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Oldenburger Springpferd

von Frederieke Wenning
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ehorses Trainingstagebuch

Oldenburger Springpferde sind Oldenburger, die mit Hinblick auf den Springsport gezüchtet werden. Die Zucht von Spitzenspringpferden für den internationalen Sport ist das Ziel. Bei Oldenburger Springpferden wird besonderer Wert auf das Springvermögen der Pferde, ihre Leistungsbereitschaft, Rittigkeit, Reaktionsschnelligkeit sowie ihre gesundheitliche Härte gelegt. Die züchterische Arbeit zielt auf die Zusammenführung von bestem Zuchtmaterial ab, um den Zuchtfortschritt möglichst rasch voranzutreiben. Alles über das Oldenburger Springpferd erfährst Du in diesem Artikel.

Wichtige Daten zum Oldenburger Springpferd im Überblick

  • Ursprung: Oldenburg, Deutschland
  • Hauptzuchtgebiet: Deutschland
  • Verbreitung: vor allem Deutschland
  • Stockmaß: 165 cm bis 179 cm
  • Gewicht: 550 bis 700 kg
  • Erscheinungsbild: edles Sportpferd
  • Farben: alle Grundfarben (Schimmel, Fuchs, Brauner, Rappe), Schecken eher selten
  • Haupteinsatzgebiet: Sport- und Kutschpferd

Herkunft/Ursprung der Rasse

Der Ursprung der Rasse der Oldenburger liegt in der Pferdezucht des Grafen Anton Günther von Oldenburg (1583 bis 1667). Dieser galt als großer Pferdekenner und Förderer der Pferdezucht. Auf ihn sowie die Region Oldenburg geht auch die Rassebezeichnung zurück. Anfang des 17. Jahrhundert waren die Vorgänger des Oldenburger Pferdes, das wir heute kennen, deutlich schwerer im Typ. Die Pferde galten als sehr kräftige Zug- und Arbeitspferde. Graf Anton Günther von Oldenburg erkannte das Potential der Rasse und züchtete Pferde, die stolz und elegant waren, aber dennoch die Kraft der ursprünglichen Arbeitspferde beibehielten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich so ein sehr ausdrucksstarkes und starkes Kutschpferd. Den typischen Ramskopf behielten die Pferde ebenfalls bei.

Im Jahr 1820 fand die erste staatlich verordnete Hengstkörung statt. 1861 wurde ein Stammregister eingeführt und am 09. April 1897 wurden zwei Pferdezuchtverbände durch das Pferdezuchtgesetz gegründet. Diese beiden Verbände schlossen sich 1923 zum Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes zusammen. In den darauffolgenden Jahren wurde die Rasse durch Einkreuzungen von Hannoveranern und Holsteinern sowie Vollblütern veredelt. Durch die Kombination der verschiedenen Blutströme wurde ein elegantes und hocherfolgreiches Sportpferd geschaffen, das sich bis heute in internationalen Prüfungen in der Weltspitze zeigt.

Im Jahr 2001 trennte sich der Springpferdezuchtverband Oldenburger International von dem Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes ab. In diesem Zuge entstand auch ein eigenes Zuchtbuch der Rasse Internationales Oldenburger Springpferd. Beide Verbände kooperieren miteinander. So entstand der Dachverband Oldenburger Pferdezuchtverband im Jahr 2011.

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Beschreibung des Exterieurs

Während Oldenburger früher eher kräftige Arbeitspferde waren, sind die modernen Rassevertreter elegante, kräftige Sportpferde. In der Zucht wird auf ein korrektes Fundament und kräftige, trockene Gliedmaßen geachtet. Oldenburger sind relativ großrahmige Pferde mit langen Beinen. Die Schulter ist lang und steil, der Hals kräftig. Der mittelgroße Kopf ist ausdrucksvoll und weist ein gerades Profil auf. Der früher typische Ramskopf ist mittlerweile nur noch selten zu sehen. Der breite Rumpf ist oft gut bemuskelt. Der starke Rücken weist einen ausgeprägten Widerrist auf. Die Kruppe ist muskulös und nur leicht abfallend.

