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Nesselfieber beim Pferd

von Pia Mross
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Wer sein Pferd in der Box oder auf der Weide plötzlich übersäht mit Quaddeln und Pusteln vorfindet, bekommt meist erstmal einen gehörigen Schreck und vermutet böses hinter den auffälligen Beulen, die sich unter dem Fell des Pferdes abzeichnen. Einen solchen Ausschlag bezeichnet man als Nesselfieber. Alle Infos rund um Nesselfieber beim Pferd und was Du dagegen tun kannst, erfährst Du im folgenden Artikel. 

Nesselfieber: Krankheitssteckbrief

Was ist Nesselfieber beim Pferd?

Der Ausdruck Nesselfieber beschreibt eine Erkrankung der Haut beim Pferd, die sich durch mit Lymphflüssigkeit gefüllte Pusteln äußert und auf eine allergische Reaktion zurückzuführen ist. Entfernt erinnert dieser Ausschlag an die durch Brennnesseln hervorgerufenen Hautreaktionen, weshalb Nesselfieber in Fachkreisen auch als Urtikaria bekannt ist. Das lateinische Wort „urtica“ bedeutet Brennnessel

Nesselfieber, bzw. die Urtikaria, tritt nicht selten auf und ist in der Regel Symptom einer allergischen Reaktion. Bei dieser allergischen Reaktion kommt es im Immunsystem zu einer Überreaktion auf einen Einfluss von außen, wodurch im Körper des Pferdes überdurchschnittlich hohe Mengen an Histamin ausgeschüttet werden. Da Histamin ein Gewebshormon ist, sorgt seine Ausschüttung für eine Weitung der Blutgefäße, die zu Ödemen der Haut und Schleimhaut führen.

In der Regel sieht Nesselfieber weitaus bedrohlicher aus, als es tatsächlich ist. Bei einem leichten Verlauf verschwinden die ungefährlichen Quaddeln nach einigen Tagen von selber wieder und gehen nicht oder nur selten mit Schmerzen für das Pferd einher. Da es sich jedoch um eine allergische Reaktion handelt, sollte der Auslöser der Allergie festgestellt werden, um möglicherweise behandelt zu werden und weitere Ausbrüche von Nesselfieber zu vermeiden.

Was sind die Symptome von Urtikaria?

Symptome einer Urtikaria sind runde Quaddeln, Juckreiz, wunde Stellen, aus den Quaddeln austretendes Sekret und Fieber.

Symptome – Wie äußert sich Nesselfieber?

Das auffälligste Symptom einer Urtikaria beim Pferd ist der an Brust, Hals, Kopf und Schulterbereich des Pferdes auftretende Ausschlag. Die runden Pusteln und Quaddeln sind mit Lymphflüssigkeit gefüllt und können mitunter unter der Haut zu größeren Feldern zusammenlaufen, wodurch sich großflächige Schwellungen bilden. In manchen Fällen geht Nesselfieber auch mit Juckreiz einher. Dieser Juckreiz führt dazu, dass sich das betroffene Pferd auf der Suche nach Linderung die Quaddeln aufscheuert, wodurch offene Wunden entstehen können. Eine offene und unversorgte Wunde ist immer anfällig für Infektionen, weshalb aufgekratzte Stellen stets gut versorgt werden sollten. In einigen Fällen tritt auch ohne das zutun des Pferdes bernsteinfarbenes Sekret aus den Pusteln aus. Dieses kann zu Verkrustungen führen, unter denen das Fell ausfällt oder sich ebenfalls leicht Entzündungen bilden können. 

Da Nesselfieber das Symptom einer allergischen Reaktion ist, kann es bei einer schweren Allergie auch zu Fieber, oder, durch ungünstig am Kopf liegende Schwellungen, zu  kommen. Dies ist zwar nur selten der Fall, sollte jedoch beim Bemerken erster Anzeichen des Nesselfiebers im Hinterkopf behalten werden. Im Zweifelsfall ist es immer besser, den Tierarzt einmal öfter kommen zu lassen, damit dieser die Situation fachmännisch beurteilen kann.

Symptome von Nesselfieber im Überblick:

  • Hautausschlag in Form von mit Flüssigkeit gefüllter, runder Quaddeln
  • Juckreiz
  • Verkrustungen
  • Fieber
  • Austreten von bernsteinfarbenem Sekret
  • Entzündungen
  • Haarverlust
Nesselfieber beim Pferd: Pferd grasst.

Da Nesselfieber das Symptom einer allergischen Reaktion ist, kann es bei einer schweren Allergie auch zu Fieber, oder, durch ungünstig am Kopf liegende Schwellungen, zu  kommen.

Welche Globuli bei Nesselsucht?

Bei Nesselsucht bzw. Nesselfieber können Globuli Urtica urens verabreicht werden.

Welche Ursachen hat Nesselfieber beim Pferd?

Die Ursachen für Nesselfieber beim Pferd sind vielfältig und können grob in zwei Kategorien unterteilt werden. Zum einen kann der Auslöser der Urtikaria seinen Ursprung im Äußeren haben, auch exogener Auslöser genannt. Er kann jedoch ebenso aus dem Inneren des Pferdes kommen, somit handelt es sich um einen endogenen Auslöser. Häufig ist das Auftreten von Nesselfieber auch in einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren begründet, die ihren Gipfel dann im Ausbruch des Ausschlages finden.

Exogene (äußere) Auslöser von Nesselfieber

  • Insektenstiche/ Insektenbisse
  • Hautreizungen durch Chemikalien in Pflegesprays oder von Waschmittelrückständen
  • Futtermittelunverträglichkeiten
  • Vergiftung durch den Verzehr von Giftpflanzen (beispielsweise Bärenklau)
  • Hautreizungen durch Pollen oder Pflanzen (beispielsweise Brennnesseln oder Disteln)
  • Unverträglichkeit der Inhaltsstoffe von Medikamenten

Endogene (innere) Auslöser von Nesselfieber

  • Stress
  • Probleme des Verdauungstraktes
  • Stoffwechselprobleme und damit einhergehende Einlagerung von Säuren oder Toxinen
  • Infektionen

Äußere Auslöser sind in der Regel leichter feststellbar, als innere Auslöser. Da es sich manchmal auch um die Kombination aus verschiedenen Auslösern handelt, bedarf es meist einer gewissenhaften und gründlichen Beobachtung verschiedener Faktoren, um alle Auslöser einer Urtikaria zu entdecken und in den Griff zu bekommen. Mitunter kann es also etwas Geduld benötigen, um die Auslöser einer Urtikaria in den Griff zu bekommen. Dein Pferd wird dir für deinen Einsatz jedoch sicherlich dankbar sein.

Was bedeuten Pusteln beim Pferd?

Pusteln beim Pferd deuten auf eine allergische Reaktion und eine damit einhergehende Reaktion der Haut des Pferdes hin. Es gilt den Auslöser der allergischen Reaktion zu finden, um das fortfahrende Auftreten von Pusteln und Quaddeln zu unterbinden.

Krankheiten, die Nesselfieber beim Pferd auslösen können

Neben den endogenen und exogenen Faktoren, die Nesselfieber auslösen können, gibt es auch einige Krankheiten, die den Ausbruch einer Urtikaria wahrscheinlicher machen und begründen können. Jede der im Folgenden aufgezählten Erkrankungen schwächt das Immunsystem des Pferdes und macht es somit anfälliger für den Ausbruch von Nesselfieber als Antwort auf gewisse Störfaktoren, mit denen der angegriffene Pferdekörper nicht mehr anders umzugehen weiß.

  • Beschälseuche: Hierbei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die beim Deckakt zwischen Hengst und Stute übertragen werden kann. In der Regel erkrankt lediglich die Stute, da diese die infektiösen Spermien des Hengstes über die Schleimhaut ihrer Vagina aufnimmt. Ein Symptom der Beschälseuche ist Nesselfieber. In Deutschland treten Fälle von Beschälseuche jedoch so gut wie nie auf, diese ist eher im asiatischen und afrikanischen Raum verbreitet.
  • Druse: Bei Druse handelt es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit, bei der es zu Husten, Fieber, Vereiterungen der Lymphknoten und Begleiterscheinungen zum Beispiel wie Nesselfieber kommt. Ein mit Druse infiziertes Pferd muss sofort in Quarantäne gebracht werden, da sich die Infektion andernfalls rasend schnell im gesamten Stall verbreiten kann.
  • Petechialfieber: Beim Petechialfieber kommt es zu Entzündungen der Blutgefäße, hervorgerufen durch bakterielle Infektionen. Durch die entzündungsbedingte Schädigung der Blutgefäßwände kann Blut in das Gewebe des Pferdes austreten, wodurch es zur Bildung von Quaddeln unter der Haut kommt. Da diese im Vergleich zu den normalerweise entstehenden Quaddeln mit Blut und nicht mit Sekret gefüllt sind, lässt sich hier der Unterschied oft schnell erkennen.
Nesselfieber beim Pferd: Drei Pferde stehen zusammen.

Wenn das Nesselfieber durch infektiöse Erkrankungen ausgelöst wird, kann es selbstverständlich durch Ansteckung mit diesen Krankheiten auch an andere Pferde weitergegeben werden.

Ist Nesselfieber bei Pferden ansteckend?

Wird das Nesselfieber durch eine allergische Reaktion auf äußere Faktoren oder durch innere Faktoren, wie Stress oder Probleme mit dem Darm ausgelöst, so ist es nicht ansteckend. Lediglich wenn das Nesselfieber durch infektiöse Erkrankungen ausgelöst wird, kann es selbstverständlich durch Ansteckung mit diesen Krankheiten auch an andere Pferde weitergegeben werden. Deshalb ist es immer ratsam, den Auslöser für eine Urtikaria beim Pferd schnellstmöglich festzustellen, um im Ernstfall bei einer vorliegenden, möglicherweise hochansteckenden Infektion handeln zu können und die Ansteckung anderer Pferde vermeiden zu können. 

