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Leonharder

von Frederieke Wenning
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ehorses Trainingstagebuch

Die Leonharder sind eine noch recht junge Pferderasse, die in erster Linie als Reitpferd genutzt wird und eine schlanke und sportliche Erscheinung hat. Die Tiere besitzen eine gute Rittigkeit und sind sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene als Reitpferde geeignet. Aufgrund seiner menschenbezogenen Art und seines gelehrigen Wesens ist der Leonharder ein sehr geeignetes Pferd für Anfänger und Reitschüler und wird gerne als Schulpferd eingesetzt. Mit seiner eher kleinen Größe zählt es zu den Kleinpferden und hat eine überdurchschnittliche Lebenserwartung. 

Wichtige Daten zum Leonharder im Überblick

  • Ursprung: Deutschland
  • Hauptzuchtgebiet: Deutschland
  • Verbreitung: weltweit, vor allem Europa
  • Typ: Kleinpferde, Spezialpferderasse
  • Stockmaß: 140 – 162 cm
  • Gewicht: 500 – 600 kg
  • Farben: Alle Farben; meist dunkle Farben und Falben
  • Haupteinsatzgebiet: Dressur, Springen, Freizeit, Schulpferd

Die Zuchtgeschichte des Leonharders – von der Zucht auf dem St. Leonhards Hof zur anerkannten Pferderasse

Die Entstehung des Leonharders geht auf die Zuchtbemühungen des Landwirts und Züchters Johann Abfalter zurück, der auf seinem St. Leonhards Hof im bayerischen Grabenstätt/Chiemgau im Jahr 2008 mit der Zucht dieser neuen Pferderasse begann. Zuvor hatte die Inhaberfamilie die Idee, aus Stutenmilch in der hofeigenen Naturkäserei naturbelassene und schmackhafte Produkte für ernährungsbewusste Kunden herzustellen. Vor dem Hintergrund, Tier, Mensch und Natur in Einklang bringen zu wollen und der Verantwortung gegenüber den Stuten gerecht zu werden, stellte sich daher die Frage, was mit den „überschüssigen“ Fohlen geschehen soll. Um Stutenmilch zu gewinnen, muss die Stute nun einmal ein Fohlen austragen – mit der Folge, dass sich der Pferdebestand schnell erhöhen würde. Schnell war klar, dass kein Verkauf an Metzger oder Händler erfolgen sollte. Stattdessen entschied sich Johann Abfalter dafür, eine neue Pferderasse zu züchten, bei der es sich um ein auch für Kinder geeignetes Freizeitpferd handeln sollte. Für die Kombinationszüchtung wurden die drei Ausgangsrassen Pura Raza Espanol, Welsh Cob und Haflinger ausgewählt, wobei Letztere auch mit guten Melkeigenschaften überzeugte. Im Jahr 2011 wurde der Leonharder als eigenständige Pferderasse anerkannt, amtlich zugelassen und nach seinem Heimatgestüt benannt. Seither sind viele der Fohlen vom St. Leonhards Hof durch den offiziellen Zuchtverband, den Bayerischen Zuchtverband für Kleinpferde und Spezialpferderassen e.V., bewertet und prämiert worden. Zugleich ist der Bestand des Gestüts durch die kontinuierliche Pferdezucht inzwischen auf rund 140 Leonharder angewachsen, die sich in allen Farben, von Weiß über Rotbraun bis zum Rappen, präsentieren.

Leonharder Verkaufspferde bei ehorses

Die Herde aus Stuten und Fohlen wird auf dem St. Leonhards Hof mit viel Auslauf gehalten und ausschließlich biologisch ernährt. Gefüttert wird Heu aus Bioland-zertifizierter Landwirtschaft. Die Stutenmilch kommt zum größten Teil den Fohlen zugute, die in den ersten sechs Lebenswochen ohne Ersatznahrung ausschließlich mit der Milch ihrer Mutterstute versorgt werden. Erst danach wird ein Teil der etwa 15 bis 20 Liter, die eine Stute täglich gibt, für die Produktion von verschiedenen Käsesorten aus Stuten- und Ziegenmilch verwendet.

Wie sieht ein Leonharder Pferd aus?

Der Leonharder ist ein kleines und sehr sportliches Freizeitpferd. Die Pferde wirken elegant und schlank und sind trotz ihres eher kleinen Stockmaßes eine sehr vielseitige Pferderasse. Als Farben sind bei den Leonharder alle Farben erlaubt, wobei vor allem dunkle und braune Pferde bevorzugt werden.

Zuchtmethode

Da der Leonharder als eigenständige Pferderasse noch sehr jung und die Zucht noch nicht über längere Zeit gefestigt ist, stellt sich bislang eine deutliche Variation in den Generationen dar, vor allem bei den Generationen F1 und F2. Die Generation F1 besteht aus Nachkommen der Anpaarung von reinrassigen Welsh Cobs und Haflingern. Bei der F2-Generation kommt dann als dritte Ausgangsrasse Pura Raza Espanol hinzu, in dem die F1-Generation mit der weiteren Rasse angepaart wird. Pferde, die der F2-Generation oder späterer Generationen entstammen, können dann mit einem F1-Pferd, einer der drei Ausgangsrassen oder untereinander gekreuzt werden. So soll das Zuchtziel ab der F2-Generation nach Möglichkeit mit der Zuchtmethode der Reinzucht erreicht werden. Hierfür muss jede der drei Ausgangsrassen mit einem Genanteil von mindestens 12,5 Prozent vertreten sein, worauf bei der Auswahl der Zuchtstuten und Deckhengste zu achten ist. Die Eintragung in das Zuchtbuch erfolgt sowohl bei Stuten als auch Hengsten frühestens im Alter von drei Jahren.

