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Hengstleistungsprüfung – Ablauf, Termine & Ergebnisse

von Pia Mross
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ehorses Trainingstagebuch

Bei der Hengstleistungsprüfung (kurz HLP) werden Hengste für die Zucht selektiert. Die HLP ist die Voraussetzung für die Eintragung in das Hengstbuch I der jeweiligen Rasse. Alles über die Hengstleistungsprüfung erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist eine Hengstleistungsprüfung?

Die Hengstleistungsprüfung ist eine Prüfung für Hengste, bei der diese beweisen müssen, dass sie für die Zucht geeignet sind und einen Mehrwert bringen. In der Regel werden Junghengste zunächst in Vorauswahlungen und Körungen getestet. Um endgültig für die Zucht zugelassen zu werden und ins Hengstbuch eingetragen werden zu können, müssen die Hengste aber noch eine HLP absolvieren. Zugelassen sind drei- bis siebenjährige Hengste. In Deutschland finden die Hengstleistungsprüfungen immer im Herbst statt.

Was ist eine HLP?

Eine Hengstleistungsprüfung ist eine Selektion von Hengsten für die Zucht.

Warum gibt es eine Hengstleistungsprüfung?

Um die Pferdepopulation immer weiter zu verbessern und die Qualität der Deckhengste hoch zuhalten, ist es wichtig, dass nicht jeder Hengst automatisch zur Zucht zugelassen wird. Bei Vorauswahlen, Körungen und letztendlich auch bei den Hengstleistungsprüfungen werden die Pferde auf Herz und Niere geprüft. Nur die besten schaffen es, für die Zucht zugelassen zu werden. Wichtig ist, dass die Hengste gesund und korrekt gebaut sind und ihrer Nachzucht somit gute Gene mitgeben können. Einmal zugelassen bliebt der Status als eingetragener Deckhengst lebenslänglich bestehen.

HLP-Unterschiede bei Warmblütern, Ponys, Vollblütern & Kaltblütern

Bei den unterschiedlichen Pferdetypen gibt es verschiedene Anforderungen an die Hengste, sodass sich auch die Hengstleistungsprüfungen unterscheiden. 

  • Bei Warmbluthengsten sowie Reitponys gilt die Hengstleistungsprüfung als bestanden, wenn die Pferde eine Stationsprüfung erfolgreich absolviert haben. Dabei werden die Rittigkeit, der Bewegungsablauf und das Interieur sowie das Vermögen am Sprung und das Exterieur beurteilt. Aber auch durch sportliche Erfolge in der schweren Klasse können Pferde ihre Zuchtzulassung erhalten. 
  • Bei Quarter Horses muss ein 50-Tage-Test absolviert werden. Dabei werden die Pferde in den Disziplinene Reining, Trail, Pleasure und Westernriding geprüft.
  • Kaltbluthengste werden nicht unter dem Reiter beurteilt. Aufgrund ihrer Haupteinsatzgebiete wird hier die Zugleistung geprüft. 
  • Bei Vollblütern gibt es keine HLP. Die Selektion der Hengste für die Zucht erfolgt über das Generalausgleichsgewicht (GAG).
Reiter auf einem Pferd reitet auf einem Reitplatz.

Nur die besten Hengste schaffen es, für die Zucht zugelassen zu werden.

Was bedeutet HLP beim Pferd?

Die Abkürzung HLP steht für Hengstleistungsprüfung.

Der Ablauf einer Hengstlaufprüfung bei Warmblütern

Wie bereits erwähnt werden bei den verschiedenen Pferdetypen und –rassen unterschiedliche Prüfungen durchgeführt. Im Folgenden stellen wir den Ablauf einer HLP bei Warmblütern vor. Um zu bestehen, muss ein Pferd mindestens die Note 7,8 erreichen. Andernfalls ist eine Wiederholungsprüfung zulässig. Die Prüfung ist disziplinspezifisch, also entweder spring- oder dressurbetont. HLPs finden immer als Stationstest für mindestens 50 Tage statt. So können sich die Richter einen langfristigen Eindruck von dem Pferd verschaffen. 

An den ersten beiden Tagen finden Überprüfungstermine statt. Die Bewertungskommission verschafft sich hierbei einen ersten Eindruck zur altersgerechten Ausbildung. Dabei werden die Pferde von ihrem Ausbilder geritten. Bei den dressurbetonten Hengsten steigt am zweiten Tag der HLP der Stationsreiter in den Sattel, um sich einen Überblick über die Grundgangarten und die Rittigkeit zu machen. Bei den springbetonten Pferden wird das Pferd über einzelnen Sprüngen unter dem Sattel und beim Freispringen begutachtet. 

