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100 Pferde durch Flammen getrieben – umstrittener Brauch in Spanien

von Laura Wienecke
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Pferde, die für ihre Reiter durch die Flammen gehen – “Las Luminarias” löst Jahr für Jahr Kritik aus. Der umstrittene Brauch ist seit über 500 Jahren fester Bestandteil einer spanischen Zeremonie.

Meterhohe Flammen,  fliegende Funken und dicke Rauchschwaden im Nachthimmel. Der Ort des Geschehens ist San Barolomé de Pinares, ein kleines 700-Seelen-Dorf, das 100 Kilometer westlich von Madrid liegt. Unzählige Schaulustige drängen sich in den engen Gassen, um der diesjährigen Feuerreinigung beizuwohnen. Seit 500 Jahren wird hier am Abend des 16. Januars “Las Luminarias” gefeiert. Eine religiöse Zeremonie, die den Heiligen Antonius, Schutzpatron der Bauern und Nutztiere, ehren soll.

Doch das Feuer ist nicht nur zur Zierde auf dem Dorfplatz angezündet worden. Es ist Gegenstand einer waghalsigen Mutprobe, die von den Männern Jahr für Jahr durchgeführt wird. Auch die Pferde werden in die Mutprobe miteinbezogen. Während die meterhohe Flammenwand anfangs nur umritten wird, geht es später für Pferd und Reiter mitten hinein. Dieser Brauch soll die Tiere reinigen und für das kommende Jahr beschützen.

Schau Dir das Spektakel selbst einmal im Video an:

Tierschützer stoßen bei Veterinären auf taube Ohren

Viele Tierschützer halten dieses Ritual für unsinnig und gefährlich. Auch in diesem Jahr nahmen circa 100 Reiter-Pferd-Paare am Spektakel teil. „Es birgt überhaupt keine Logik die Tiere einer derart stressigen Situation auszusetzen, die vollkommen gegen ihre eigene Natur geht“, meinte etwa Juan Ignacio Codina, einer der größten Kritiker des Festivals. „Mitten im 21. Jahrhundert ist dieses Ritual ein Relikt längst vergangener Tage. Kein Aberglaube oder religiöser Glaube kann diesen Akt der Tierquälerei rechtfertigen.“ Für Codina und die Mitglieder der Tierschutzpartei PACMA ist “Las Luminarias” ein eindeutiger Verstoß zu den regionalen und nationalen Tierschutzgesetzen. 2013 gab es eine öffentliche Beschwerde der Partei  gegen das Fest, woraufhin Veterinäre den Zustand der Pferde überprüften. Es wurden keine Gründe zur Beanstandung gefunden, wie die zuständige Behörde angab. Die Pferde trügen keinen Schaden beim Lauf durch das Feuer davon.

Quelle: rtl.de

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