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Reitbeteiligung suchen und finden – Die Nadel im Heuhaufen

von Ann-Christin Villnow
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Nicht jeder Pferdefreund hat immer die Möglichkeit, ein eigenes Pferd zu unterhalten, genau sowie nicht jeder Reiter immer ausreichend Zeit findet, um seinem Vierbeiner gerecht zu werden. In beiden Fällen kann eine Reitbeteiligung Abhilfe verschaffen.

Nicht umsonst erfreuen Reitbeteiligungen sich immer größerer Beliebtheit.  Aber nicht immer verläuft die Suche nach einem passenden Pferd oder einem passenden Reiter so einfach. Und auch, wenn ein passender Deckel zum Topf gefunden scheint, kann es schnell zu Problemen im Miteinander kommen, weil die Vorstellungen doch nicht so richtig zusammenpassen.

Ich habe in meinem bisherigen Reiterleben beide Seiten kennengelernt: Ich habe sowohl als „pferdeloser Reiter“ ein Pferd gesucht, als auch für mein eigenes Pferd eine passende Unterstützung. Und ich kann sagen: Beide Suchen waren zeitintensiv, nervenaufreibend, häufig demotivierend und in vielen Fällen erfolglos. Während meiner Suche habe ich Fehler gemacht und immer wieder dazugelernt. Ich bin sicher, dass es vielen anderen Pferdefreunden ähnlich ergeht.

Daher möchte ich euch heute ein paar Tipps an die Hand geben, die euch die Suche nach einem passenden Pferd oder einem geeigneten Reiter vielleicht ein wenig erleichtern können und dafür sorgen, dass ihr schnell ein tolles Pferd-Reiter-Gespann findet!

Was wollt ihr?

Die vielleicht wichtigste Frage, wenn ihr euch auf die Suche nach einer Reitbeteiligung macht: Was sucht ihr überhaupt? Welche Vorstellungen habt ihr von eurer Reitbeteiligung? Möchtet ihr als Nicht-Pferdebesitzer einfach nur ein wenig Stallluft schnuppern und sucht den Umgang mit dem Partner Pferd? Möchtet ihr entspannt ausreiten? Oder sucht ihr ein Pferd, auf dem ihr euch sportlich weiterentwickeln, dazulernen und vielleicht sogar das ein oder andere Turnier bestreiten könnt?

Neben Gedanken zum Pferd solltet ihr euch auch fragen, wie der Stall aussehen soll, in dem euer potentielles Reitbeteiligungs-Pferd steht, und wie weit dieser entfernt sein darf. Natürlich kann man darauf nur bedingt Einfluss nehmen und im Vordergrund eurer Suche sollte stets das Pferd stehen, aber ganz außer Acht lassen solltet ihr „euren“ neuen Stall nicht: Wenn ihr arbeitstätig seid und auch im Winter spät abends noch ein paar Runden reiten wollt, macht ein Stall mit unbeleuchtetem Reitplatz wenig Sinn – und auf Dauer auch wenig Freude. Andersherum werdet ihr euch in einem pikfeinen Turnierstall möglicherweise nicht wohlfühlen, wenn ihr eigentlich nur ein bisschen putzen und betüddeln wollt und es euch nicht um reiterliche Fortbildung oder Turniere geht. Und wer auf das Fahrrad angewiesen ist, sollte im 20 Kilometer entfernten Stall am Stadtrand nicht nach einem Pferd suchen.

… auch als Pferdebesitzer

Auch als Pferdebesitzer solltet ihr euch vorab im Klaren sein, was genau ihr für Ansprüche an eine Reitbeteiligung habt: Möchtet ihr euer Pferd einfach nur beschäftigt wissen? Soll es weiter gefördert und ausgebildet werden? Oder seid ihr auf der Suche nach einem Reiter, der euer Pferd im Gelände oder auf dem Platz entspannt bewegt?