Leonharder im Video

Der Leonharder und sein Exterieur – ein kräftiges und ausdrucksvolles Reitpferd

Der Leonharder soll ein Stockmaß von etwa 140 bis 162 Zentimetern erreichen und sich mit einem ausdrucksvollen und edlen Kopf zeigen. Rassetypisch sind nicht zu große Ohren, ein gerades Nasenprofil sowie aufmerksame und ausdrucksvolle Augen. Der gut bemuskelte Hals ist mit ausreichend Aufsatz breit an der Schulter angesetzt und präsentiert sich bei guter Ganaschenfreiheit zum Kopf hin verjüngend. Erwünscht sind hinsichtlich des Körperbaus eine starke Bemuskelung, ein stabiler und muskulöser Rücken mit geschwungener Linie sowie eine ausgeprägte Kruppe und eine gute Behosung. Der gut angesetzte Schweif soll schön getragen werden. Darüber hinaus soll der Leonharder eine breite Brust, eine lange und schräge Schulter, eine gute Rippenwölbung und eine große Gurtentiefe aufweisen. Das trockene Fundament ist ebenso kräftig und präsentiert sich mit gut ausgeprägten und markanten Gelenken, mittelangen Fesseln sowie festen, ausreichend großen, runden und gut geformten Hufen. Mit Blick auf die Fellfärbung können alle Farben vorkommen. Besonders erwünscht sind dunkle Fellfarben.
Die wichtigsten Merkmale des Exterieurs im Überblick

  • Stockmaß von 140 bis 162 Zentimetern
  • Reitpferd mit ausdrucksvollem Kopf
  • alle Fellfarben

Woher kommt das Leonharder Pferd?

Die Pferderasse stammt aus Deutschland und wurde erstmals in Bayern auf dem Pferdehof St. Leonhard in der bayerischen Grabenstätt/Chiemgau im Jahr 2008 von Johann Abfalter gezüchtet. Die Zucht findet auch heute noch überwiegend dort statt.

Das Interieur des Leonharders – leistungsbereite und freundliche Pferde

Der Leonharder ist als lebhafte und gutwillige Pferderasse bekannt, die sich in Haltung und Umgang anspruchslos zeigt. Typisch sind eine hohe Leistungsbereitschaft, ein ausgeglichenes Interieur und Gelehrigkeit, begleitet von Mut und Freundlichkeit. Darüber hinaus begeistert der Leonharder mit seiner ausgesprochenen Rittigkeit.
Die wichtigsten Merkmale des Interieurs im Überblick

  • gutwillig und lebhaft
  • ausgeglichenes Temperament
  • Leistungsbereitschaft und Rittigkeit
  • anspruchslos in der Haltung

Wissenswertes zum Leonharder

Einsatzmöglichkeiten

Der Leonharder ist ein vielseitig einsetzbares Reitpferd, das mit seiner guten Rittigkeit überzeugt. Es eignet sich hervorragend als zuverlässiges und umgängliches Freizeitpferd, das sowohl von Erwachsenen als auch Kindern geritten werden kann.

Besondere Merkmale und potenzielle Erbkrankheiten der Leonharder

Bei dem Leonharder handelt es sich um eine junge Pferderasse, die bisher noch keine bekannten Erbkrankheiten aufzeigt. Dies liegt jedoch nicht nur daran, dass es eine junge Rasse mit noch deutlich begrenzter Anzahl an Zuchttieren ist, sondern auch an der robusten Art und guten Gesundheit der Pferde und ihrer Ausgangsrassen. Die Pferde, aus denen der Leonharder gezüchtet wurde, sind Haflinger, Welsh Cobs und PRE Diese drei Rassen sind robust, ausdauernd und haben eine lange Lebenserwartung. Zudem sind sie dem Menschen gegenüber offen und können vielseitig eingesetzt werden. Dies gilt auch für den Leonharder, er ist ein sehr vielseitiges Reitpferd mit einer besonders langen Lebenserwartung von bis zu 30 Jahren.

Obwohl der Leonharder ein recht kleines Pferd ist, eignet er sich auch für Anfänger ist ein umgängliches Pferd. Die Tiere zählen nicht zu den Ponys, sondern zu den Kleinpferden bzw. zu den Spezialpferderassen.

Wie schwer wird ein Leonharder Pferd?

Der Leonharder erreicht im Durchschnitt ein Gewicht von rund 500 bis 600 kg. Damit ist er ein kräftiges und dennoch schlankes Kleinpferd, das für die verschiedensten Einsatzgebiete geeignet ist.

Bekannte Pferde der Rasse

Leider gibt es bisher noch keine bekannten Auftritte der Leonharder in Film und Fernsehen. Da die aktiven Tiere überwiegend von privaten Haltern und Züchtern gehalten werden, gibt es auch keine wirklich herausragenden erfolge im Sport. Dennoch sind die Leonharder eine immer schneller wachsende Pferderasse, die an Beliebtheit gewinnt. Dies liegt in erster Linie an den guten Eigenschaften und dem schönen Erscheinungsbild der Tiere.

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