Startseite » Bockhuf beim Pferd – Was ist das?

Bockhuf beim Pferd – Was ist das?

von Frederieke Wenning
0 Kommentar

Der Bockhuf beim Pferd wird auch Sehnenstelzhuf genannt und bezeichnet eine Fehlstellung, die bei den Gliedmaßen von Pferden vorkommen kann. Der Huf ist derart unnatürlich und steil geformt, dass eine normale Belastung und Nutzung in extremen Fällen nicht möglich ist.

Symptome – So erkennst Du einen Bockhuf

Die Fehlstellung ist äußerlich bei einer genauen Betrachtung des Hufes von der Seite zu erkennen, wenn das Pferd mit seinen beiden Vorder- und Hinterhufen nebeneinander steht. Im Idealfall, also bei einer korrekten Stellung, sollte die obere Seite der Hufwand parallel zu einer imaginären Linie stehen, die in der Mitte durch das Fesselbein verläuft. Ist dies nicht der Fall, fällt die unnatürliche Stellung direkt ins Auge, zumal der Huf als Anpassung an die unnatürliche Fehlstellung deutlich verformt ist. Sowohl das Huf- als auch das Krongelenk weisen eine Beugestellung auf. Die natürliche Huf-Fessel-Achse ist nicht mehr gegeben.

Bockhuf durch Vererbung? Die Ursachen

Der Bockhuf ist in vielen Fällen angeboren und daher genetisch bedingt, kann auch erworben werden. So entwickelt sich die Fehlstellung möglicherweise auch bei Pferden mit gesunden Hufen in den ersten Monaten oder Lebensjahren, wenn sie verhältnismäßig zum Hals gesehen über sehr lange Beine verfügen. Der Hals ist meist zu kurz und die Beine sind zu lang, als dass der grasige Boden problemlos erreicht werden kann. In diesem Fall müssen die Pferde ihre Beine zum Grasen weit auseinander grätschen.

Aus genau diesen Grund kommt ein Bockhuf oftmals bei Fohlen vor. Denn viele Fohlen üben dabei eine zu starke Belastung auf die Zehen der Vorderhufe aus, andere spreizen ihre Vorderbeine extrem, wobei meist dasselbe Bein nach vorne und das andere nach hinten steht. Infolgedessen wird die Beugesehne des nach hinten stehenden Beines mit einer kontinuierlichen Zugwirkung belastet, sodass sich oftmals in wenigen Tagen ein Bockhuf herausbilden kann.  Darüber hinaus können auch Bewegungsmangel oder eine durch Verletzungen eingenommene Schonhaltung des Fohlens eine Rolle spielen. Grundsätzlich lassen sich also der angeborene und der erworbene Bockhuf unterscheiden.

Bockhuf beim Pferd – Behandlung & Korrektur

Bei Jungpferden

Weist das Pferd einen Bockhuf auf, nimmt das Hufbein im Laufe der Zeit eine immer steiler werdende Fehlstellung ein. Dieser Krankheitsverlauf kann eingeschränkt werden, wenn es sich um ein junges Pferd handelt, dessen Wachstum noch nicht abgeschlossen ist. Solange die Knochen noch in ihrer Länge wachsen, ist noch eine Verlängerung der Sehnen möglich. Um den Huf allmählich in eine natürlichere Stellung zurückzuführen, bedarf es einer regelmäßigen Hufbearbeitung durch einen kompetenten Schmied. Da die Sehnen schnell überlastet werden können, muss die Bearbeitung jedoch sehr vorsichtig erfolgen. Bei einem nur gering ausgeprägten Bockhuf reicht es meist aus, die Trachte zu kürzen. Dies sollte lieber häufiger anstatt in einem Mal zu stark durchgeführt werden.

Bei ausgewachsenen Pferden

Wenn das Pferd bereits ausgewachsen ist, kann der weitere Verlauf kaum noch gestoppt oder verlangsamt werden, da eine Behandlung nur noch bedingt möglich ist. Oftmals wird versucht, den Huf durch das Kürzen der Trachten flacher zu stellen. Dies überlastet aber die tiefe Beugesehne, wodurch sich häufig eine Entzündung oder Reizung der Sehne oder der Hufrolle einstellt. Ebenso kann es infolge der gekürzten Trachten zu einer Belastungsrehe am Huf kommen.

Wenn überhaupt, kann also nur noch das Fortschreiten des immer ausgeprägter werdenden Bockhufes begrenzt werden, da eine Behandlung nicht mehr so vielversprechend ist wie bei einem Fohlen oder jungen Pferd. Darüber hinaus kann in einigen Fällen auch ein operativer Eingriff in Betracht kommen, bei dem die tiefe Beugesehne verlängert wird. Dafür sollte zuvor ein Röntgenbild angefertigt werden, damit der Tierarzt sein Urteil noch exakter fällen kann.

Außerdem solltest Du darauf achten, dass die Bewegung des Pferd überwiegend auf hartem Boden erfolgt, die Box möglichst keine Matratze enthält und Du Deinen Vierbeiner erstmal auf keine Wiese mit tiefem Boden stellst.

Beinträchtigungen und Probleme durch einen Bockhuf

Ein Pferd mit Bockhuf hat einen deutlich geringeren Wert als ein Pferd mit gesunden Hufen und eine erhöhte Anfälligkeit für die Lahmheit. Da sämtliche Zehengelenke stark gebeugt werden, nimmt folglich das Hufbein eine steilere Stellung ein. Die Folge: Die Verbindungsschicht zwischen Hufwand und Hufsohle wird zu weich und das Pferd kann nicht mehr bzw. kaum noch belastet werden. Die Leistungs- und Bewegungsfähigkeit ist eingeschränkt oder geht im Extremfall sogar verloren.

Vorbeuge vom Bockhuf

Um einem Bockhuf bestmöglich vorzubeugen, sollten Züchter und Pferdebesitzer in jedem Fall dafür Sorge tragen, dass die Hufen nicht vernachlässigt werden. So ist von Beginn an auf eine gesunde Entwicklung, eine ausreichende Hufpflege und gegebenenfalls auf eine frühestmögliche Korrektur von Fehlstellungen zu achten.

Beschlag beim Bockhuf

Stellst Du (erste) Anzeichen eines Bockhufs bei Deinem Pferd fest, solltest Du sofort handelt. Neben dem Tierarzt, empfehlen wir Dir, mit Deinem Hufschmied zu sprechen. Diese kennen sich in der Regel mit Bockhufen bei Pferden aus und haben Tipps in puncto Beschlag und Behandlung. Viele Hufschmiede empfehlen, den Bockhuf im akuten Zustand alle drei bis zu Wochen zu korrigieren. Als Beschlag werden häufig Halbmondeisen verwendet und zudem vermehrt die Trachten zu kürzen.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

* Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden.