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Teufelskralle für’s Pferd – Wirkung, Dosierung & Risiken

von Felix Ortmann
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Die Teufelskralle für’s Pferd ist für viele Pferdemenschen ein alter Hut. Hat ein Pferd Probleme mit dem Bewegungsapparat und den Gelenken, so wird oft auf die natürliche Hilfe der Teufelskralle zurückgegriffen. Das pflanzliche Heilmittel kann bei Krankheiten wie Arthrose gut helfen. Welche Wirkung die Pflanze auf Dein Pferd hat und wie Du Sie richtig dosierst erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist die Teufelskralle überhaupt?

Die Teufelskralle ist eine Heilpflanze, welche ursprünglich aus Südafrika kommt. Der Fachbegriff für die Pflanze lautet: Harpagophytum Procumbens und gehört zu der Familie der Sesamgewächse.  Ihren Namen hat sie von ihren Früchten: Diese sind mit kleinen Widerhaken besetzt und können sich so schön „festkrallen“. Sie kletten sich schnell an Kleidung, Fell und Haut und werden daher auch Trampelkette genannt. In der Pferdefütterung werden meist Präparate der Pflanzenwurzel verwendet. Die Wurzeln der Pflanze enthalten die wichtigen Nährstoffe, die zur Heilung benötigt werden.

Die afrikanische Teufelskralle darf nicht verwechselt werden mit der gleichnamigen Pflanze aus Europa. Denn diese zählt zu den Glockenblumengewächsen und hat keine heilende Wirkung.

Natürliches Heilmittel: Wie hilft die Teufelskralle dem Pferd?

Die Teufelskralle hat vor allem entzündungshemmende und abschwellende Eigenschaften. Außerdem wird ihr sogar eine schmerzstillende Wirkung zugesprochen – wenn auch nur im geringeren Maß.

Die Wurzeln der Pflanze enthalten einen überdurchschnittlichen Anteil an Phenylprpanoiden, Iridoidglykosiden, ungesättigten Fettsäuren, Zimt- und Chlorgensäure. Insbesondere das enthaltende Harpogosid oder Harpagid führt zu der schmerzlindernden Wirkung. Durch die Kombination der genannten Inhaltstoffe führt die Teufelskralle zu einer effektiven heilenden Wirkung bei Pferden.

Es gibt verschiedene Erkrankungen bei Pferden, bei denen die Pflanze ein wahres Wundermittel ist.

Wie schnell wirkt die Teufelskralle beim Pferd?

Die Teufelskralle ist kein Akutmittel. Eine Wirkung wird erst nach 2-3 Wochen sichtbar.

Wirkung bei Gelenkproblemen

Die Wurzeln der Pflanze werden bei Pferden mit Verletzungen als Schmerzmittel gegeben. Bekannt ist sie aber vor allem für ihre positive Wirkung bei Arthritis, Arthrose und Gelenkproblemen von Pferden. Denn, wenn sie über eine längere Zeit gegeben wird, schützt sie den Gelenkknorpel im Fesselgelenk, Kniegelenk und Sprunggelenk vor weiterem Abbau. Dies geschieht durch die Hemmung von eiweißabbauenden Enzymen. Eine sogenannte Teufelskralle-Kur kann die Beschwerden gut lindern.

Teufelskralle: Pferd auf einer Koppel

Die Teufelskralle ist kein Akutmittel. Eine Wirkung wird erst nach 2-3 Wochen sichtbar.

Teufelskralle bei Erkrankungen der Huforgane

Für alle Formen der Arthrose wird sie als natürliches Heilmittel empfohlen, also auch für Spat, Hufrollenentzündung oder Schale. Die Teufelskralle kann somit auch bei Erkrankungen der Huforgane helfen. Besonders bei der verbreiteten Erkrankung von Pferden an Hufrehe kann sie die Schmerzen vom Pferd lindern und die Entzündung vertreiben.

