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Isabell Werth trauert um ihr Spitzenpferd

von Finia Fischer
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Gemeinsam holten sie Goldmedaillen bei EM, WM und Olympia. Nach Angaben der Dressurreiterin aus Rheinberg starb der Wallach am Samstag im Alter von 28 Jahren. 

Mit diesen Worten verabschiedet sich Isabell Werth von ihrem Satchmo:

„Gestern mussten wir uns schweren Herzens mit 28 Jahren von Satchmo verabschieden. Mein lieber Satchi, noch Tags zuvor liefst du fröhlich mit deiner geliebten Kelly auf der Wiese als ich mich auf den Weg ins Trainingslager für die WM in Herning machte. Wie schön Euch so zu sehen. Die WM Aachen 2006 kam mir wieder in Erinnerung! Was für ein einmaliges Erlebnis durften wir dort erfahren. Was für Emotionen! Davon hatten wir in unserer gemeinsamen Zeit ja – in jeder Hinsicht – genug. Dass ich in diesem entscheidenden Moment nicht bei Dir sein konnte wiegt nach 25 gemeinsamen Jahren ganz besonders schwer in meinem Herzen 💔! Gute Reise mein großartiger, genialer Kämpfer und Danke für alles 💖 😘“

Satchmo ist eines von vielen Spitzenpferden, mit denen Isabell Werth im Laufe ihrer langen Karriere fester Bestandteil deutscher Championatsequipen war. Ihr Weg war steinig und doch haben sie gemeinsam die wichtigsten Titel im Reitsport gewonnen. Davon einige.

Eine große Karriere

Dreijährig kam der Hannoveraner Wallach aus der Zucht von Albert Kampert zu Isabell Werth. “Ein guckiges, sympathisches, liebes Pferd”, so beschreibt ihn Werth. Obwohl sie von keinem Pferd häufiger herunterfiel, glaubte sie von Beginn an an den Sao Paulo-Sohn.

2003 bestritten sie ihr erstes Championat. Bei den Europameisterschaften im britischen Hickstead gewann Isabell Werth keine Medaillen im Sattel von Satchmo, aber sie gewann Geduld. Der Wallach verweigerte sich im Viereck mehrfach. In der Einzelwertung reichte es für Platz 17, in der Mannschaft für das Streichergebnis. 

2005 fand man schließlich den Schlüssel zu Satchmos Unberechenbarkeit. Schwimmende Partikel in seiner Augeninnenflüssigkeit gaukelten dem Wallach Gespenster vor, wo keine waren. Mit einem operativen Eingriff wurde das Problem beseitigt und der Weg nach oben war frei.

In Stuttgart erzielten sie Ende 2005 im Grand Prix 79,958%. Weltrekord.

2006 folgte ihr persönliches Sommermärchen auf der WM in Aachen. Zunächst wurde Werth mit ihren beiden Spitzenpferde Satchmo und Warum nicht FRH in das deutsche WM-Team berufen. Hier entschied sie sich zunächst für ihren “Hannes” der sich allerdings vertrat, so rückte Satchmo nach. Mit der Mannschaft gewannen sie die Goldmedaille, außerdem gelang dem Dressurpaar der Sieg im Grand Prix Special und Bronze in der Grand Prix Kür.

Dieses Pferd habe sie Demut gelehrt, so Werth.

Und der Erfolg ging weiter. Sie waren erfolgreich bei den Europameisterschaften, wurden 2008 in Hongkong Team-Olympiasieger und Vize-Olympiasieger im Einzel.

2011 verabschiedete sie Isabell Werth Satchmo beim Weltcup-Finale in Leipzig gesund aus dem Sport. Fortan genoss ihr Erfolgspferd bis jetzt seine Rente gemeinsam mit seiner Weidefreundin Kelly bis seine Reise nun ein Ende nahm.

Mach´s gut, Satchmo!

Quellen: WDR, isabell-werth.de, pferd-aktuell, Spiegel

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