Was ist Nesselsucht bei Pferden, ist das ansteckend?

Nesselsucht bei Pferden ist eine allergische Reaktion auf endogene oder exogene Störfaktoren, auf die das Immunsystem des Pferdes mit der Ausschüttung von Histamin und somit dem Entstehen von Nesselsucht reagiert. Ansteckend ist eine Nesselsucht in den meisten Fällen nicht. Lediglich wenn die Urtikaria durch eine Infektion begründet ist, kann diese auch ansteckend sein.

Möglichkeiten der Therapie bei Nesselfieber 

In den meisten Fällen ist der Ausbruch einer Urtikaria harmlos und die Symptome gehen nach einigen Tagen von selber wieder zurück. Ist dies nicht der Fall, so solltest Du einen Tierarzt zurate ziehen. Dieser kann den Ausschlag beispielsweise mit Cortison behandeln, welches auch gut gegen den möglicherweise vorhandenen Juckreiz und das dadurch ausgelöste Aufschuppern der Haut wirkt. Oft wird einhergehend mit der Ausschüttung von Histamin, wie es bei Nesselfieber der Fall ist, mit Cetirizin behandelt. Bei Cetirizin handelt es sich um ein Antihistaminikum, welches im Immunsystem gegen die gehäufte Ausschüttung von Histamin arbeitet. Im Falle einer Urtikaria zeigt Cetirizin jedoch meist nur sehr geringen Erfolg. 

Zudem sollte bei der Therapie von Nesselfieber auch die Versorgung der dadurch entstehenden Probleme nicht vergessen werden. Wunde Stellen beim Pferd, die durch den Austritt von Sekret oder das Aufkratzen juckender Stellen auftreten, sollten gereinigt und desinfiziert werden, damit sich keine Infektionen bilden können. 

Fernab der Therapie gilt es, den Auslöser des Nesselfiebers ausfindig zu machen.

Futterumstellung gegen Nesselfieber

Bevor es an eine Futterumstellung geht, solltest Du Dir das Grundfutter, welches Dein Pferd tagtäglich zu sich nimmt, gründlich anschauen. Eine geringe Qualität des Heus beispielsweise kann zu Problemen im Darm führen, der essenziell für ein gesundes Immunsystem mitverantwortlich ist. Zudem kann es natürlich passieren, dass sich auf den gemähten Feldern für Pferde giftige Pflanzen befunden haben, die Dein Pferd nun über sein Heu oder Stroh zu sich genommen hat. Auch auf der Weide sollte regelmäßig Ausschau nach Giftpflanzen gehalten werden.

Bei Allergikerpferden, die häufig mit Nesselfieber reagieren, kann mit speziellen Futtermitteln geholfen werden. Schwarzkümmelöl beispielsweise hat sich als hilfreich bei Hauterkrankungen wie Nesselfieber erwiesen. Die im Schwarzkümmelöl enthaltenen Omega-6-Fettsäuren unterstützen den Fellstoffwechsel und die Ausschüttung des Hormons Prostaglandin. Dieses Hormon ist ebenfalls ein Gewebshormon und hemmt die Ausschüttung des Nesselfiebers auslösenden Histamin.

Auch Öle, wie beispielsweise Kamillenöl oder Rapsöl, können bei Problemen mit der Haut über das Futter verabreicht beruhigend wirken.

Nesselfieber beim Pferd: Pferd in einer Box.

Eine geringe Qualität des Heus kann zu Problemen im Darm führen, der essenziell für ein gesundes Immunsystem mitverantwortlich ist.

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Was tun gegen Nesselfieber beim Pferd?

Zunächst sollten die akuten Symptome des Nesselfiebers bekämpft werden. Dies kann über die Gabe von Cortison geschehen. Zudem sollten offene Wunden versorgt werden und der Auslöser für den Ausbruch des Nesselfiebers gefunden werden.

Prophylaxe – So kannst Du Nesselfieber beim Pferd vorbeugen

Um dem Ausbruch von Nesselfieber prophylaktisch vorzubeugen, solltest Du im Allgemeinen für ein gesundes und starkes Immunsystem Deines Pferdes sorgen. Damit einher geht eine gesunde und starke Darmflora. Auch Faktoren wie dauerhafter Stress sollten bedacht und ausgemerzt werden. 

Gegen Insektenstiche und daraufhin folgende allergische Reaktionen kann das Tragen von Fliegenmasken und Fliegendecken helfen. Achte zudem immer auf die Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten, die mit der Haut deines Pferdes in Kontakt kommen. Auch beim Waschen von Decken und Schabracken solltest du das richtige Waschmittel auswählen, damit mögliche Rückstände keine Hautreaktionen auslösen. 

Wer zudem auf eine ausgezeichnete Qualität des verfütterten Futters achtet und auch seine Weiden regelmäßig nach giftigen Pflanzen absucht, hat prophylaktisch gut gegen das Auftreten einer Urtikaria gesorgt und kann von vorneherein einige auslösende Faktoren ausschließen. 

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