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Huzule

von Frederieke Wenning
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Der Huzule ist ein Kleinpferd, das heute hauptsächlich in Osteuropa verbreitet ist, auch Altösterreichischer Huzule genannt wird und ursprünglich aus der Bergregion Huzulei in den Ostkarpaten der heutigen Ukraine stammt. Die robuste Ponyrasse mit einem Stockmaß von maximal 145 Zentimetern geht in ihrem Ursprung vermutlich auf das Urwildpferd, den Tarpan, zurück. Mit ihrem freundlichen Wesen, ihrer Ausdauer und ihrem Leistungswillen erweist sich die Rasse als umgängliches Freizeitpferd, das sich hervorragend für das Wanderreiten sowie als Kutsch- und Wagenpferd eignet. Alles über die Pferderasse Huzule erfährst Du in diesem Artikel.

Wichtige Daten im Überblick

  • Ursprung: Huzulei, Ostkarpaten
  • Hauptzuchtgebiet: Osteuropa
  • Verbreitung: Osteuropa
  • Stockmaß: 125–147 cm
  • Erscheinungsbild: kompakt, kräftig und eher klein
  • Farben: vor allem Braune, Falben und Schecken
  • Haupteinsatzgebiet: Arbeitspferd, Zugpferd, Freizeitpferd

Zuchtgeschichte und Ursprung des Huzulen

Der Huzule stammt ursprünglich aus einem Gebiet, das nördlich der Bistritz in den Ostkarpaten liegt, der namensgebenden Huzulei. Hier waren Bergbauer, die Huzulen, ansässig, die das dort zunächst halbwild lebende und wahrscheinlich auf den Tarpan zurückgehende Bergpony als Trag- und Zugtier nutzen. Bis ins 19. Jahrhundert hinein waren es diese Bauern, die den Huzulen halbwild auf den Hochweiden der Bergregion züchteten, ehe durch die zunehmende Nachfrage nach vielseitigen Kavallerie- und Armeepferden eine geplante Zucht der Rasse begann.

Über lange Zeit konnten ursprungsbedingt drei Grundtypen des Huzulen unterschieden werden. Hierzu zählte zum einen der Tarpan-Typ, der die ursprünglichen Merkmale des Bergtarpans aufwies. Zum anderen waren dies der Bystrzec-Typ, der aus der Kreuzung zwischen Bergtarpan und Konik hervorging, sowie der Przewalsky-Typ, bei dem die Einkreuzung von Tartaren- und Mongolenpferden zu erkennen war. Etwa um 1870 wurden einige Huzulen in das kaiserlich-königliche Staatsgestüt Radautz im Nordosten des heutigen Rumäniens gebracht, um dort als Zuchttiere zur Kreuzung mit englischen Vollblut-Hengsten, Arabern und Koniks zu dienen. Ziel war es, Reit- und Zugpferde für die militärischen Zwecke der Streitkräfte Österreich-Ungarns in unwegsamem Gelände zu züchten – mit der Folge, dass der Huzule zwar größer wurde, aber der ursprüngliche Typ mit seiner Zähigkeit und Härte zunächst verloren ging.

Die Kriegswirren des 1. Weltkrieges machten zunächst eine Evakuierung der Zuchtpferde nach Niederösterreich notwendig. Der nach dem 1. Weltkrieg verbliebene Bestand wurde dann auf Rumänien, Ungarn, Polen und die Tschechoslowakei verteilt, wo sich noch heute Staatsgestüte für die Zucht des Huzulen befinden. Durch die Eröffnung des ersten Stutbuchs im Jahr 1924 wurde die Rasse fortan wieder rein gezüchtet. Zuvor hatten sich bereits im Laufe der Zeit sieben Hengstlinien entwickelt, auf die noch heute alle, in einem anerkannten Zuchtbuch eingetragenen Huzulen zurückgehen. Dies sind die Linien Goral, Polan, Hroby, Ousor, Pietrosu und Prislop.

