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Arabisches Halbblut

von Frederieke Wenning
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ehorses Trainingstagebuch

Vorab sollte man wissen, dass das Arabische Halbblut keine eigenständige Rasse ist. Aus diesem Grund gibt es kaum rassespezifische Merkmale und das Arabische Halbblut gilt als Gebrauchszucht. Dennoch gibt es Zuchtbücher, in welchen Eintragungen möglich sind. Unterschieden werden dabei zwei Typen: das Deutsche Edelblutpferd und das Arabisch-Partbred Typ Spezialpferd.

Wichtige Daten zum Arabischen Halbblut im Überblick

  • Ursprung: Europa und Nordamerika
  • Hauptzuchtgebiet: Europa und Nordamerika
  • Verbreitung: Weltweit
  • Stockmaß: variabel
  • Gewicht: variabel
  • Farben: alle Farben, auch Schecken
  • Haupteinsatzgebiet: Reitpferd, Westernpferd, Freizeitpferd, Gebrauchszucht

Herkunft/Ursprung vom Arabischen Halbblut

Das Arabische Halbblut ist eine Gebrauchszucht. Dies bedeutet, dass in der Regel Hengste der Rasse Vollblut-Araber mit Stuten anderer Rassen gekreuzt werden, um diese Rassen zu veredeln. Besonders beliebt ist dabei die Kreuzung mit Ponys und Warmblütern. Das Kreuzen mit Kaltblütern hingegen ist nicht vorgesehen.

Auch wurde aus diesem Grund die Zuchtbuchabteilung vom VZAP (Verband der Züchter und Freunde des Arabischen Pferdes e.V.) gegründet. Nach einigen Verwerfungen und Umbenennungen ist es nun möglich, sein Pferd im „Anhang zum Zuchtbuch für Arabisches Halbblut“ eintragen zu lassen, sofern die araberfremden Stuten bereits in einem anderen Zuchtverband anerkannt sind.

Unterschieden werden bei der Eintragung ins Zuchtbuch zwei Typen:

  • das Deutsche Edelblutpferd
  • das Arabisch-Partbred Typ Spezialpferd

Das Deutsche Edelblutpferd:

  • nur Paarung mit Warmblut oder einer Rasse des „Deutschen Reitpferdes“ möglich
  • Fohlen aus diesen Kreuzungen müssen mindestens einen Genanteil von 12,5 % englisches Vollblut oder 3,5 % eines in der ZSAA (Zuchtverband für Sportpferde arabischer Abstammung e.V.) geführten Rasse aufweisen

Das Arabisch-Partbred Typ Spezialpferd

  • Kreuzung mit anderen Rassen wie den Spezialpferde- oder Gangpferde- sowie Ponyrassen möglich
  • Genanteil der Fohlen muss mindesten 25 % eines der im ZSAA geführten Tiere anzeigen

Auch ausgefallene Farben können das Ergebnis der Zucht sein. Neben den Standard-Farben sind vor allem Schecken und Palominos beliebt. Um dies erreichen zu können, muss mindestens eines der Elterntiere die genetischen Voraussetzungen dafür mitbringen. Im Westernsport haben sich beispielsweise die Araber-Pintos und Ara-Appaloosas zu beliebten Pferden entwickelt.

In erster Linie soll die Einkreuzung vom Araber eine Verbesserung für die bestehende, genutzte Rasse sein und die positiven Merkmale beider Rassen hervorzuheben. Das Arabische Halbblut hat daher vor allem im Leistungssport eine hohe Bedeutung.

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Wie groß wird ein Arabisches Halbblut?

Die Größe eines Arabischen Halbblutes kann nicht genau benannt werden. Eine Orientierung an der Größe des Muttertieres ist oft sinnvoll.

Beschreibung des Exterieurs der Halbblüter

Da verschiedenste Warmblut- und Ponyrassen mit verschiedenen Araber-Typen gekreuzt werden können, ist es nicht möglich, eine allgemein gültige Exterieur-Beschreibung zu liefern. Der Verband der Züchter und Freunde des Arabischen Pferdes e.V. wünscht sich jedoch durch die Einkreuzung vom arabischen Typ einen Nachkommen, welcher die wichtigsten Eigenschaften des Arabers anzeigt: Adel, Schönheit und Ausstrahlung. In der Zuchtzielbeschreibung wird festgehalten, dass „gute Gebrauchseigenschaften und deutlich erkennbare Merkmale des arabischen Einflusses” beim Exterieur gewünscht sind.

