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„Wanderstute“ Jenny unheilbar krank: rettet ihr der Ruhm das Leben?

von Laura Wienecke
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Im Frankfurter Stadtteil Fechenheim lebt die aus Funk, Film und vor allem aus den sozialen Medien bekannte „Wanderstute“ Jenny. Vielleicht hat die Bekanntheit ihr nun das Leben gerettet.

Seit Jahren verlässt die weiße Araberstute Jenny jeden Morgen ihren Stall im Ortskern von Fechenheim. Sie trottet vorbei an Straßenbahn-Haltstellen, beschnuppert Passanten, lässt sich streicheln und sucht sich schließlich eine schöne Stelle zum Grasen. Im Hintergrund die Wohnhochhäuser am Ortsrand, auf der anderen Seite die Böschung am Flussufer. Für die Anwohner ist es ein vertrauter Anblick.

Lebensgefährliche Krankheit

Früher gingen regelmäßig Anrufe von Spaziergängern bei der Polizei ein, sie dachten das Pferd wäre entlaufen. Das passiert aber kaum noch, seitdem die wandernde Stute via Internet weltweit bekannt wurde. Bilder und Videos in den sozialen Medien, Zeitungen und Fernsehsender berichteten, Touristen kamen aus Asien in Bussen, um Selfies mit Jenny zu schießen. 2020 erschien der Kurzfilm „The Walk„, eine Hommage an die Schimmelstute.

Doch das Schimmelgen wird Jenny zum Verhängnis: Besitzer Werner Weischedel entdeckte eine Wucherung am hinteren Rücken des Pferdes,  genauer gesagt an der Schweifrübe. Dem Einundachtzigjährigen war schnell klar, um was es sich handelt: um ein Schimmelmelanom. Weiße Pferde sind genetisch dazu veranlagt Hautkrebs zu bekommen. Das Gen ist ebenfalls dafür verantwortlich, dass dunkle Pferde anfangen zu „schimmeln“. Jennys Befund war alarmierend, denn der Tumor war bereits so weit gewuchert, dass er den Darm blockierte. Wenn Pferde ihren Darm nicht entleeren können, folgen Koliken und sie verenden in kürzester Zeit.

Vier Tage bis eine Woche“ gebe er der Stute, bis es kritisch werde, habe der Tierarzt gesagt, erinnert sich Weischedel. Doch dann gab der Tierarzt den lebensentscheidenden Tipp, sich an die Tierärztliche Hochschule Hannover zu wenden. Dort wird an Pferden ein Vakzin erprobt, das in den Vereinigten Staaten von Amerika schon für Hunde zugelassen ist. Es löst eine Immunreaktion aus und lässt die Tumore so schrumpfen.

Ruhm rettet Jennys Leben

Die Kapazität der Studie war mit 40 teilnehmenden Pferden schon erschöpft, doch Jennys Bekanntheit sicherte ihr den 41. Platz. Weischedel fuhr von nun an alle zwei Wochen mit Jenny von Frankfurt nach Hannover. Die Therapie zeigte sofort erste Erfolge: das Wachstum des Tumor stand still und dann schrumpfte er. Am Schweifansatz ist immer noch eine faustgroße Wucherung zu sehen, aber Jenny scheint keine Probleme mehr damit zu haben. Ihre 26 Jahre seien für eine Araberstute kein hohes Alter, sagt Weischedel. Er kenne einen Hengst, der mit 40 Jahren noch geritten werde, und eine Stute, die mit 37 Jahren noch gefohlt habe.

Quelle: faz.net

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