Startseite » Appaloosa

Appaloosa

von Frederieke Wenning
0 Kommentar

Das Appaloosa Pferd – ein Tigerschecke mit markanter Fellzeichnung und Hautflecken. Die amerikanische Pferderasse erfreut sich vor allem im Bereich des Westernreitens großer Beliebtheit und ist heute nicht nur in ihrem Hauptzucht- und Ursprungsgebiet, den USA, sondern weltweit enorm verbreitet. Alles über den Appaloosa erfährst Du in diesem Artikel.

Durch ihr schnelles Tempo und ihre ausgeprägte Wendigkeit waren sie früher auf der Ranch unentbehrlich und sind heute ein perfekt geeignetes Western– und Reitpferd. Rassetypisch ist zweifellos die auffällige Tigerscheckung, die mit verschiedenartigen Fleckenzeichnungen einhergeht. Von der Schabrackzeichnung auf Rücken und Hüfte bis zum Palomino kommen diverse Färbungen vor, ergänzt durch markante Hautflecken. Wohl auch aufgrund dieses bemerkenswerten Exterieurs ist das gefleckte Warmblut eine der beliebtesten Pferderassen in Nordamerika.

Woher kommt der Appaloosa?

Diese Rasse, welche gern auch Appis genannt wird, stammt ursprünglich aus Nordamerika.

Herkunft & Ursprung des Appaloosa Pferdes

Der Ursprung der Appaloosa liegt Jahrtausende zurück, denn bereits weit vor Christus existierten Pferde mit geflecktem Fell, wie alte Zeichnungen und Kunstwerke aus dem heutigen Europa, aber auch aus dem asiatischen Raum belegen. In der frühen Neuzeit, ab 1600, waren die gefleckten Pferde schließlich in allen europäischen Ländern verbreitet und gelangten durch spanische Eroberer in die Neue Welt des amerikanischen Kontinents. Hier war es der Indianer-Stamm der Nez Percé, der eine Zucht betrieb und somit wesentlich zur Entwicklung der Pferderasse beitrug.

Im Jahr 1877 kamen jedoch Hunderte Appaloosa bei der Umsiedlung der Indianer in Reservate ums Leben, sodass sich der Bestand enorm verkleinerte. Der Neubeginn der Zucht geht auf die Gründung des amerikanischen Zuchtverbandes im Jahr 1938 zurück, der vor allem von den Züchtern Claude Thompson und Dr. Francis Haines auf den Weg gebracht wurde. Zehn Jahre später wurde erstmals ein Stutbuch eröffnet und eine Show-Veranstaltung durchgeführt. Aus der anfänglich kleinen Population ist der Bestand der Appaloosa bis in die 1990er Jahre hinein auf mehr als eine halbe Million weltweit angewachsen. Seit den 1970er Jahren sind die typisch gescheckten Pferde auch in Deutschland vertreten. Das in ganz Europa geltende Ursprungszuchtbuch wird heute von dem 1994 gegründeten deutschen Zuchtverband, der APHCG, geführt.

Wie sieht ein Appaloosa aus?

Der Appaloosa ist quadratisch und kräftig im Körperbau und durch seine charakteristische Scheckenzeichnung, die auch als Tigerschecke bekannt ist, gut zu erkennen.

Appaloosa Verkaufspferde bei ehorses

Exterieur

Appaloosa erreichen ein Stockmaß von 142 bis 162 Zentimetern und zeichnen sich durch ihren für Westernpferde typischen, athletischen Körperbau mit meist eher quadratischer Form aus. Erwünscht sind ein symmetrisches Gebäude und eine gute Bemuskelung. Der Kopf soll über eine gerade und edle Nasenlinie, weit auseinanderstehende Augen, mittelgroße Ohren sowie eine große Ganaschenfreiheit verfügen.

Zudem sieht das Zuchtziel einen nicht zu wuchtigen Hals, lange, schräge Schultern und einen vergleichsweise kurzen Rücken vor. Die Kruppe ist schräg abfallend und wird von einem tiefen Rumpf eingerahmt. Das Fundament ist kräftig gebaut und wird durch relativ kurze Röhrbeine, schräge Fesseln und gesunde Hufen bestimmt.