Wirkung bei Störung des Magen-Darm-Traktes

Hilfreich ist die Teufelskralle auch bei Appetitlosigkeit oder Verdauungsbeschwerden. Denn die Bitterstoffe der Heilpflanze aktivieren die Magensaftsekretion und Gallenproduktion. Zum Beispiel kann sie bei einer Kolik eingesetzt werden. Auf Dauer sollte die Fütterung von der Teufelskralle jedoch wieder eingestellt werden, da es sonst zu einer Überreizung der Magenschleimhaut führen kann.

Wirkung bei Entzündungen und Wunden

Auch können Entzündungen und Wunden mithilfe eines Teufelskrallen-Balsams behandelt werden. Die Wirkstoffe sollten dabei nahe der Wunde und auf der Entzündung aufgetragen werden. Das Fell kann sich so meist schneller erholen.

Wirkung: Wie schnell und lange wirkt die Teufelskralle beim Pferd?

Wichtig zu wissen ist, dass die Teufelskralle kein Akutmittel ist. In Studien wurde nachgewiesen, dass die Wirkung der Pflanze bei Pferden erst nach 2 bis 3 Wochen festgestellt werden kann. Man sollte sich jedoch nicht wundern, wenn eine sichtbare Wirkung erst nach einem Monat eintritt. Die Wirkung kann nämlich von Größe, Gewicht sowie dem Alter des Pferdes abhängig sein.

Um zum Beispiel für den Turniersport die Teufelskralle wieder abzusetzen, gilt folgende Regel: Die Stoffe der Teufelskralle, die in den Blutkreislauf des Pferdes gelangen sind nach ungefähr vier Tagen abgebaut.

Wie viel Teufelskralle darf ich meinem Pferd verabreichen?

Es sollte auf die empfohlene Dosis der Verpackungsbeilagen geachtet werden. Ansonsten sollte man den Tierarzt nach der richtigen Dosis fragen. In der Regel gilt: 5-10 Gramm je 100 kg Pferdegewicht.

Dosierung: Wie sollte man Teufelskralle Pferden füttern?

Pferd steht am Zaun auf einer KoppelEine Dosierung der Teufelskralle hängt von der Form der Verabreichung und deren Wirkstoffgehalt ab.

In den meisten Fällen bekommt man getrocknete Teufelskralle als Pulver oder in Stückchen. Bei einem Teufelskrallenextrakt wird eine deutlich höhere Wirksamkeit der heilenden Stoffe versprochen. Grund dafür ist, dass es bei Naturprodukten Qualitätsschwankungen gibt. Somit sind die Formen von Kapseln oder Tabletten beim Pferd eher weniger geeignet, da dort die Wirkung zu gering ist. Bei dieser Form reichen 5-10 Gramm je 100 kg Pferdegewicht am Tag aus. Eine genaue Dosierungsempfehlung entnimmst am besten der Verpackung oder fragst bei Unsicherheit nochmal Deinen Tierarzt. Bei ihm kannst Du meist auch einfach das Pulver bestellen.

Am besten eignet sich die Fütterung von Teufelskralle mithilfe von aufgekochtem Mash oder der Auflösung im warmen Wasser. Durch das Auflösen entfaltet sich die Wirkung der Teufelskralle. Zudem verweigern viele Pferde das Fressen der Teufelskralle, da sie bitter ist. Durch das Auflösen im geliebten Mashs ihres Pferdes wird der bittere Geschmack weniger hervortreten. Ob die tägliche Dosis auf eine oder zwei Mahlzeiten am Tag aufgeteilt wird, bleibt einem selbst überlassen.

Die Fütterung sollte in einer sogenannten Teufelskrallen-Kur durchgeführt werden. Das heißt: Ungefähr 8-12 Wochen sollte das Extrakt gefüttert werden. Die Kralle kann erst ihre heilenden Wirkungen bei Gelenkproblemen nach ein paar Wochen zeigen und sollte somit länger gefüttert werden. Nach dem Zeitraum sollte jedoch wieder aufgehört werden, denn es gilt: Teufelskralle ist nicht als Dauertherapie zu nutzen!