 

Auch heute wird der Huzule mit der Methode der Reinzucht und mit geschlossenem Zuchtbuch gezüchtet. Maßgeblich sind die Staatsgestüte Lucina in Rumänien, Gładyszów in Polen, Topoľčianky in der Slowakei und Aggtelek in Ungarn. Darüber hinaus bestehen kleinere Zuchten in Deutschland und Österreich, wo der Huzule erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wieder Beachtung fand. So gibt es beispielsweise seit 1997 den Verband der Züchter des Huzulenpferdes in Österreich (VZHÖ) als österreichweit anerkannte Zuchtorganisation für die Rasse Huzule. Darüber hinaus besteht als Dachorganisation der anerkannten Huzulen-Zuchtverbände seit 1994 die Hucul International Federation (HIF). Zu den Mitgliedern gehören die Zuchtorganisationen der Länder Polen, Slowakei, Ungarn, Tschechien, Rumänien, Deutschland und Österreich. Seit 2003 führt der polnische Pferdezuchtverband zusammen mit der HIF das Zuchtbuch über den Ursprung der Rasse Huzule.

Wie teuer ist ein Huzule?

Die Rasse des Huzule ist bei uns recht selten, dennoch finden sich die Tiere vereinzelt bei Liebhabern. Ein Pony dieser Rasse kostet im Durchschnitt zwischen 4.000 und 7.000 Euro. In ihrem Heimatland sind die Tiere jedoch deutlich günstiger im Ankauf.

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Das Exterieur der Huzulen – kleine Pferde mit einem Gebäude im Rechteckformat

Der Huzule erreicht als Ponyrasse eine eher kleine Größe. Das Stockmaß beträgt bei Stuten 132 bis 143 Zentimetern, während Hengste etwa 135 bis 145 Zentimeter groß werden. Der ausdrucksvolle Kopf soll über eine leicht konkave Profillinie, große und weite Nüstern, lebhafte Augen und nicht zu große Ohren verfügen. Der Hals zeigt sich kurz bis mittellang und ist mittig angesetzt.

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Der Huzule erreicht als Ponyrasse eine eher kleine Größe.

Rassetypisch ist ein Körperbau im Rechteckformat, der sich durch eine schräg liegende und ziemlich kurze Kruppe mit einem niedrig angesetzten Schweif auszeichnet. Das Mindestmaß des Brustumfangs soll bei sechsjährigen Huzulen 30 Zentimeter über Stockmaß sein. Erwünscht ist darüber hinaus ein trockenes und ausreichend kräftiges Fundament mit großen und kräftig ausgeprägten Hufen. Mitunter kann eine leichte Kuhhessigkeit auftreten, die aber toleriert wird. Nicht zuletzt sieht das Zuchtziel einen Röhrbein-Umfang von mindestens 16 bis 19 Zentimetern bei Stuten und 17 bis 20 Zentimetern bei Hengsten vor. Hinsichtlich der Fellfärbung kommen beim Huzulen alle Farben mit Ausnahme von Schimmeln vor, darunter auch Schecken. Am häufigsten kommen aber Braune, Falben oder Isabellen vor, oft mit typischen Wildpferdeabzeichen wie einem Aalstrich, einer schwarzen Fesselstreifung, die wie angedeutete Zebrastreifen an den Beinen erscheint, und einem Rückenkreuz. Dies lässt den Schluss zu, dass der Huzule in seinem Ursprung auf das Urwildpferd, den Tarpan, zurückgehen könnte.

Das Interieur – der Huzule ist eine genügsame und umgängliche Rasse

Mit seiner natürlichen Robustheit erweist sich der Huzule als sehr anspruchsloses und genügsames Pferd, das über einen ausgeglichenen und freundlichen Charakter verfügt. Typisch für die Rasse sind ihre ausgeprägte Leistungsfähigkeit, Gesundheit und ihre Ausdauer. Außerdem ist der Huzule ebenso mutig und leichtrittig wie vorwärtsstrebend, ohne dabei einem Fluchttyp zu entsprechen. Nicht zuletzt machen ihn sein umgängliches Wesen und seine Nervenstärke sowie seine Langlebigkeit, Gelehrigkeit und Trittsicherheit zu einem idealen Freizeitpferd.

