einfluss auf das Schlafverhalten und die Schlafqualität haben kann.

Pferdeschlaf: Weniger Einstreu, kürzere Liegedauer

In einem fünfwöchigen Experiment bekamen zehn Reitschulpferde sechs Tage lang zwei Einstreuvarianten zum Testen: ein Strohbett mit 15 cm Tiefe und eines mit nur 5 cm. Gemessen wurde die Dauer und Qualität vom Pferdeschlaf.

Das Forscherteam fand heraus, dass das Schlafverhalten maßgeblich von der Einstreutiefe beeinflusst wird. Insbesondere der REM(Traum)-Schlaf in flach ausgestreckter Seitenlage fiel bei sparsam eingestreuten Boxen deutlich geringer aus, als bei Pferden, die eine dickere Strohmatratze zur Verfügung hatten. Auch die Nicht-REM-Schlafphasen in eingerollter Bauchlage mit eingeschlagenen Beinen fielen im 15 cm dick eingestreuten Strohbett üppiger aus. Auf härterem Untergrund schliefen die Pferde insgesamt vermehrt im Stehen.

Schlafen im Liegen ist wichtig

Für den Schlaf im Stand benötigen Pferde aufgrund einer speziellen anatomischen Gegebenheit kaum Muskelanspannung. Aufgrund der sogenannten Spannsägenkonstruktion, einem Halteapparat aus Muskeln, Sehnen und Bändern an den Hinterbeinen, ist es ihnen möglich, in dieser Haltung sogar den Tiefschlaf zu erreichen. Viele Regenerationsprozesse im Pferdekörper finden jedoch ausschließlich im Traumschlaf statt. Um diesen zu erreichen, muss das Pferd liegen. Entweder flach ausgestreckt auf der Seite, oder in Brustlage mit untergeschlagenen Beinen und auf dem Boden aufgesetzter Nase.

Mindestens 30 Minuten REM-Schlaf sind täglich notwendig, damit das Pferd einen vollständigen und nachhaltig erholsamen Schlafzyklus erreicht. Bleibt ihm dieser verwehrt, lassen negative Auswirkungen nicht lange auf sich warten. Insbesondere das Leistungsvermögen wird dabei eingeschränkt. Da der Körper den REM-Schlaf einfordert, stellt er sich bei betroffenen Pferden beim Schlafen im Stehen ein. Aufgrund der plötzlich einsetzenden vollkommenen Muskelentspannung knicken die Pferde ein und stürzen.

Wer seinem Pferd erholsamen Schlaf ermöglichen möchte, kann Entspannung durch angepasste Einstreu fördern, denn auch die Studienergebnisse zeigen, dass sich Pferde lieber auf dickem, weichem Untergrund zum Schlafen hinlegen.

Quelle: Studie bsas 

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