Vor allem, wenn die Beschwerden auch nach wochenlanger Fütterung noch bestehen, sollte man sich über andere Lösungsmöglichkeiten Gedanken machen.

Finde hier die richtige Menge für Dein Pferd:

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Welche Wirkung hat die Teufelskralle beim Pferd?

Die Teufelskralle hat eine schmerzlindernde, entzündungshemmende und abschwellende Wirkung. Sie wirkt besonders bei Gelenkproblemen des Pferdes.

Nebenwirkungen: Was muss ich bei der Fütterung beachten?

Auf folgende Punkte solltet ihr bei der Fütterung von Teufelskralle achten:

  • Wie oben schon erwähnt: Die volle Wirkung zeigt die Teufelskralle erst nach einigen Wochen. Du brauchst also Geduld.
  • Wenn Dein Pferd einen empfindlichen Magen hat und zu Magengeschwüren tendiert, sprich die Fütterung auf jeden Fall erst mit Deinem Tierarzt ab! Durch die Magensäure fördernde Wirkung kann die Teufelskralle nämlich zu Magenbeschwerden oder sogar Geschwüren führen.
  • Bei einer Dauertherapie können sich Gallensteine bilden. Daher gilt: Keine Dauertherapie mit Teufelskralle.
  • Teufelskralle kann als Überempfindlichkeitsreaktion auch zu einer Kolik führen.
  • Teufelskralle muss kühl und lichtgeschützt gelagert werden – aber das gilt wohl auch für alle Futter- und Zusatzmittel.
  • Achte während der Behandlung auf die Verhaltensweisen und Nahrungsaufnahme. Sollten sich Veränderungen und Unverträglichkeiten erkennen lassen, sollte die Behandlung unterbrochen werden.
  • Trächtige Stuten dürfen keine Teufelskralle bekommen! Der Pflanze wird eine Wirkung auf die Uterusmuskulatur nachgesagt – bisher liegen aber noch keine ausreichenden Studien vor.
Teufelskralle: Pferd von unten in Nahaufnahme

Nach den „Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-regeln“(ADMR) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) gilt die Teufelskralle als eine verbotene Substanz.

Teufelskralle für’s Pferd als Doping

Nach den „Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-regeln“(ADMR) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) gilt die Teufelskralle als eine verbotene Substanz. Möchtest Du an Turnieren teilnehmen, solltest Du unbedingt die empfohlene Karenzzeit von vier Tagen einhalten. Nach dieser Zeit kann die Zugabe von Teufelskralle nicht mehr nachgewiesen werden. Die Teufelskralle gilt als Doping, da es schmerzlindernd ist und vom Pferdebesitzer genutzt werden kann, um die gesundheitlichen Probleme des Pferdes zu verheimlichen, um schneller auf einem Turnier starten zu können. Es empfiehlt sich daher die Heilpflanze nur in Zeiten einer Wettkampfspause zu füttern.

Tipp: Kombination mit weiteren natürlichen Heilmitteln

Die Teufelskralle kann ebenfalls mit folgenden anderen pflanzlichen Heilmitteln kombiniert werden. Zudem haben wir in unserem Magazin eine Übersicht über Giftpflanzen für Pferde.

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2 Kommentare

Sahina 12. November 2016 - 7:01

Guten Morgen,
warum genau gilt denn Teufelskalle als Dopingmittel? War mir bisher nicht klar, dass es überhaupt als solches gilt! Danke für den Hinweis, werde das meiner Cousine mal weiterleiten, die möchte mal bei richtigen Pferde-Rennen starten. Kann man eigentlich TK überdosieren?

Thx….bye

Antworten
Steffi 9. April 2017 - 12:01

Super Artikel, habe auch schon einiges im Internet darüber gelesen.
Bin echt faziniert, von der Pflanze. Aber finde es verrückt, dass die Teufelskralle als Dopingmittel gilt.

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