Wichtig sind zudem gute Grundgangarten, ein korrekt gebautes Fundament sowie eine gute Rittigkeit.

Wie alt wird ein Arabisches Halbblut?

Da die Einkreuzung mit Warmblut oder Pony erfolgt, liegt die Lebenserwartung für ein Arabisches Halbblut im Schnitt zwischen 25 und 30 Jahren.

Arabisches Halbblut – Interieur

Auch das Interieur lässt sich aufgrund der Gebrauchskreuzungen nicht in eine feste Schablone pressen. Vielmehr ist die Vorstellung, dass ein Arabisches Halbblut die positiven Eigenschaften des arabischen Typs zum Vorschein bringt. Trockenheit, Härte, einen guten Charakter, aber auch Ausdauer gehören dazu. Zusätzlich ist eine schnelle Regenerationsfähigkeit ein wichtiges Merkmal für das Arabische Halbblut.
Eine hohe Fruchtbarkeit, bessere Gesundheit, eine längere Lebenserwartung als auch Genügsamkeit sind ebenfalls wichtige Merkmale, welches ein Arabisches Halbblut aufweisen sollte. Bereits diese Merkmale machen deutlich, wie wichtig die Einkreuzung des arabischen Typs in die Warmblut- und Ponyzucht ist, verbessern sie deren Eigenschaften doch enorm.

Wie schwer wird ein Arabisches Halbblut?

Das Gewicht ist abhängig vom Muttertier. Wird ein Araber mit einem Haflinger gekreuzt, sind 450 bis 600 kg realistisch. Bei der Kreuzung mit einem Holsteiner hingegen sind auch über 800 kg möglich.

Erbkrankheiten vom Arabischen Halbblut

Das Arabische Vollblut ist von einer Erbkrankheit betroffen, die sich Cerebelläre Abiotrophie (CA) nennt. Diese Krankheit ruft u. a. eine Störung im Bewegungsablauf hervor, da Nervenzellen im Kleinhirn absterben. Gleichgewichtsprobleme, Koordinationsschwierigkeiten und auch Probleme in der Feinmotorik können auftreten. Nicht immer ist diese Krankheit direkt nach der Geburt offensichtlich. Einige Tiere zeigen erste Symptome manchmal erst zu Beginn des Trainings mit drei Jahren. Aus diesem Grund fordert der VZAP einen Gen-Test für alle Tiere, die neu als Zuchtpferd (sowohl Hengste als auch Stuten) eingetragen werden sollen.

Wofür ist ein Arabisches Halbblut geeignet?

Da arabische Hengste die bestehende Rasse nur veredeln und verbessern soll, ist das Arabische Halbblut für nahezu jeden Einsatz geeignet. Gekreuzt mit einer sportlichen Warmblut-Rasse ist der Einsatz im Leistungssport genauso möglich wie der Westernsport mit einer Westernpferd-Stute und auch in der Freizeit können diese Pferde (beispielsweise mit einem Haflinger gekreuzt) für viel Spaß sorgen.

Bekannte Arabische Halbblüter

Matcho AA war ein Anglo-Araber, der im Landgestüt Celle als Vererber für Pferde mit dem Schwerpunkt Dressur eingesetzt wurde. 42 gekörte Söhne, 126 Staatsprämienstuten und eine Nachkommen-Lebensgewinnsumme von 440.000 Euro (im Jahr 2004) gehen auf ihn zurück.

Ein Arabisches Halbblut kaufen – worauf sollte man achten?

Die Verbreitung dieser Gebrauchskreuzung ist mittlerweile weltweit. Daher sollte man sich vorab überlegen, welche wichtigen Eigenschaften der neue Begleiter mitbringen soll. Ist der Einsatz im Westernsport oder Springsport gedacht oder soll es ein verlässlicher Partner fürs Wanderreiten werden? Anhand dieser Fragen sollte das Muttertier ausgewählt werden. Eine Haflingerstute als Muttertier verspricht beispielsweise einen verlässlichen Partner in der Freizeit. Doch wie bei jedem Pferdekauf ist es am Ende wichtig, sich auf sein Gefühl zu verlassen und den neuen Partner erst einmal kennenzulernen. Sich daher mehrere Tiere anschauen, um vergleichen können, ist wichtig. Auf ehorses findet man beispielsweise eine große Auswahl an Arabischen Halbblütern und vielleicht sogar bereits seinen neuen Partner!

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