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Hackney

von Frederieke Wenning
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Das Hackney Pferd ist ein als repräsentatives Kutschpferd gezüchteter Traber und stammt ursprünglich aus England. Meist für Shows und im Fahrsport eingesetzt, brilliert das elegante Warmblut mit seiner hohen Bewegungsfreude und Ausdauer, aber vor allem mit seiner imposanten Ausstrahlung und der bemerkenswert hohen Aktion im Trab. Der energische Vorwärtsdrang und die hohe Vorderhandaktion machen den Hackney zu einem beliebten Vorführpferd in der englischen Showszene. Darüber hinaus erfreut sich die eher gering verbreitete Rasse nicht nur als edler Kutschpferdetyp, sondern auch als Freizeit- und Reitpferd zunehmender Beliebtheit. Alles zum Hackney Pferd erfährst Du in diesem Artikel.

Wichtige Daten zum Hackney Pferd im Überblick

  • Ursprung: England
  • Hauptzuchtgebiet: England
  • Verbreitung: England, USA
  • Stockmaß: 143 bis 165 cm
  • Gewicht: bis ca. 530 kg
  • Erscheinungsbild: elegant und leicht
  • Farben: Braune, Füchse, Rappen
  • Haupteinsatzgebiet: Fahrsport, Show

Was ist ein Hackney Pferd?

Ein Hackney Pferd ist in erster Linie ein Kutschpferd.

Zuchtgeschichte und Ursprung des Hackney Pferds

Der Ursprung der Rasse liegt in der englischen Traberzucht des 19. Jahrhunderts, die dem gesteigerten Interesse an eleganten Kutschpferden geschuldet war. Der Pferdetyp des Hackneys entstand durch die Kreuzung von Norfolk Trottern und Yorkshire Trottern sowie die Veredelung mit Arabern und dem Englischen Vollblut.

Durch die Veredlung mit weiteren Pferderassen wie dem Araber und dem Englischen Vollblut sowie eine strenge Selektion wurden Merkmale wie das elegante Aussehen, das Trabvermögen und die Ausdauer erreicht. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gab es mehrere Initiativen zur Vereinheitlichung der Zucht und zur Initiierung eines Zuchtverbands, die 1883 mit der Gründung der Hackney Horse Society und der Eröffnung eines Stutbuchs für Englische Traber Erfolg haben sollten. Die bis dato noch unterschiedlichen Traberzuchten der Region East Anglia im Osten Englands wurden fortan in eine Rasse gebündelt. Anfangs noch als starkes und ausdauerndes Zugpferd mit kräftiger Hinterhand geschätzt, entwickelte sich das Hackney Pferd immer mehr zu einem repräsentativen Kutschpferd mit hoher Knieaktion. Hierzu trug nicht zuletzt der Umstand bei, dass statt Pferdegespannen immer häufiger die Eisenbahn für längere Reisen genutzt wurde.

Neben dem Hackney Pferd wurde seit Ende des 19. Jahrhunderts auch das Hackney Pony gezüchtet, vorrangig auf Betrieben von Christopher Wilson. Mit dem Ziel, ein robustes Hackney mit typischen Ponymerkmalen zu züchten, kreuzte er die bereits bestehende Rasse des Hackney Pferds mit Welsh Ponys und Fellponys und erzielte damit, ergänzt durch eine strenge Selektion und robuste Haltung, den bis heute ebenfalls bestehenden Ponytyp. Dieser wird zusammen mit dem Hackney Pferd in einem Stammbuch geführt.

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Das Exterieur – das Hackney Pferd ist ein eleganter Kutschpferdetyp und edles Warmblut

Das Hackney Pferd gilt als einer der edelsten Kutschpferdetypen, präsentiert sich mit allen typischen Merkmalen eines eleganten Warmbluts und erreicht ein Stockmaß von 143 bis 165 Zentimetern. Hackney Ponys werden als Kleinpferde meist nur bis etwa 1,45 Meter groß. Der gerade bis konvexe Kopf ist eher klein und zeichnet sich durch große Augen, ein kleines Maul sowie kleine Ohren aus. Er sitzt auf einem nahezu geraden, schön geformten und langen Hals, der in kräftige Schultern mit niedrigem Widerrist übergeht. Erwünscht sind ein kompaktes Gebäude mit ausreichender großer Gurtentiefe, ein hoch getragener Schweif und eine muskulöse Hinterhand. Das Fundament soll sich mit kurzen Beinen, tief untergreifenden und starken Gelenken sowie gut geformten Hufen zeigen. Hinsichtlich der Fellfarbe sind vor allem Braune in allen Schattierungen, aber auch Rappen und Füchse maßgeblich. Das Fell erscheint äußerst seidig und fein und trägt damit einmal mehr zur eleganten Erscheinung der Rasse bei.

Wie alt werden Hackney Pferde?

Die Pferde können bis zu 30 Jahre alt werden.

Das Interieur des Hackney Pferdes

Das Hackney Pferd ist sehr lebhaft und temperamentvoll, überzeugt aber auch mit einer ausgeprägten Arbeitswilligkeit und hohen Ausdauer. Seine Nervenstärke und Unerschrockenheit machen ihn ebenso wie sein Selbstbewusstsein und seine Gelehrigkeit zu einem Pferd mit ausgezeichnetem Charakter. Rassetypisch sind außerdem eine große Bewegungsfreude und eine imposante Ausstrahlung.