Markant sind beim Appaloosa nicht zuletzt die charakteristischen Rassemerkmale wie das sogenannte Menschenauge mit weiß umrandeter Pupille, die gestreifte Hufe, auffällige Fellmuster und die gefleckte Haut. An Stellen, die nicht durch das Fell verdeckt sind, fallen die schwarz-rosafarbenen Hautflecken unmittelbar ins Auge, unter anderem rund um das Maul.

Folgende 14 Grundfellfarben werden vom APHCG anerkannt:

  • Bay: Unter Bay werden die helleren und rötlichen Brauntöne verstanden. Die unteren Beinregionen, die Mähne sowie der Schweif sind jedoch schwarz.
  • Black: Reine, schwarze Pferde. Schattierungen gibt es nicht.
  • Blue Roan: Die schwarze Fellfärbung wird durch weiße Haare aufgemischt. Mähne und Schweif können sowohl rein schwarz, als auch grau sein.
  • Buckskin: Gelblich oder goldene Fellfärbung mit schwarzen Beinen und schwarzem Behang. Ein Aalstrich ist beim Buckskin oft zu sehen. Streifen an den Beinen (Zebrastreifen) sind nicht erwünscht.
  • Chestnut: Unter Chestnut wird die Fuchsfarbe verstanden, welche jedoch in allen Varianten möglich ist (golden bis dunkel). Schweif und Mähne können dieselbe Farbe wie das Fell haben, sind oft aber auch flachsfarben.
  • Dark Bay or Brown: Dunkelbraun bis schwarzbraune Tiere. Besonders auffällig sind die oftmals hellen Stellen beispielsweise an den Nüstern, rund um die Augen oder am Unterbauch. Mähne, Schweif und Beine sind schwarz oder braun.
  • Dun: Farbe ist ähnlich dem Buckskin, kann jedoch auch kupferfarben sein. Ein Aalstrich muss vorhanden sein, Streifen an den Beinen sind erlaubt. Schweif und Mähne können gelb, rötlich, braun oder in diesen Farben gemischt sein.
  • Gray: Schwarze und weiße Haare sind gemischt, wobei die Grundfellfarbe dunkel ist.
  • Grulla: Grulla-Appaloosas sind taubengrau, maus- oder rauchfarben, mit schwarzer Mähne und schwarzem Schweif. Aalstriche oder Zebrastreifen an den Beinen sind möglich.
  • Palomino: Das Fell ist glänzend-gold und wird oft als „22-Karat Gold“ beschrieben. Mähne und Schweif sind heller als die Fellfarbe.
  • Red Roan: Unter Red Roan wird eine Mischung aus roten, chestnut-farbenen und weißen Haaren verstanden. Mähne und Schweif sind meist identisch mit der Hauptfellfarbe, können aber auch weiße Haare beinhalten.
  • White: Schneeweiße Fellfärbung. Der Hintergrund ist leicht rosa oder pigmentiert. Dunkle Spots sind erlaubt. Mähne und Schweif sind ebenfalls weiß.
  • Bay Roan: Braune Grundfarbe mit weißen Haaren. Mähne und Schweif sind größtenteils schwarz, dürfen aber auch grau sein. Besonders markant beim Bay Roan sind die starken Aufhellungen an den Gesichtsknochen sowie der Stirn.
  • Cremellos: Elfenbeinfarben wird die Fellfärbung bezeichnet, unter der die rosa Haut durchschimmert. Mähne und Schweif sind ein wenig dunkler. Ein Aalstrich ist nicht erlaubt.

Wie groß wird ein Appaloosa?

Das Appaloosa erreicht eine Größe zwischen 142 und 162 cm. Es gibt zudem das Europäische Appaloosa Pony. Dieses darf laut Zuchtverband maximal 142 cm groß sein.

Interieur

Appaloosa sind sehr umgängliche und leistungsbereite Pferde. Mit ihrem ruhigen und gelassenen Wesen erweisen sie sich als ideales Familien- und Reitpferd. Bemerkenswert sind nicht zuletzt ihre Verlässlichkeit und Nervenstärke. Der Zuchtverband fordert zudem, dass diese Rasse über eine hohe Lern- und Einsatzbereitschaft verfügt, was auf die meisten Tiere zutrifft. Gern wird der Appaloosa auch als „großer Hund“ bezeichnet, da er seinem Menschen auf Schritt und Tritt folgt und so seine Menschenbezogenheit zeigt.