Am besten macht ihr euch im Vorfeld euer Suche ein wenig genauer Gedanken zu euren Wünschen und Vorstellungen. Natürlich sollt ihr euch nicht auf ein Traumpferd oder einen idealen Reiter versteifen, aber eine ungefähre Vorstellung davon, was ihr sucht, solltet ihr schon haben. Denn niemandem ist geholfen, wenn ihr als lernbegieriger Reiter mit Turnierambitionen vor einem Rentner-Pony steht, welches regelmäßig sein Zusatzfutter bekommen und ab und an spazieren gehen soll. Und auch der Pferdebesitzer wird mit einem etwas verunsichertem Wiedereinsteiger auf seinem Jungpferd nicht unbedingt glücklich werden.

Sucht vielfältig!

Wenn ihr euch also Gedanken gemacht und eine ungefähre Vorstellung von eurer zukünftigen Reitbeteiligung habt, geht es an die eigentliche Suche. Viele Suchende schlagen zunächst den Weg ins Internet ein und durchforsten diverse Internetseiten und Foren. Das ist sicherlich zunächst einmal der schnellste und einfachste Weg. Das Angebot ist groß und die Kommunikation einfach. Doch versteift euch nicht auf die reine Suche im Internet. Sicherlich ist das Angebot hier riesig – aber auch die Konkurrenz, denn ihr seid nicht allein auf der Suche!

Daher bedenkt auch andere Wege bei eurer Reitbeteiligungssuche. Fahrt in benachbarte Ställe und fragt, ob ihr einen Aushang ans schwarze Brett hängen dürft – besonders viele der älteren Pferdebesitzer suchen nicht unbedingt im Internet nach einer passenden Reitbeteiligung. Ebenfalls könnt ihr Reitkollegen und Freunde nach einem potentiellen Pferd fragen – Reiter reden gern über Pferde und daher viel mit anderen Reitern und eigentlich hat immer gerade jemand von jemandem gehört, der jemanden sucht, der… na, ihr wisst schon! Auch als suchender Pferdebesitzer lohnt sich das Gespräch mit Stallkollegen und anderen Pferdebesitzern.

Seid ehrlich!

Wenn ihr euch auf die Suche macht und Aushänge verteilt, im Internet eine Suchanzeige aufgebt oder aber euch bei einer Anzeige meldet, um euch vorzustellen: Bleibt ehrlich. Es ist nur natürlich, dass man sich als Reiter möglichst gut verkaufen möchte. Und auch als Pferdebesitzer ist einem daran gelegen, sein Pferd positiv dastehen zu lassen. Aber auch hier gilt: Es hilft euch nicht weiter, wenn ihr euch bei eurer Bewerbung mit Profi-Reitkenntnissen brüstet, beim Probereiten aber kaum richtig angaloppieren könnt. Und wenn ihr euer Pferd als „lieb im Umgang und ohne Unarten“ beschreibt, sollte eure potentielle Reitbeteiligung ohne Angst vor Bissen und Schlägen alleine satteln können.

Versucht also, ein möglichst realitätsnahes Bild von euren Reit- und Pferdekenntnissen bzw. von eurem Pferd zu erschaffen. Niemand ist perfekt und kleine Fehler sind nur menschlich. Keiner erwartet von euch, dass ihr eine Grand Prix-Aufgabe reiten könnt oder ein S-Springpferd zur Verfügung stellt – und falls doch, sollte es in der Suchanzeige stehen. Bleibt bei der Wahrheit, das vermeidet unangenehme Überraschungen beim Probereiten und Lästereien im Nachhinein. Denn wenn der ehemalige Interessent im Nachbarsstall herum erzählt, wie abgehoben Pferdebesitzer xy ist oder aber der Besitzer herausposaunt, was ihr glaubt zu können, ist euch bei eurer Suche auch nicht geholfen.

Und falls ihr nach dem Probereiten feststellt, das Pferd und Reiter so gar nicht zueinander passen, ihr euch nicht wohlgefühlt habt oder euch eine Zusammenarbeit auf Dauer nicht vorstellen könnt: Sprecht auch dies ehrlich an. Wahrnehmungen können ziemlich unterschiedlich sein, aber eine freundliche Erklärung und ein dankbares, aber entschiedenes „Nein“ sind meistens die bessere Wahl als ein „Das war total super!“, um anschließend zufälligerweise die Telefonnummer zu verlegen…

Klärt die Kosten und Versicherungen frühzeitig!

