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Die 10 schnellsten Pferderassen der Welt im Überblick

von Michelle Breitenfeld

Das Englische Vollblut und das Quarter Horse führen die Liste der schnellsten Pferderassen weltweit an. In diesem Überblick erfährst Du, welche zehn Rassen durch ihre Anatomie und Genetik extreme Geschwindigkeiten im Sprint und auf der Langstrecke erreichen.

Welche Pferderasse ist die schnellste der Welt?

Das Englische Vollblut ist die offiziell schnellste Pferderasse der Welt auf der Langstrecke und hält mit 70,35 km/h den Guinness-Weltrekord.

Diese Rasse wurde seit dem 18. Jahrhundert in England gezielt für den Galopprennsport selektiert. Ihr anatomischer Bau zeichnet sich durch ein großes Herz, eine enorme Lungenkapazität und lange, sehnige Gliedmaßen aus. Diese Kombination ermöglicht es den Pferden, hohe Geschwindigkeiten über Distanzen von mehreren Kilometern zu halten.

Die Top 10 der schnellsten Pferderassen im Vergleich

Die Schnelligkeit eines Pferdes definiert sich nicht nur durch die reine Höchstgeschwindigkeit, sondern auch durch die Distanz. Die folgende Übersicht zeigt die 10 schnellsten Rassen weltweit, sortiert nach ihrer primären Schnelligkeits-Disziplin:

PlatzPferderasseMax. GeschwindigkeitSpezialisierung / Hauptmerkmal
1American Quarter HorseBis zu 88 km/hKurzstrecken-Sprint (Viertelmeile)
2Englisches VollblutBis zu 70,35 km/hKlassisches Galopprennen (Mittel- & Langstrecke)
3VollblutaraberBis zu 65 km/hDistanzreiten (Ausdauer über 160 km)
4AppaloosaBis zu 60 km/hWestern-Sprint und Kurzstreckenrennen
5American Paint HorseBis zu 60 km/hEnge Wendungen, Barrel Racing, Sprints
6Akhal-Teke (Achal-Tekkiner)Bis zu 60 km/hWüsten-Ausdauer und historische Rennleistung
7MustangBis zu 55 km/hWilde Ausdauer und Fluchtgeschwindigkeit
8Standardbred (Amerikanischer Traber)Bis zu 48 km/hTrabrennsport (Hengste im Sulky)
9Morgan HorseBis zu 45 km/hVielseitigkeitstraber und historische Ausdauer
10Andalusier (P.R.E.)Bis zu 45 km/hHohe Versammlung und kurze, feurige Sprints

1. American Quarter Horse – Der König des Sprints

Das American Quarter Horse ist auf einer Distanz von einer Viertelmeile (ca. 400 Meter) das schnellste Pferd der Welt. Seine extrem bemuskelte Hinterhand ermöglicht eine explosionsartige Beschleunigung auf bis zu 88 km/h.

Seitenaufnahme eines grauen Vollblutpferdes mit der Startnummer 6, das sich im vollen Galopp auf einer sandigen Rennbahn befindet. Ein Jockey in blau-weißer Rennkleidung und Helm sitzt tief in den Bügeln nach vorne gebeugt. Im Hintergrund sind eine hölzerne Begrenzung und grüne Hügel am Horizont erkennbar.

2. Englisches Vollblut – Der Champion der Galopprennbahn

Das Englische Vollblut hält die offiziellen Geschwindigkeitsrekorde auf längeren Rennstrecken. Diese Rasse wurde seit dem 18. Jahrhundert in England rein auf Leistung und Galoppiervermögen selektiert. Sie hält im Galopp konstant Geschwindigkeiten von 60 bis 70 km/h.

Weißes Araber Pferd galoppiert mit erhobenem Schweif durch eine Wüste bei Sonnenuntergang

3. Araber – Das schnellste Pferd auf der Langstrecke

Der Araber (Vollblutaraber) ist das schnellste Pferd im Distanzreiten (Endurance). Auf Strecken von bis zu 160 Kilometern ist diese Rasse unschlagbar. Ihre Muskulatur ist auf effiziente Sauerstoffnutzung ausgelegt, was eine hohe Geschwindigkeit über Stunden ermöglicht.

Ein dunkelbraunes Pferd mit der Startnummer 7 zieht einen Fahrer im zweirädrigen Sulky in der typischen, schwungvollen Trabbewegung über eine feuchte Sandbahn. Der Fahrer trägt einen blauen Rennanzug und einen Schutzhelm. Im Hintergrund befinden sich eine Tribüne, Flutlichtmasten und Zuschauer.

4. Amerikanisches Standardbred – Der Rekordhalter im Trab

Das Amerikanische Standardbred ist die weltweit schnellste Rasse für den Traber-Rennsport. Im Renntrab erreichen diese Pferde Geschwindigkeiten von über 45 km/h. Ihr Körperbau ist langgestreckt und optimal für dieffiziente Raumnahme in den Gangarten Trab oder Pass geeignet.

Palomino Achal Tekkiner galoppiert über eine grüne Wiese im Sommer

5. Achal-Tekkiner – Schnelligkeit in der Wüste

Der Achal-Tekkiner stammt aus Turkmenistan und vereint hohe Grundschnelligkeit mit extremer Härte gegen Hitze. Diese Pferde besitzen eine schlanke, drahtige Statur. Sie legen weite Distanzen in hohem Tempo bei minimalem Wasserverbrauch zurück.