Wo kann man einen Appaloosa kaufen?

Pferde kaufen sollte man im Idealfall beim Züchter. Dieser achtet in seiner Zucht genau auf Gendefekte und schließt eine entsprechend erkrankte Stute bzw. einen Hengst von der Zucht aus. Ausgeschlossene Hengste werden dann oft als Wallach verkauft. Auf der Seite der APHCG und auch auf ehorses.de findet man die richtigen Ansprechpartner.

Appaloosa im Video

Ist ein Appaloosa ein Vollblut?

Das definierte Zuchtziel des Appaloosa Zuchtverbandes ist die Reinzucht unter der Möglichkeit der Veredlung. Das Einkreuzen vom Arabischen als auch dem Englischen Vollblut ist erlaubt. Somit kann ein Appaloosa zu 50 % auch ein Vollblüter sein.

Besondere Merkmale, Einsatzgebiete der Rasse & Erbkrankheiten

Seinen Gebrauch findet diese Rasse sowohl im Freizeit- als auch im Westernsport. Durch seine Vielseitigkeit und seine Nervenstärke sind zudem auch problemlos Wanderreiten als auch der Einsatz in den unteren Dressurklassen möglich.

Aufgrund der oft hellen Färbung ist der Sonnenbrand typisch beim Appaloosa. Ein Unterstand ist daher bei Weidehaltung ein Muss. Ebenfalls charakteristisch-typisch für diese Rasse ist die periodische Augenentzündung. Diese ist nicht heilbar und kann – wenn sie nicht regelmäßig behandelt wird – zur Erblindung führen.

Auch Gendefekte sind beim Appaloosa bekannt. Die bekanntesten sind Equine Maligne Hyperthermie (EMH oder MH – Fehlfunktion des Skelettmuskels), die Muskel- und Stoffwechselerkrankungen HYPP (Hyperkaliämische Periodische Paralyse) und PSSM (Polysaccharid-Speicher-Myopathie – Zuckerstoffwechsel-Störung).

Appaloosa-Galopp-Wiese
Aufgrund der oft hellen Färbung ist der Sonnenbrand typisch beim Appaloosa. Ein Unterstand ist daher bei Weidehaltung ein Muss

Sind Appaloosa für Anfänger geeignet?

Ein freundliches Wesen und eine hohe Nervenstärke sind wesentliche Charaktereigenschaften dieser Rasse. Somit eignet sich der Appaloosa grundsätzlich für Anfänger. Beachten sollte man lediglich, dass diese Rasse sehr feinfühlig ist, gefordert werden möchte und erfahrene Ansprechpartner im Training stets zur Verfügung stehen sollten.

Vorsicht bei der Appaloosa-Fütterung

Die Appaloosas stammen ursprünglich aus einer kargen Gegend. Dies macht sich auch heute noch bemerkbar. Sie verwerten ihr Futter überaus gut und sollten daher wenig Kohlenhydrate, dafür aber viele Proteine und Rohfasern erhalten, um den für sie typischen Muskelaufbau zu erhalten. Die Krankheit PSSM (Polysaccharid-Speichermyopathie) sollte man während der Fütterung im Auge behalten. Viel Heu, wenig Getreide und grundsätzlich immer die Möglichkeit der Bewegung sind die Hauptmerkmale der Appaloosa-Fütterung.

Bekannte Pferde der Rasse

Der wohl bekannteste Appaloosa ist das Filmpferd „Cochise“, welches John Wayne im Westernfilm „El Dorado“ reitet. Auch im Film „True Grit“ spielt der Appaloosa mit und ist dort das Film-Pferd von Matt Damon. Übrigens ist der Appaloosa auch das Maskottchen vom Bundesstaat Idaho!

Wie alt wird die Pferderasse Appaloosa?

In der Regel erreicht diese Rasse ein Alter von 25 bis 30 Jahre

Beliebte Pferde im ehorses Marktplatz