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Quarter Pony

von Frederieke Wenning
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Man kann sagen, das Quarter Pony ist ein Quarter Horse im handlichen Ponyformat. Es ist mit all den guten Eigenschaften ausgestattet, die diese bemerkenswerte Pferderasse auszeichnet – nur eben als Pony. Das Quarter Horse ist eine seit dem 17. Jahrhundert etablierte Pferderasse, doch dass es auch ein Quarter Pony gibt, ist nicht jedem bekannt. Das Quarter Horse leitet seinen Namen von seiner Sprintgeschwindigkeit ab. Auf der Distanz von „a quarter of a mile“ (400 m) sind diese spurtstarken Pferde nahezu unschlagbar und können in Extremfällen über 70 km/h erreichen. Aus diesen Anfängen entwickelte sich ein Pferd, das vor allem für die Westerndisziplinen perfekt geeignet ist. Der „kleine Bruder“, das Quarter Pony, steht dem Quarter Horse in seiner Eignung für die Westerndisziplinen in keiner Weise nach. Das Quarter Pony begeistert durch seine Wendigkeit, seine leichtfüßige Eleganz und sein freundliches, ausgeglichenes Wesen.

Wichtige Daten im Überblick

  • Ursprung: Die Rasse entstand im 20. Jahrhundert in den USA, Zuchtbeginn 1964
  • Hauptzuchtgebiet: USA, Kanada und Australien
  • Verbreitung: USA, Kanada, Australien und Europa
  • Größe: Das Stockmaß liegt zwischen 120 und 147 cm
  • Erscheinungsbild: kompakt mit harmonischem und gut proportioniertem Körperbau
  • Farben: Bei der IQPA sind alle Farben einschließlich Schecken zugelassen, bei der AQPA nur einfarbige Pferde, allerdings keine Albinos. Abzeichen an Kopf und Beinen sind bei beiden Verbänden erlaubt.
  • Haupteinsatzgebiet: Reitpony, seltener Fahrpony
  • Zuchtverbände: Es gibt die American Quarter Pony Association(AQPA), gegründet 1964, und die in den 1970-er Jahren entstandene International Quarter Pony Association (IQPA), dieser Verband agiert weltweit. Das Zuchtbuch ist offen.

Ursprung und Zuchtgeschichte des Quarter Ponys

Das Quarter Pony ist salopp gesagt ein Quarter Horse im Kleinformat, da es ursprünglich von der Großpferderasse American Quarter Horse abstammt und dieser bis heute in seinem Exterieur ähnelt. Die Ponyrasse hat sich allmählich herausgebildet, da Pferde zur Zucht verwendet wurden, die den Anforderungen des amerikanischen Zuchtverbandes, der American Quarter Horse Association, an das Stockmaß von mindestens 147 Zentimetern nicht entsprachen. Diese Quarter Horses zeichneten sich zwar durch gute Zuchtmerkmale aus, erreichten aber nicht die erforderliche Größe und wurden daher nicht registriert. Einige Züchter brachten die zu kleinen Pferde dennoch in ihre Zucht ein, sodass sich daraus das bis heute bekannte Quarter Pony entwickelte.

Im Jahr 1964 war es die American Quarter Pony Association, die erstmals ein Zuchtbuch eröffnete und Ponys im Western-Typ registrierte, deren Zuchtabstammung zwar unklar war, aber deren Eigenschaften als wünschenswert für Zuchtzwecke erschienen. Zur Eintragung waren Crossbreds und reinrassige Ponys zugelassen. Zugleich gab es die National Quarter Pony Association, die 1975 begann, den kleineren Stock-Typ des Quarter Horses zu erhalten, da der Zuchttrend sich immer mehr in Richtung schlankerer, größerer Pferde entwickelte.

Ebenfalls in den 1970er Jahren gründete sich die International Quarter Pony Association, die als weltweiter Verband agiert und sich im Jahr 2005 mit der National Quarter Pony Association zu einem Verband zusammenschloss. Seither sind die American Quarter Pony Association und die International Quarter Pony Association die beiden wesentlichen Zuchtverbände für das Quarter Pony, allerdings mit unterschiedlichen Eintragungsbestimmungen hinsichtlich der erlaubten Fellfarben. Heute wird das Quarter Pony nach wie vor hauptsächlich in seinem Herkunftsland, den USA, aber auch in Kanada, Europa und Australien gezüchtet. Im Jahr 2005 gab es schätzungsweise 3.000 Quarter Ponys, die bei den Zuchtverbänden eingetragen waren.