Das perfekte Pferd oder der ideale Reiter sind gefunden, alles passt zusammen und man freut sich eigentlich nur noch auf die gemeinsame Zeit – bis eine der beiden Seiten die Kostenfrage anspricht und die Vorstellungen plötzlich auseinanderklaffen.

Je nach Anzahl der Tage, Ausbildungsstand von Pferd und Reiter, Reitmöglichkeiten/Stall und weiteren Faktoren wie Unterrichtsteilnahme variiert der Preis für eine Reitbeteiligung stark. Mancher Besitzer verlangt kein Geld, weil sein Pferd beispielsweise nur bedingt reitbar ist und ist froh und glücklich, wenn sein Pferd gut versorgt wird. Wer hingegen ein gut ausgebildetes Pferd zur Verfügung stellt, darf auch ein paar Euros mehr dafür verlangen. Klärt die Kostenfrage am besten im Vorfeld bei der Kontaktaufnahme oder spätestens im Rahmen des Probereitens, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden! Auch solltet ihr abklären, welche weiteren Kosten gegebenenfalls auf euch zukommen (Unterricht/Hufschmied/Tierarzt usw.). Hier weichen die Vorstellungen manchmal ebenfalls voneinander ab.

Darüber hinaus solltet ihr euch auch über einen Schadensfall Gedanken machen. Ist eure Reitbeteiligung versichert, wenn sie mit eurem Pferd unterwegs ist? Und was passiert, wenn die Reitbeteiligung sich verletzt? Es gibt spezielle Fremdreiterversicherungen und Verträge, um für einen Ernstfall gewappnet zu sein – auch darüber solltet ihr im Vorfeld sprechen!

Bleibt hartnäckig!

Manche Suchenden berichten, dass sie ihr Traumpferd oder ihren seelenverwandten Reiter innerhalb kürzester Zeit gefunden haben, doch in den meisten Fällen muss man ziemlich viel herumprobieren, ehe die perfekte Reitbeteiligung dabei ist. Manchmal entscheidet sich ein Besitzer doch für einen anderen Reiter, der geeigneter für sein Pferd erscheint, oder aber euer Interessent springt im letzten Moment ab, weil er ein passenderes Pferd für sich gefunden habt. Das ist ärgerlich, aber auch nicht zu verhindern.

Jeder von uns, egal ob Reiter oder Besitzer, möchte natürlich das Beste für sich oder sein Pferd finden – daher lohnt es sich, ein wenig mehr Zeit in die Suche zu investieren. Vielleicht hilft es, euren Suchradius zu erweitern oder eure Vorstellungen ein wenig anzupassen. Oder aber ihr müsst einfach ein wenig mehr Geduld haben, bis euer Traumpferd „auf den Markt kommt“ oder ein Traumreiter genau euer Pferd sucht!

Ich hoffe, ihr könnt mit dem ein oder anderen Tipp etwas anfangen und findet schnell eure perfekte Reitbeteiligung!

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4 Kommentare

Die Nadel im Heuhaufen: Reitbeteiligungen suchen und finden – Ann-Christin Villnow Equestrian Blog 1. März 2016 - 19:46

[…] Hier findet ihr den Beitrag zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen! […]

Antworten
Reitbeteiligung: Dos and Don'ts für Reitbeteiligungen | ehorses Blog 16. Januar 2017 - 7:29

[…] Reitbeteiligung suchen und finden – die Nadel im Heuhaufen? […]

Antworten
Camilla Schuschnigg 26. Februar 2021 - 11:54

Hallo ich suche eine Reitbeteiligung in Wien.
Ich bin 11 Jahre und keine Anfängerin.

Antworten
Michelle Holtmeyer 2. März 2021 - 8:17

Hallo Camilla,

wir wünschen Dir ganz viel Glück bei der Suche. Vielleicht wirst Du ja in unseren Anzeigen fündig? – https://www.ehorses.de/reitbeteiligung

Ganz liebe Grüße
Dein Team von ehorses

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