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Neue Studie über Martingal & Schlaufen – Welche Risiken gibt es durch Hilfszügel?

von Marie Arensmann
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Nicht selten kommt es vor, dass Hilfszügel falsch angewendet werden. Mithilfe einer Studie, durchgeführt von der Professorin Heidrun Gehlen und ihrem Forschungsteam an der Freien Universität Berlin, wurde jetzt untersucht, wie viel Pferdebesitzer:innen über Hilfszügel wissen und ob sie diese korrekt verwenden.

Wenn Hilfszügel nicht richtig eingesetzt werden, können sie dem Pferd schaden. Das erklärt das Studienteam gegenüber dem Fachjournal “Animals”. Es bestehe die Gefahr, dass die falsche Verwendung von Martingal, Schlaufzügeln und Co. zu Überlastung des Pferdes, Unfällen und zu Verletzungen führen können. Diesem Problem wollten die Forscher:innen auf den Grund gehen und führten eine Online-Befragung über die sozialen Medien und E-Mails in Deutschland und Österreich durch. Von insgesamt 823 ausgefüllten Fragebogen, wurde in 362 Fragebogen angegeben, dass mindestens alle zwei Wochen Hilfszügel verwendet werden. Auf diese Gruppe fokussierte sich das Forschungsteam.

Ergebnisse der Studie sind vielversprechend

Insgesamt erwecken die Studienergebnisse einen positiven Eindruck. Laut den Forscher:innen gehen viele Reiter:innen vernünftig mit Hilfszügeln um. Dennoch kann die Unwissenheit der Besitzer:innen, unabhängig vom Qualifikationsniveau, zur unangemessenen Verwendung von Hilfszügeln führen. Zusammenfassend fanden die Forscher heraus:

  • etwa 50% der Reiter:innen benutzt Hilfszügel zur Selbstkorrektur oder zur Korrektur des Pferdes und zur Unterstützung
  • 40,2% halten Hilfszügel für wichtig im Training
  • die meisten befestigen Hilfszügel nach der Aufwärmphase
  • ca. 50% der Befragten wechseln Hilfszügel nicht während der Trainingseinheit
  • 75% der Reiter:innen erkennen eine richtige Kopfhaltung des Pferdes

Reiter:innen sind sich sicher, dass ihr Pferd sich wohlfühlt

Teil des Fragebogens war es ebenfalls einzuschätzen, ob sich Pferde gegen Hilfszügel wehren oder sich mit ihnen wohlfühlen. Hier gaben 92,8% der Befragten an, dass sie keine Anzeichen von Widerstand ihres Pferdes bei der Verwendung von Hilfszügeln bemerkt hatten. Des weiteren gab die große Mehrheit (84,4%) an, dass sie nicht den Eindruck hatte, ihr Pferd würde mit Hilfszügeln schlechter atmen

Hilfszügel sollten nur kurz und gezielt eingesetzt werden

Als Fazit der Studie erklären die Forscher, dass weiterhin ein Klärungsbedarf und ein Informationsmangel unter Pferdebesitzern über die Auswirkungen der Hilfszügel bestehe. Das Ziel sollte es sein, Hilfszügel lediglich kurzfristig und problemorientiert einzusetzen, um Pferde angemessen auszubilden und zu korrigieren. Bestandteil der Reitausbildung sollte es sein, die Hilfszügel überflüssig zu machen und mehr über sie zu informieren.

Quelle: Animal Journal

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