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Zuchtmethode

Das Quarter Pony wird mit einem offenen Zuchtbuch gezüchtet. Zur Eintragung in das Zuchtbuch der IQPA muss ein Elternteil ein Quarter Pony, ein Quarter Horse, ein Appalloosa oder ein Paint Horse sein. Ponys, die diese Voraussetzung erfüllen, aber die Maximalgröße von 147 Zentimetern überschreiten oder gangveranlagt sind, werden nicht eingetragen. Wenn der Abstammungsnachweis nicht erbracht werden kann, muss eine Überprüfung der Einhaltung der Zuchtmerkmale erfolgen. Bei erfolgreicher Beurteilung kann dann dennoch eine Eintragung stattfinden. Bei dem zweiten amerikanischen Zuchtverband, der AQPA, können hingegen alle Quarter Ponys eingetragen werden, die das erwünschte Stockmaß einhalten. Allerdings gibt es auch bei diesem Verband eine Beschränkung für gangveranlagte Ponys sowie für Fellfarben. Daher werden Tobianos, Tigerschecken, Overos und Albinos nicht eingetragen.

Das Exterieur des Quarter Ponys – Quarter Horses im Kleinformat

Das Quarter Pony soll dem Typ eines Westernreitpferdes entsprechen und ein Stockmaß zwischen 120 und 147 Zentimetern erreichen. Der kurze Kopf zeichnet sich durch eine breite Stirn, kurze Ohren und große, klare und weit auseinander stehende Augen aus. Er spiegelt die Intelligenz des Ponys wider und ähnelt dem Kopf des Quarter Horses, allerdings mit einer gewissen „Pony-Ausstrahlung“. Erwünscht ist ein kräftiger, mittellanger Hals, der eine ausreichende Ganaschenfreiheit aufweist und in einem 45-Grad-Winkel zum Kopf steht. Die Oberlinie soll erkennbar länger als die Unterlinie sein, zumal Unter- und Speckhälse nicht gern gesehen werden.

Quarter Pony Fohlen

Das Quarter Pony hat die gewisse „Pony-Ausstrahlung“.

Typisch für das Quarter Pony ist darüber hinaus ein stabiler, kurzer Rücken, tiefe und schräge Schultern sowie ein mittelmäßig ausgeprägter Widerrist. Die Brust zeigt sich angemessen breit und proportional an den übrigen Körperbau angepasst. Ebenso harmonisch ausgeformt und in Balance zum Gebäude soll die Hinterhand sein, die eine gute Bemuskelung aufweisen soll. Stark überbaute Ponys sind nicht erwünscht. Das Fundament präsentiert sich mit stabilen und klaren Beinen, die zur Körpermasse angemessen proportioniert sind und schnelle Wendungen in jede Richtung ermöglichen. Von Natur aus ist die Ponyrasse durch sein Gebäude sehr versammelt, was der Leichtfüßigkeit bei abrupten Stopps und Richtungswechseln zugute kommt. Diese Wendigkeit ist für die Westernreitdisziplinen unerlässlich. Auch die Hufen sind ansprechend geformt, schön gerundet und ausreichend groß. Vielfältig erscheint das Quarter Pony mit Blick auf seine Fellfärbung. Während der Zuchtverband IQPA alle Farben zulässt, sind bei der AQPA lediglich einfarbige Ponys mit Ausnahme von Albinos erlaubt. Abzeichen können hingegen in jeder Art vorkommen.

Wie groß werden Quarter Ponys?

Die maximale Größe liegt bei 148 cm.

Die wichtigsten Merkmale des Exterieurs im Überblick

  • Kopf: Sollte dem des Quarter Horses ähneln, kurz, mit breiter Stirn, großen, klaren Augen und kleinen, weit auseinanderstehenden Ohren
  • Hals: mittellang und kräftig, ausreichende Ganaschenfreiheit, Oberlinie deutlich länger als Unterlinie
  • Rücken: kurz, stabil mit relativ gut ausgeprägtem Widerrist
  • Brust: Nicht zu breit, muss in guter Relation zu den übrigen Proportionen stehen
  • Schulter: tief und schräg, angenehmes Gangwerk
  • Hinterhand: kräftig und gut bemuskelt, jedoch nicht überbaut
  • Beine: kräftig und klar, gut unter den Körper gesetzt. Dadurch sind dem Quarter Pony enge Wendungen in alle Richtungen möglich
  • Hufe: gut gerundet und nicht zu klein
  • Langhaar: verhältnismäßig fein und üppig

Wie schwer werden Quarter Ponys?

Da die Quarterponys zwischen 120 und 148 cm groß sind, ist eine einheitliche Gewichtsangabe nicht möglich, denn das Gewicht hängt auch von der Größe ab. Das Durchschnittsgewicht liegt etwa bei 300 Kilo.

Das Interieur vom Quarter Pony

Mit seinem einwandfreien Charakter ist das Quarter Pony ein ebenso umgängliches wie zuverlässiges Kleinpferd. Mit seiner unkomplizierten Art und seiner Nervenstärke eignet es sich für Reiter in jedem Alter. Darüber hinaus zeichnet sich die Ponyrasse durch eine robuste Gesundheit und eine gute Belastbarkeit für Freizeit– und Sportzwecke sowie für den Therapie– und Reitschulbetrieb aus.