Besonderheiten der Rasse

Als eleganter Kutschpferdetyp zeichnet sich das Hackney Pferd durch einen energischen Vorwärtsdrang und eine hohe Vorderhandaktion mit runder und hoher Knieaktion aus. Korrektheit und Brillanz sind hierbei maßgeblich. Die Aktion ist stets sehr hoch und kommt frei aus der Schulter heraus, zeigt sich jedoch nur wenig raumgreifend. Zugleich soll die Bewegung der Hinterhand ebenso korrekt sein wie die der Vorderhand und sich mit einem enormen Schub präsentieren. Auch im Stand zeigt sich das Hackney Pferd elegant und anmutig mit geraden Vorderbeinen und leicht nach hinten gestreckten Hinterbeinen. Der Kopf mit seinen wachsamen Augen und aufmerksam nach oben gespitzten Ohren wird sehr hoch gehalten.

Zu den Besonderheiten zählt nicht zuletzt das Gangwerk im Trab, das sich durch eine deutliche Schwebephase auszeichnet. Bei jedem Trabschritt scheint es so, als würde eine kleine Pause vorgenommen werden, bei der die Hufe den Boden kaum berührt. Dieser auffallende Trab wurde auch in der Zucht stark betont, sodass die Rasse den normalen Schritt kaum noch beherrscht.

Was ist besonders am Hackney Pferd?

Die Besonderheit liegt in der extremen Knieaktion.

Einsatzmöglichkeiten des Hackney Pferds

Aufgrund seiner Ausdauer und Bewegungsfreude, aber vor allem wegen der hohen Aktion im Trab und der immensen Ausstrahlung wird das Hackney Pferd insbesondere als Fahr- und Showpferd eingesetzt. Es ist bis heute ein als repräsentatives Kutschpferd gezüchteter Traber und erweist sich vor allem in der britischen Showszene als beliebtes Vorführpferd, das für seine ausgeprägte Knieaktion bewundert wird. Zugleich wird die Rasse in England auch immer häufiger als Freizeit- und Springpferd verwendet.

Hackney Pferd – Erbkrankheiten

Typische Erbkrankheiten sind bei Hackney Pferden nicht bekannt. Wie auch bei anderen Pferderassen beugen Pferdebesitzer mit einer artgerechten Haltung und einer gesunden Ernährung anderen Krankheiten vor. Dennoch gibt es körperliche Teilbereiche, die bei der Erfüllung einer Aufgabe besonders beansprucht werden.

Da es sich bei einem Hackney Pferd um ein Kutschpferd handelt, das die Aktionen der Vor- und Hinterhand in überdeutlicher Weise ausführt, liegt die hohe Belastung in den Knie- und Sprunggelenken. Führt das Fahrpferd die Gangart Trab aus, greift die Hinterhand im höchsten Grade vor, sodass es aussieht, als schwebe es. Dabei ist die extrem auffällig ausgeführte Bewegung der Knieaktion genetisch bedingt. Aus diesem Grund wird die Rasse aus England von vielen Pferdekennern und Fans auch als spektakulär und schön beschrieben. Ein intensiver Einsatz führt jedoch oftmals zu Gelenkschmerzen, die das Pferd körperlich und psychisch belasten. Zeigen sich erste Anzeichen, sollten Besitzer sofort erste Maßnahmen ergreifen. Um bereits im Ansatz entgegenzuwirken, sollte das Pferd regelmäßig eine Massage an den betroffenen Stellen bekommen. In der Förderung der natürlichen Bewegung des Hackneys erfahren die Gelenke eine solide Unterstützung und das richtige Training. Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel und andere mögliche Therapien erhalten die Gesundheit.

Unterbleiben die Gesundheit erhaltenden Maßnahmen, kann das Pferd an Arthritis erkranken. Zunehmend fehlt es an einer ausreichenden Pufferung durch den Knorpel, wodurch der darunterliegende Knochen angegriffen wird. Als Folge versteifen die Knochen durch die daraus entstehenden Knochenzubildungen. Die akute Gelenkentzündung bildet die Vorstufe zur Arthrose, die die Entzündung chronisch macht. Überlastungen wie ein zu frühes Training bei Vierbeinern, die noch zu jung sind, und zu hart geführte Trainingsstunden sollten vermieden werden.

Bekannte Pferde der Rasse

Die Rasse mit dem temperamentvollen und lebhaften Charakter ist für ihre Schnelligkeit und Ausdauer bekannt. Bekannte Hackney Pferde gab es bereits in der Geschichte. Schon aus den Anfängen der Zucht dieser Pferderasse gingen Siegerpferde hervor. Mitte des 19. Jahrhunderts stach eine Stute mit einer besonderen Glanzleistung hervor. Ganze 17 Meilen (ca. 27 km) trabte die Hackney Stute Phenomenon in 56 Minuten. Das Hackney Pferd als einstiges Zugpferd mit einer beeindruckenden Ausdauer entwickelte sich mit der Erfindung der Eisenbahn hin zu einem repräsentativen Kutschpferd, das lange Wegstrecken nicht mehr zurücklegen brauchte.

Mittlerweile veranstaltet die im Jahr 1883 gegründete Hackney Horse Society regelmäßig Shows als Vorqualifikation zu den Champion Shows. Jährliche nationale Zuchtschauen sind ebenso von der Partie. Zahlreiche Videos im Internet zeigen die Pferde auf Meisterschaften, bei denen sie die Zuschauer mit ihrer extremen Knieaktion beeindrucken. Die Rasse kommt hauptsächliche auf dem Gebiet Fahren zum Einsatz, da die Zucht ausschließlich Traber hervorbringen soll. Der Einsatz in der Dressur ist eher unüblich. Wer ein Pferd zu trainieren weiß, könnte auch ein Hackney Pferd reiten. Das Hackney Pferd wurde im Jahr 1907 in einem Dokumentarfilm unter dem Namen „Hackney Horse and Cart Parade“ präsentiert.

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