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Welsh-C

von Frederieke Wenning
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Der Welsh-Cob ist der Typ C der in vier verschiedenen Sektionen gezüchteten Welsh Ponys und vereint eine außerordentliche Robustheit und Kraft mit reichlich Adel und einem edlen, imposant wirkenden Äußeren. Der muskulös gebaute Cob-Typ (Welsh-C) präsentiert sich mit einem Stockmaß von mindestens 137 Zentimetern und mit Ausnahme von Schecken in allen Fellfarben. Als vielseitig begabtes und umgängliches Freizeitpony zum Reiten und Fahren ist das Welsh-C heute nicht nur in seiner britischen Heimat, in den walisischen Bergen Englands, sondern weltweit sehr beliebt. Welsh Ponys und Cobs sind alte walisische Pferderassen mit keltischem Ursprung und werden seit 1931 zur besseren Zuchtsystematik in vier Sektionen unterteilt sowie seit 1960 mit geschlossenem Stutbuch in Reinzucht gezüchtet.

Was bedeutet Welsh-C?

Welsh-C steht für Pony im Cob-Typ der Sektion C.

Wichtige Daten im Überblick

  • Ursprung: Wales
  • Hauptzuchtgebiet: weltweit
  • Verbreitung: weltweit
  • Stockmaß: bis 137 cm
  • Gewicht: bis 320 kg
  • Erscheinungsbild: kräftig, stämmig
  • Farben: Rappen, Schimmel, Füchse, Braune, Palominos, Falben, Perlinos, Cremellos, keine Schecken
  • Haupteinsatzgebiet: Reit- und Fahrpferd

Wie alt werden Welsh Cobs?

Welsh Ponys im Cob-Typ können über 20 Jahre alt werden.

Herkunft und Ursprung der Pferderasse

Der Welsh-Cob wird seit über 800 Jahren gezüchtet und geht in seinem Ursprung auf die robusten Ponys zurück, die bereits zur Keltenzeit im walisischen Bergland beheimatet waren. Heute als Welsh Ponys und Cobs bekannt, waren die kleinen, ausdauernden und leichtfuttrigen Pferde bei den Kelten vielfach eingesetzte Trag- und Zugponys für ihre Züge durch ganz Europa. Über die Jahrhunderte hinweg entwickelte sich eine fortschreitende Zucht der walisischen Pferderassen, die auch durch die Einkreuzung von Berbern und arabischen Vollblütern beeinflusst wurden. Zugleich lebte ein Großteil der Welsh Ponys in freier Wildbahn in den Bergen Wales und wurde so auch durch das Dekret Henrys VII, das eine Tötung kleiner Ponys unter 148 Zentimetern vorsah, nicht beeinträchtigt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfuhr die Zucht einen deutlichen Fortschritt, denn 1901 gründete sich die Welsh Pony and Cob Society als eigenständiger Zuchtverband. Bereits ein Jahr später wurde das erste Stutbuch mit rund 200 eingetragenen Tieren veröffentlicht. Seit 1931 werden die Ponys und Cobs in die bis heute bestehenden vier Sektionen eingeteilt und seit 1960 im Zuge der Schließung des Stutbuchs in Reinzucht ohne Fremdbluteinfluss gezüchtet.

Heute gibt es auch in Deutschland Gestüte, die sich der Zucht von Welsh-Ponys gewidmet haben. Dabei setzen die Züchter in Hinsicht auf die Sektionen den Schwerpunkt unterschiedlich. Beispielsweise hat sich das Welsh-Gestüt Elisenhof in Untermünkheim-Übrigshausen des Landkreises Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg) auf die Zucht von Welsh-B und Welsh-C Ponys spezialisiert. Neben anderen Hengsten der Sektion B und Stuten hat dort auch ein Welsh-C Hengst seine Heimat.

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Wie groß ist ein Welsh-C?

Ein Welsh-C kann eine Größe von bis zu 137 cm erreichen.

Das Exterieur des Welsh-C

Der Welsh-Cob präsentiert sich mit einem muskulösen, sehr kräftigen Körperbau, der sein Erscheinungsbild äußerst imposant wirken lässt. Entsprechend des Zuchtziels ist ein Stockmaß von mindestens 137 Zentimetern vorgesehen. Im Durchschnitt werden die Ponys aber durchaus 1,45 bis 1,55 Meter groß. Der ausdrucksvolle, edle Kopf besticht mit seinem typischen Pony-Charakter und verfügt über eine breite Stirn, lebhafte und große Augen sowie weite Nüstern und gut positionierte Ohren. Eine Ramsnase ist ebenso unerwünscht wie eine zu geringe Ganaschenfreiheit. Der Hals zeigt sich ausreichend lang, gut angesetzt und mit einem leichten Genick.

Der Welsh-Cob präsentiert sich mit einem muskulösen, sehr kräftigen Körperbau, der sein Erscheinungsbild äußerst imposant wirken lässt.

