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Wurmbefall durch Weidemanagement verringern

von Regina Schweizek
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Was früher durchaus normal war, sieht man heute nur noch selten: Pferde und Rinder gemeinsam auf einer Weide. Dabei hat die Doppel-Beweidung einen entscheidenden Vorteil für beide Spezies. Denn durch das gemeinsame oder abwechselnde Beweiden verringert sich der Wurmbefall für die jeweils andere Art. 

Im Gegensatz zu früher, werden Pferde und Rinder heutzutage meist getrennt gehalten. Doch diese strikte Trennung der Spezies bringt deutliche Nachteile mit sich. Eine Weidenutzung durch unterschiedliche Arten ist zum einen eine biologische Weidepflege, zum anderen trägt sie auch zur Reduktion der Parasitenbelastung bei. Vor allem der Rückgang von Strongyliden ging aus Studien aus Frankreich und der Schweiz hervor.

Strongyliden sind Endoparasiten, also Würmer, die im Blind- und Dickdarm bei Pferden leben und über das Gras aufgenommen werden. Rindern hingegen machen sie im Magen-Darm-Trakt zu schaffen.

Warum hilft eine Doppel- oder Wechselbeweidung?

Bei einer Doppel- oder Wechselbeweidung ,,entwurmt“ quasi die eine Art die Grasfläche für die andere Art, so Dr. Felix Heckendorn vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau. Der Grund dafür sind die speziellen Vorlieben der Parasiten. Den Forschungen zufolge überleben Pferde-Stongyliden nicht in Rindern und Rinder-Stongyliden nicht in Pferden. So wird der Wurmdruck der Weide auf ökologische Weise reduziert.

Ergebnisse der Studien

Gerade bei Jungrindern, die die Weide mit Pferden teilten, wurde deutlich weniger Wurmbefall im Kot nachgewiesen, als in der Kontrollgruppe. In Folge dessen konnte auch ein Unterschied bei ihrer Entwicklung festgestellt werden. Die Jungrinder wurden schwerer als ihre isolierten Artgenossen.

Aber auch bei den Pferden ließen sich positive Entwicklungen verzeichnen. In der französischen Studie wurde durch regelmäßige Eizählungen in Kotproben die Wurmbelastung gemessen. Pferde mit Rindern als Weidepartner waren deutlich weniger belastet, als Pferde auf reinen Pferdewiesen.

Weidemanagement durch Zusammenschluss

Die Parasitenlarven können je nach Wetterlage bis zu sechs Wochen oder länger im unteren Gras überleben und auf einen Wirt warten. Man könnte die Weide also auch möglichst lange ungenutzt lassen und hoffen, dass sich das Wurmproblem von allein löst. Allerdings bliebe die Ressource, sofern man kein Heu machen möchte, ungenutzt. Eine Wechsel- oder Doppelbeweidung hingegen macht das Gras direkt verwertbar und sorgt zusätzlich für eine natürliche Düngung. Das wiederum kann sich positiv auf das Wachstum auswirken. Ein Zusammenschluss mit einem benachbarten Rinderbauern könnte also für Pferdehalter sinnvoll sein.

Einer Überweidung sollte natürlich trotzdem rechtzeitig vorgebeugt werden.

Quellen: Thehorses.com

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