Wie groß wird ein Huzule?

Das Stockmaß der Huzule liegt im Durchschnitt bei 125–147 cm. Damit werden sie zu den Ponys gezählt.

Huzule im Video

So kann der Huzule eingesetzt werden

Der Huzule erweist sich als ideales Freizeitpferd, das ebenso von Kindern wie von Erwachsenen geritten werden kann. Er wird insbesondere für das Wanderreiten und Trecking eingesetzt, macht sich aber auch sehr gut als Kutsch– und Wagenpferd. Darüber hinaus ist er sehr gut für die Hippotherapie und Rekreation geeignet. Beim Reiten präsentiert er sich mit einem taktreinen und elastischen Bewegungsablauf und genügend Aktivität in der Hinterhand.

Besonderheiten rund um den Huzulen

Da der Huzule lediglich in Osteuropa mit relativ großen Beständen gezüchtet wird, gehört er zu den gering verbreiteten Pferderassen. Folglich wird er auch seit 2001 im Rahmen des österreichischen Programms für umweltgerechte Landwirtschaft als eine erhaltenswerte, aber vom Aussterben bedrohte Rasse geführt.

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Da der Huzule lediglich in Osteuropa mit relativ großen Beständen gezüchtet wird, gehört er zu den gering verbreiteten Pferderassen.

Wie viel Gewicht kann ein Huzule tragen?

Eine genaue Gewichtsangabe gibt es hier nicht, jedoch können die kräftigen Ponys meist ohne Probleme einen erwachsenen Menschen mit 70 kg tragen.

Erbkrankheiten bei den Huzule

Beim Huzule handelt es sich um ein kräftiges und robustes Arbeitspferd, das speziell gezüchtet wurde, um Lasten zu tragen und Kutschen zu ziehen. Die Tiere gelten als widerstandsfähig und gesund. Offiziell gibt es keine Erbkrankheiten innerhalb der Rasse. Dennoch berichten Tierärzte und Besitzer davon, dass die Beine der Huzulen zu Fehlstellungen neigen. Dies kann die Belastbarkeit und allgemein die Gesundheit und die Lebenserwartung der Pferde stark beeinflussen. Die Fehlstellung wird allgemein als Kuhhessigkeit – oder auch als „X-Beine“ bezeichnen. In einer leichten Form wird es nicht einmal als Ausschlusskriterium bei der Zucht angesehen. Eine Fehlstellung der Beine kann Probleme im Gangbild verursachen und bei einer ungünstigen Belastung zu Entzündungen in den Gelenken führen. Bei sichtbaren Fehlstellungen sollte der Besitzer daher den Rat eines Tierarztes einholen und das Pferd nicht mehr schwer belasten.

Bekannte Pferde der Rasse

Die bekanntesten Vertreter der Rasse der Huzule sind die sieben Hengste, auf denen die Zucht der Tiere basiert. Alle heutigen Huzule lassen sich auf eine dieser sieben Hengstlinien zurückverfolgen. Die Hengste dieser Linien sind:

  • Hroby
  • Goral
  • Gurgul
  • Polan
  • Ousor
  • Pietrosu
  • Prislop

Da die Tiere in erster Linie als Arbeitspferde oder für Kinderreiten eingesetzt werden, haben es bisher noch keine Vertreter der Rasse auf die große Leinwand geschafft und auch im Sport kommt das Huzule nicht zum Einsatz.

Wie alt werden Huzulen?

Da die Huzule zu den Ponys gehören haben sie eine durchschnittliche Lebenserwartung von rund 30 Jahren, wobei dies immer von der Gesundheit und der Haltung des jeweiligen Tieres abhängt.

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