Wie sehen Oldenburger Springpferde aus?

Oldenburger Springpferde sind elegante Sportpferde mit langen Beinen. Früher war der typische Ramskopf ein besonderes Erkennungsmerkmal, heute wurde dieser weitestgehend herausgezüchtet.

Oldenburger Springpferd im Video

Oldenburger Springpferd – Interieur

Oldenburger gelten als gutmütige, verlässliche Pferde. Ihr freundlicher Charakter macht sie sehr angenehm und unkompliziert im Umgang. Die Pferde sind nervenstark und mutig und lassen sich nur schwer aus der Fassung bringen. Gleichzeitig sind die Pferde sehr rittig und leistungsbereit. Sie besitzen ein angenehmes Go und schnelle Reaktionen, was sie zu talentierten Sportpferden macht.

Wie alt werden Oldenburger Springpferde?

Oldenburger Springpferde werden zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Einsatzgebiete der Rasse

Durch ihren liebenswürdigen Charakter sind Oldenburger ideale Anfänger-, Freizeit- und Kinderpferde. Sie sind nervenstark und ausgeglichen und passen auf die Menschen in ihrer Umgebung auf. Durch ihre Reaktionsschnelligkeit und das enorme Sprungvermögen sind Oldenburger aber auch ideale Springpferde, die bis in die hohen Prüfungen erfolgreich sind. Mit taktsicheren und raumgreifenden Grundgangarten, der natürlichen Aufrichtung und einer aktiven Hinterhand sind die Pferde aber auch für den Dressursport und die Vielseitigkeit interessant. Und auch vor der Kutsche wissen Oldenburger zu glänzen.  Letztlich sind Oldenburger echte Allrounder, die in allen Sparten des Freizeit- und Pferdesports zu begeistern wissen.

Wie teuer ist ein gutes Springpferd?

Der Preis für ein Springpferd hängt von dem Talent, der Abstammung, dem Alter und Ausbildungsstand des Pferdes ab. Je nachdem gibt es Pferde vom vierstelligen bis zum sechs- oder siebenstelligen Bereich zu kaufen.

Besondere Merkmale vom Oldenburger Springpferd

Früher waren Oldenburger für ihren ausgeprägten Ramskopf bekannt. Auch wenn dieser durch Einkreuzungen weitestgehend verschwunden ist, wird die Rasse immer noch mit dieser Kopfform in Verbindung gebracht.

Wie groß wird ein Oldenburger Springpferd?

Oldenburger Pferde werden zwischen 1,65 m und 1,79 m groß.

Erbkrankheiten

Genetisch bedingte Krankheiten sind in der Oldenburger Pferdezucht nicht bekannt. Oldenburger Springpferde gelten als relativ robust.

Bekannte Pferde der Rasse

Durch den Fokus der Oldenburger Zucht auf sportliche Höchstleistungen gibt es zahlreiche erfolgreiche und bekannte Rassevertreter. In der Dressur sind hocherfolgreiche Pferde wie Bonfire (unter Anky van Grunsyen), Fabiola (unter Hannolore Brenner im Para-Sport) und Renoir-Unicef (unter Ann Kathrin Linsenhoff) zu nennen. Einer der prägendsten dressurgezogenen Oldenburger ist wohl der Hengst Donnerhall, der unter seiner Reiterin Karin Rehbein nicht nur hocherfolgreich im internationalen Sport lief, sondern auch als Deckhengst Geschichte schrieb. Zuletzt wusste die Oldenburger Stute Weihegold unter Isabell Werth die Welt des Dressursports zu verzaubern.

Unter den Oldenburger Springpferden gibt es ebenfalls sehr erfolgreiche Vertreter. Hier ist Weihaiwei (unter Frank Sloothaak) zu nennen, aber auch Sandro Boy, der unter Marcus Ehning das Weltcupfinale 2006 gewann.

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