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Vielseitigkeit: Erhöhtes Sturzrisiko an diesen Hindernissen

von Finia Fischer
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In einer Studie eines internationalen Forschungsteams wurde die Frage, welche Geländehindernisse die gefährlichsten für Pferd und Reiter sind, untersucht. Jetzt wurden die Ergebnisse veröffentlicht.

Vielseitigkeitsreiten gilt als die gefährlichste Disziplin im Reitsport. Die meisten und schwersten Stürze ereignen sich in den Geländeprüfungen. Aus diesem Grund wird intensiv geforscht, wie sich das Unfallrisiko für die Pferd-Reiter-Paare im Gelände minimieren lässt. 

Im Auftrag des Weltreiterverbandes, Fédération Equestre Internationale (FEI), wurde in den vergangenen Jahren unter anderem untersucht, welche Hindernisse besonders unfallträchtig sind und welche Auswirkungen die seit einigen Jahren implementierten Sicherheitssysteme auf die Sturzstatistik haben.

Das Team der University of Glasgow analysierte im Rahmen ihrer Studie Aufzeichnungen der globalen Vielseitigkeitsdatenbank der FEI von Januar 2008 bis Dezember 2018. 202.771 Turnierstarts wurden registriert. 190.429 Paare traten im Gelände an und nahmen insgesamt 6,1 Millionen Sprünge. In 5,2 Prozent der Starts kamen Pferd und/oder Reiter auf der Strecke zu Fall. Neun von zehn dieser 10 519 Stürze standen im Zusammenhang mit einem Hindernis.

Erhöhtes Risiko auch an Sicherheitshindernissen

Hindernisse mit erhöhtem Risiko sind unter anderem Bergabsprünge, Sprünge mit Wasserlandung und die späteren Elemente von Kombinationen, aber auch sogenannte Sicherheitshindernisse mit zerbrechlichen Elementen. Das Forscher-Trio erklärt dies so: “Hindernisse mit zerbrechlichen Elementen werden möglicherweise eher falsch eingeschätzt. Der Reiter denkt, dass er hier mit Ungenauigkeiten eher davonkommt und ist weniger vorsichtig.” Zudem sei auch denkbar, dass Parcoursbauer anspruchsvoller bauen, wenn sie wissen, dass ein Hindernis mit einem Sicherheitssystem ausgestattet ist.

Gegen Ende der Geländestrecke häufen sich die Stürze. Daher sollten besonders anspruchsvolle Hindernisse eher zu Beginn eines Kurses platziert werden und sich nicht auf Abwärtspassagen oder in der Nähe eines Wasserkomplexes befinden. Die Forscher raten außerdem dazu, die Komplexität einzelner Elemente in Kombinationen herunterzuschrauben.

Höhere Klasse, höhere Sturzwahrscheinlichkeit

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es in den höheren 3*- oder 4*-Wettbewerben eher zu Stürzen kam, als in 1*- und 2*-Prüfungen. Das könne daran liegen, dass in den höheren Klassen die Länge des Parcours steigt und zugleich die Komplexität der Hindernisse größer wird, so das Team aus Glasgow. Aus diesem Grund sei es nicht überraschend, dass Sprünge auf diesem Niveau eher zu Stürzen führten, wenngleich die Pferd-Reiter-Kombinationen erfahrener seinen.

Positiver Trend

Insgesamt zeigt die Auswertung einen positiven Trend. Die Wahrscheinlichkeit an einem Geländehindernis zu stürzen, war in den Jahren 2016 bis 2018, im Vergleich zu den vorherigen acht Jahren, gesunken. Die zahlreichen Regeländerungen und Sicherheitsupdates greifen. Die Vielseitigkeit wird sicherer.

Quelle: Equine Veterinary Journal (Studie)

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