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Spanische Hofreitschule: Neue Ermittlungen und ein Rücktritt

von Laura Wienecke
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Neben barocken Traditionen und Lipizzanern ist nun auch von dubiosen Deals an der Spanischen Hofreitschule die Rede. Mittelpunkt des Konflikts sind der Aufsichtsratschef, seine Tochter und der ausgemusterte Lipizzanerhengst Maestoso Fantasca-67.

Das Drama begann bereits 2013. Der Grauschimmel Maestoso Fantasca wird nach der ersten Hälfte der Remontenschule ausgemustert. Das Expertenkomitee stuft ihn als “zuchttechnisch nicht relevant” ein, daraufhin wurde er mit 15 anderen Hengsten verkauft.

Erster und einziger Einsteller an der Hofreitschule

Doch die Käuferin des Hengstes war nicht irgendwer: es handelte sich um die damals 32-jährige Tochter des Aufsichtsratsvorsitzenden Johann Marihart. Für 12.000 € wechselte der Hengst den Besitzer. Noch am gleichen Tag unterzeichneten beide Parteien einen Einstellvertrag. Maestoso Fantasca  sollte für 1200 € im Lipizzaner-Trainingszentrum am Heldberg eingestellt werden.

Doch was ist daran problematisch? Der Hengst von Frau Marihart war zu dem Zeitpunkt der einzige Einsteller an der gesamten Spanischen Hofreitschule. Die Möglichkeit der Einstellung und Ausbildung für externe Pferde führte die Geschäftsleitung erst später ein. Die Kosten hierfür betrugen allerdings mehr als das Doppelte vom Betrag, den die Tochter zahlte. Eine Unterrichtseinheit mit einem Bereiter, auf dem eigenen Pferd, lässt sich die Hofreitschule mit 150 € vergüten.

Kostenlose Reitstunden für Tochter

Sicher ist, dass die Tochter des Vorsitzenden regelmäßig kostenlose Reitstunden erhielt. Von Seiten Mariharts wird allerdings nur von “gelegentlichem” Unterricht gesprochen. Ein ehemaliger Bereiter, der im November 2021 gegen mehrere Personen eine Strafanzeige eingereicht hat, spricht von mehreren Lektionen pro Woche. Sein Anwalt wertet diese als illegale Geschenkannahme. Hinter vorgehaltener Hand ist von einem herrischen Ton und forderndem Verhalten des Aufsichtsratsvorsitzenden gegenüber den Bereitern die Rede.

Maestoso Fantasca nun doch geeignet

Anfang 2014 stufte die Hofreitschule den Hengst dann doch als geeignet ein. Seine Bereiterin wurde Hannah Zeitlhofer, die 2016 als erste Frau die Bereiterprüfung am Traditionshaus abschloss. Maestoso Fantasca wurde zu ihrem “Meisterstück” und wird seit 2016 auch in den Aufführungen der Hofreitschule eingesetzt. Inzwischen beherrscht er sogar die “Schule über der Erde” , das höchste Niveau der Reitkunst. 

Vorsitzender Marihart tritt zurück

Erst am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft Wien ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue gegen Marihart eingeleitet. Nun ist Johann Marihart von seinem Aufsichtsratsposten zurückgetreten. Das geschehe im Interesse des Unternehmens und zum Schutz seiner persönlichen Interessen, so Marihart.

Quelle: nzz.ch

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