Appaloosa schaut aufmerksam zur Kamera

6. Appaloosa – Der schnelle Allrounder

Der Appaloosa wurde ursprünglich vom Nez-Percé-Stamm in Nordamerika auf Schnelligkeit und Wendigkeit gezüchtet. Durch die Einkreuzung von Quarter Horses im 20. Jahrhundert glänzen diese gefleckten Pferde heute vor allem in Kurzstreckenrennen und Westerndisziplinen mit hoher Startgeschwindigkeit.

Paint Horse wird geritten im Westernstil

7. American Paint Horse – Bunte Sprinter im Western-Typ

Das American Paint Horse teilt sich die Genetik und das Stutbuch mit dem Quarter Horse, unterscheidet sich jedoch durch seine Scheckzeichnung. Es verfügt über dieselbe kraftvolle Beschleunigung und erreicht auf Kurzstrecken identische Spitzenwerte von bis zu 88 km/h.

Herde Mustangs stht in einer Steppe und schaut aufmerksam zur Kamera

8. Mustang – Schnelligkeit durch natürliche Selektion

Der wilde Mustang Nordamerikas verdankt seine Schnelligkeit dem Überlebenskampf in der Wildnis. Mustangs besitzen harte Hufe und eine kompakte, robuste Muskulatur. Sie sind extrem ausdauernd im Galopp und erreichen Fluchtgeschwindigkeiten von rund 60 km/h.

Traber (Schimmel) läuft einer Trabrennbahn mit einem Fahrer im Sulky hinter ihm

9. Französischer Traber – Europas Elite im Sulky

Der Französische Traber wurde gezielt für Trabrennen vor dem Sulky und unter dem Sattel (Monté) gezüchtet. Durch die Einkreuzung von Standardbreds gewannen sie an Schnelligkeit und dominieren heute die europäischen Trabrennbahnen mit Geschwindigkeiten von knapp unter 50 km/h im reinen Renntrab.

10. Andalusier – Schnell in engen Wendungen

Der Andalusier ist kein klassisches Rennpferd, besitzt aber eine enorme Schnellkraft auf den ersten Metern. Diese Rasse wurde für den Kampf und die Arbeit mit Rindern gezüchtet. Ihre Stärke liegt in der rasanten Beschleunigung aus dem Stand und sofortigen Stopps.

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Warum sind Araber bei Langstreckenrennen unschlagbar?

Vollblutaraber gewinnt keine maximalen Sprintrennen, dominiert jedoch weltweite Distanzritte über 160 Kilometer durch seine genetisch verankerte Ausdauer.

Araber besitzen eine andere Muskelfaserstruktur (überwiegend langsam zuckende Fasern) als Quarter Horses. Zudem sorgt ihre feine Haut für eine schnellere Thermoregulation unter extremen Klimabedingungen. Sie halten ein hohes Grundtempo von rund 20 bis 25 km/h über viele Stunden hinweg aufrecht, ohne zu übersäuern.

Sprint oder Distanz: Was beeinflusst die Geschwindigkeit?

Die maximale Geschwindigkeit eines Pferdes resultiert aus dem Zusammenspiel von Musselfasertyp, Lungenvolumen und Körperbau.

  • Für den Kurzstrecken-Sprint: Pferde wie das Quarter Horse besitzen überwiegend schnell-zuckende Muskelfasern. Diese Muskeln arbeiten anaerob. Sie liefern sofort maximale Kraft, ermüden jedoch schnell.

  • Für die Langstrecke: Pferde wie der Araber besitzen primär slow-twitch Muskelfasern (langsam zuckend). Diese arbeiten aerob, nutzen Sauerstoff hocheffizient und schützen den Muskel vor schneller Übersäuerung.

Eine Reiterin auf einem Apfelschimmel und ein Reiter auf einem fuchsfarbenen Pferd galoppieren nebeneinander in hohem Tempo durch eine flache Steppenlandschaft. Beide tragen Cowboyhüte und praktische Outdoor-Kleidung. Hinter den Pferden wirbelt eine dichte Staubwolke auf, im Hintergrund erstreckt sich eine weite Ebene unter blauem Himmel.

Wie schnell ist ein Traber im Vergleich zu Galoppern?

Das amerikanische Standardbred ist die weltweit schnellste Rasse in der Gangart Trab und erreicht Geschwindigkeiten von knapp 50 km/h im Sulky-Rennsport.

Im Gegensatz zu Galopprennpferden werden Traber streng darauf selektiert, auch unter maximaler Belastung nicht in den Galopp zu fallen. Ihre Rumpf- und Beinkoordination ist mechanisch darauf optimiert, im Trab eine Schrittlänge zu erzielen, die der Flugphase eines Galoppierers in nichts nachsteht.

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Fragen & Antworten

Nein, Araber sind nicht die schnellsten Pferde im Sprint, da das Quarter Horse auf Kurzstrecken und das Englische Vollblut auf klassischen Rennstrecken höhere Höchstgeschwindigkeiten erreichen, während der Araber das schnellste Pferd auf der Langstrecke (Distanzritt) ist.

Das American Quarter Horse ist auf extremen Kurzstrecken mit bis zu 88 km/h das schnellste Pferd der Welt, während das Englische Vollblut mit rund 70 km/h den offiziellen Weltrekord auf klassischen, längeren Galopprennstrecken hält.

Das offizielle Guinness-Buch der Rekorde listet die Englische Vollblut-Stute Winning Brew als das schnellste Pferd aller Zeiten, nachdem sie im Jahr 2008 eine Höchstgeschwindigkeit von 70,35 km/h erreichte.

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