Ebenso harmonisch geformt ist auch der stark bemuskelte Körper mit einem deutlich geschwungenen Rücken, schrägen und langen Schultern sowie einer breiten Brust. Charakteristisch sind beim Welsh-Cob außerdem die melonenförmige Kruppe einschließlich guter Behosung, der schön getragene und gut angesetzte Schweif, eine aufgerichtete Haltung und die große Gurtentiefe. Das Fundament ist trocken, besonders kräftig und zeichnet sich durch ovale, kurze Röhren, starke Gelenke, mittellange Fesseln und runde, gut geformte Hufen aus. Erwünscht ist darüber hinaus ein Kötenbehang mit seidigem Langhaar. Hinsichtlich der Fellfärbung sind sämtliche Farben mit Ausnahme von Schecken erlaubt.

Beschreibung des Interieurs

Die Leistungsbereitschaft eines Welsh-C harmoniert hervorragend mit seiner inneren Ausgeglichenheit. Diese spielt besonders im Rahmen des Fahrsports eine wichtige Rolle. Das in sich ruhende Pony zeigt dabei weder Nervosität noch Schreckhaftigkeit. Wer damit liebäugelt, ein Exemplar dieser Rasse zu kaufen, darf sich daher auf ein ruhiges Pony freuen. Im Tourismus vor die Kutsche gespannt, verhält sich das Tier geduldig und verlässlich.

Kennzeichnend für die Rasse ist auch ihr Mut, der vor allem in der Disziplin Springen von Nutzen ist. Das leistungsbereite Tier lässt sich aufgrund seiner hohen Intelligenz gut ausbilden.

Welsh-C Pony im Video

Wofür eignen sich Welsh-C?

Die Rasse eignet sich als Reit- oder auch Fahrpferd

Besondere Merkmale und Einsatzgebiete vom Welsh-C

Besonderes Merkmal eines Welsh-Pony im Cob-Typ ist die auffällig kräftige Hinterhand. Als Motor des Pferdes ist sie stärker als die Vorhand. Gleichwohl bringt sie der Rasse einen enormen Vorteil für alle Reitdisziplinen. Denn die Kraft der Hinterhand bringt den nötigen Schwung nach vorne bei allen Gangarten. Vor allem beim Springen macht sich die Stärke des walisischen Vierbeiners deutlich bemerkbar. Entsprechend gut kann das Tier während des Bewegungsvorgangs Gewicht aufnehmen. Für die richtige Balance tritt die Hinterhand dabei immer unter den eigenen Schwerpunkt.

Weil die Waliser von Natur aus mit einer exzellenten Bewegungsaktivität bedacht wurden, sieht man sie häufig als Springpferde im Rahmen von sportlichen Wettbewerben. In der Sprungphase sorgt die zusätzlich ausgebildete Hinterhand für die Bestimmung der Weite der Flugkurve, während in den Vorderbeinen die eigentlichen Katapulte liegen, die die Vorhand heben sowie den Absprungwinkel und damit die Sprunghöhe bestimmen.

Zum muskulösen Körperbau zählt auch die Schultergürtelmuskulatur eines Welsh-C Ponys. Sie ist gut gekräftigt und fängt bei der Landung eines Sprungs die doppelte Bewegungsenergie ab. Im Springsport zeigt das walisische Pony daher gerne, was es kann.

Geeignet ist die Rasse auch für den Fahrsport oder Fahren im Allgemeinen. Gerne gesehen sind Pferde oder Ponys mit einem kräftigen Körperbau. Richtig trainiert, übt das Welsh-C Pony die Grundgangarten in elastischer Weise aus, was für den Fahrsport von Vorteil ist. Auch die Voraussetzung einer schrägen Schulter, die bei Fahrpferden gerne gesehen sind, erfüllt der Vierbeiner. Seine Schultern können das Fahrgeschirr aufgrund der schrägen Anatomie optimal aufnehmen. Darüber hinaus ermöglichen sie eine beim Trab gewünschte aufwendige Aktion der Vorhand.

Beliebt ist ein Welsh Pony im Cob-Typ vor allem als Freizeitpferd beispielsweise auf den Gebieten Wanderreiten und Trekking. Als Reitpony kann es nicht nur Jugendliche, sondern auch das Reitergewicht von Erwachsenen tragen.

Bekannte Pferde der Rasse

Ein ausgewähltes Welsh Pony im Cob-Typ durfte bereits in dem Blockbuster „Herr der Ringe: Die Gefährten“ mitspielen. Als ein vor den Karren gespanntes Pony durfte es keinen anderen als den Zauberer Gandalf ins Auenland der Hobbits fahren. Der braune Waliser der Sektion C mit dem wirklichen Namen Lorien Clyde wurde der neuseeländischen Züchterin Colleen Rebay extra für den Einsatz im Film abgekauft. Der Wallach lebt nun niedergelassen an einem anderen Ort.

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