Die nächste Prüfung findet in der vierten Woche statt. Zunächst werden die dressurbetonten Pferde vom Stationsreiter und dem ersten Fremdreiter geritten. Letzterer gibt seine Einschätzung zur Veranlagung als Dressurpferd ab. Am zweiten Tag werden die Pferde über einzelne Sprünge und leichte Sprungfolgen geritten. Bei den Springhengsten sitzt am ersten Tag der vierten Woche ebenfalls der Stationsreiter auf. Hierbei werden die Grundgangarten sowie einzelne Sprünge geritten. Am zweiten Tag kommt der erste Fremdreiter zum Einsatz, der den Hengst springt und dessen Veranlagung einschätzt. 

An Tag 49 werden die Dressurhengste von dem Stationsreiter in einer Standardaufgabe vorgestellt. Am letzten Tag fällt der zweite Fremdreiter sein Urteil. Bei den Springhengsten stehen am 49. Tag Gymnastiksprünge auf dem Plan, am letzten Tag folgt die Vorstellung in einem altersentsprechenden Standardparcours. 

Im Anschluss wird die Gesamtnote gebildet. 

Das wird bei einer Hengstleistungsprüfung bewertet – Die Anforderungen

Bei Hengstleistungsprüfungen können drei- bis siebenjährige Hengste vorgestellt werden. Die Anforderungen an die Pferde sind altersentsprechend, das heißt, dass die Prüfer berücksichtigen, dass ein dreijähriges Pferd noch nicht so weit ausgebildet sein kann wie ein siebenjähriges. Bei den dreijährigen Hengsten werden in der Dressur die Anforderungen einer Reitpferdeprüfung gestellt. Bei den springbetont gezogenen Hengsten muss in diesem Alter ein kleiner Trainingsparcours bewältigt werden. Vierjährige Hengste werden in Anlehnung an die Klasse A, fünfjährige an die Klasse L und sechs- und siebenjährige an die Klasse M geprüft. 

Reiter mit Pferd reiten auf einem Reitplatz.

Bei den dreijährigen Hengsten werden in der Dressur die Anforderungen einer Reitpferdeprüfung gestellt.

Während bei den dressurbetonten Hengsten die Qualität der Grundgangarten, das Interieur sowie die Rittigkeit beurteilt wird, ist bei den springbetonten Hengsten das Sprungvermögen, die Manier beim Freispringen und die Rittigkeit entscheidend. Es werden jeweils auch Fremdreiter zur Bewertung der Hengste eingesetzt. 

Hier eine kleine Übersicht der Bewertungskriterien: 

Dressurbetonte Hengste

  • Interieur (10%)
  • Grundgangarten (je 18%)
  • Rittigkeitseinschätzung Bewertungskommission (10%)
  • Rittigkeitseinschätzung Fremdreiter, Veranlagung als Dressurpferd (10%)
  • Verhalten am Sprung (6%)
  • Gesamteindruck (10%)

Springbetonte Hengste

  • Interieur (10%)
  • Schritt, Trab (je 2,5%)
  • Galopp (15%)
  • Rittigkeitseinschätzung Bewertungskommission (10%)
  • Rittigkeitseinschätzung Fremdreiter, Veranlagung als Springpferd (10%)
  • Vermögen (20%)
  • Manier (20%)
  • Gesamteindruck (10%)

Was kostet eine Hengstleistungsprüfung?

Die Kosten variieren je nach Verband, Länge der Prüfung und weiteren Faktoren. Hengstbesitzer müssen mit Kosten zwischen 1000 und 2000€ rechnen.

Kosten einer HLP

Die Kosten einer Hengstleistungsprüfung sind von Verband zu Verband unterschiedlich. Es hängt auch davon ab, wie lange der Test dauert und wie hoch die Kosten für die Einstallung sind. Der Landesverband bayerischer Pferdezüchter gibt beispielsweise einen Pferd von 1250€ für Einstallung, Pflege, Beritt und Anmelde- sowie Prüfungsgebühren an.

Termine der verschiedenen Zuchtverbände

Die Termine der Zuchtverbände werden jedes Jahr auf den jeweiligen Websites und Informationsportalen veröffentlicht. Die 50-Tage-Tests finden in der Regel im Herbst statt. 

Wo finde ich Ergebnisse von Hengstleistungsprüfungen?

Die Ergebnisse werden dem Besitzer des Hengstes in ausführlicher Schriftform zugesendet. Wer sich als außenstehender für die Ergebnisse interessiert, findet auf der FN-Seite https://www.hengstleistungspruefung.de/ alle wichtigen Informationen rund um die Hengstleistungsprüfungen

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