Einsatzgebiete und besondere Merkmale der Quarter Ponys

Das Quarter Pony wird aufgrund seiner Wendigkeit, die durchaus als besonderes Rassemerkmal gelten kann, vor allem in den Westerndisziplinen eingesetzt. Sein Körperbau verleiht ihm schon von Natur aus eine gewisse Versammlung, alle Wendungen und Stopps können leichtfüßig und elegant ausgeführt werden. Der Bewegungsablauf ist taktrein und ausbalanciert in allen Grundgangarten, spezielle Gangarten wie beispielsweise Tölt oder Pass sind nicht erwünscht.

Quarter Pony in einer Western-Prüfung

Das Quarter Pony wird aufgrund seiner Wendigkeit, die durchaus als besonderes Rassemerkmal gelten kann, vor allem in den Westerndisziplinen eingesetzt.

Je nach Veranlagung eignet es sich auch für den Dressur-, Spring– oder Fahrsport. Aufgrund seines ausgeglichenen Charakters wird das Quarter Pony häufig als Schul- und Therapiepferd verwendet. Die handliche Größe und seine umgängliche, freundliche Art machen es zum idealen Familienpferd, es ist ein beliebtes Einsteigerpony für Jugendliche und leichtgewichtige Erwachsene. Wobei man als Familienpferd eher eine Stute oder einen Wallach bevorzugen sollte, denn Hengste gehören generell aufgrund ihrer Hengstmanieren und ihres Temperaments in erfahrene Hände eines Züchters.

Bewegungsablauf

Das Quarter Pony soll die Grundgangarten zeigen, die auch die anderen Westernpferderassen beherrschen, und sich sowohl taktrein als auch leichtfüßig und ausbalanciert präsentieren. Reiter sollen bei allen Gangarten von einem angenehmen Sitz im Sattel profitieren. Durch seinen Körperbau weist das Quarter Pony von Natur aus eine gute Versammlung auf, die eine leichtfüßige Ausführung von Stopps und Wendungen ermöglicht. Nicht erwünscht sind gangveranlagte Ponys.

Wofür sind Quarter Ponys geeignet?

Hauptsächlich für den Reitsport. Hierbei sind sie vor allem für die Westerndisziplinen prädestiniert.

Gibt es Erbkrankheiten beim Quarter Pony?

Wichtig zu wissen: Es gibt eine rassetypische Erbkrankheit, die Hyperkalemische Periodische Paralyse, kurz HYPP. Diese unheilbare Stoffwechselerkrankung beruht auf einem Gendefekt und wird dominant vererbt. Zu den Symptomen gehören Muskelkrämpfe, Lähmungsattacken und erhöhte Atemgeräusche, falls die Lähmung die oberen Luftwege betrifft. Für Züchter interessant ist die Tatsache, dass diese Krankheit ausschließlich bei Nachkommen des Hengstes Impressive (1969 – 1995) auftritt, andere Blutlinien sind nicht betroffen. Der Gendefekt kann durch einen Gentest nachgewiesen werden, der für die Nachkommen der Impressive-Blutlinie vorgeschrieben ist. Dieser Gentest verhindert, dass aus Anpaarungen Fohlen geboren werden, die das Gen weitertragen könnten. Denn es ist besonders heimtückisch, dass auch Pferde, die selbst nicht erkranken, den Gendefekt aber in sich tragen, diesen an ihre Nachkommen weitergeben können.

Wie alt werden Quarter Ponys?

Die Lebenserwartung kann durchaus mehr als 30 Jahre betragen.

Bekannte Pferde der Rasse

Als „Überflieger“ kann wohl der mittlerweile als Deckhengst aufgestellte „Blues Starlight“ bezeichnet werden. Der 2003 geborene Hengst ging aus einer Anpaarung eines Quarter Horse Hengstes mit einer Reitponystute hervor und entwickelte sich ausgesprochen vielversprechend. Schon zu Beginn seiner Ausbildung errang der nur knapp 140 cm große Hengst zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem auf der Americana 2006. Er ist das erste Quarter Pony, das nicht in Amerika gezogen wurde und einen High Point Titel bei der IQPA erreichte. Blues Starlight wurde zehn Jahre lang ausgesprochen erfolgreich im Westernturniersport eingesetzt. Er stellte unter Beweis, dass ein Quarter Pony durchaus auch auf internationaler Ebene mit seinen großen Verwandten, den Quarter Horses und Paint Horses, mithalten kann. Gegner der Rasse, die in den Quarter Ponys geringschätzig nur eine Art „Abfallprodukt“ der Quarter Horse-Zucht sahen, wurden eines Besseren belehrt.

Zu welchen Preisen kann man Quarter Ponys kaufen?

Wer ein korrekt gezogenes, gut ausgebildetes Quarter Pony erwerben möchte, kann mit Preisen ab 5000 Euro rechnen. Fohlen und Jungpferde sind etwas günstiger, Ponys mit Turniererfolgen werden entsprechend höher gehandelt.

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