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Dressurklassen: Diese gibt es und das sind die Anforderungen!

von Finia Fischer
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Geschniegelt und gestriegelt und am besten mit viel Glitzer ausgestattet, so zumindest die Vorurteile über die Dressurreiter im schicken Dressurjacket sowie die makellos glänzenden Pferde in der Dressur. Doch eigentlich steckt viel mehr dahinter und jeder Reiter, egal welcher Disziplin, sollte ein gewisses Maß an Dressur als Grundlage fürs Reiten beherrschen. Warum das so ist, was das Dressurreiten außerdem ausmacht und welche Dressurklassen es auf dem Turnier gibt, erfährst Du in diesem Artikel.

Dressurklassen – Historie des Dressurreitens

Die Dressur ist im Reitsport schon sehr lange fest verankert. Historisch gesehen wurde das Pferd lange Zeit als Nutztier eingesetzt, um Transportmittel zu transportieren. Durch den Einsatz im Militär veränderten sich die Anforderungen an das Pferd, sodass es gehorsam, aufmerksam und sensibel sein sollte. Außerdem sollte es einen Reiter tragen und unterstützen, weshalb es von da an einer Ausbildung mit viel Know-How und Geduld verlangte. 

Dressurreiten hat das fundamentale Ziel, das Pferd mithilfe von verschiedenen Übungen zu gymnastizieren, die Gesunderhaltung des Pferdes zu gewährleisten, sowie die Grundgangarten des Pferdes zu verbessern. Darüber hinaus zielt die Dressur darauf ab, eine Harmonie zwischen Reiter und Pferd herzustellen, sowie die natürliche Bewegung des Pferdes zu fördern. 

Dressurprüfungen auf Turnieren, wie wir sie heute kennen, haben einen langen Weg hinter sich. 

Aus sportlicher Sicht erlangten die Dressurprüfungen erstmals um 1900 internationale Bedeutung und seit 1912 gehören sie sogar zum festen Programm der Olympischen Spiele. Die verschiedenen Dressurklassen und Dressurlektionen entwickelten sich im Lauf der Zeit zu dem Dressurreiten, wie es heutzutage auf den Dressurturnieren zu sehen ist.

Ziele des Dressurreitens und der Dressurklassen

Oberstes Ziel aller heutigen Werke des Dressurreitens und vieler Dressurübungen ist eine gesunderhaltende Gymnastizierung des Pferdes. Außerdem soll die natürliche Veranlagung der Pferde gefördert und verfeinert werden. 

Hierzu werden verschiedene Übungen im Dressurreiten verwendet und die Skala der Ausbildung, welche von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) entwickelt wurde, genutzt. Sie dient nicht nur zur Ausbildung des Pferdes, sondern sollte auch den Aufbau des täglichen Trainings, je nach Ausbildungsstand des Tieres, widerspiegeln.

Eine fundierte, dressurmäßige Ausbildung für Dich und Dein Pferd ist nicht nur dann wichtig, wenn Du mit Deinem Pferd in der Dressur auf dem Turnier starten willst, sondern sollte für jede englische Reitweise und Disziplin die Grundlage darstellen. Auch im Springsport ist es hilfreich, wenn Du Dein Pferd gut dressurmäßig arbeitest.

Die korrekte, aus der Dressur basierende Ausbildung des Pferdes hilft zudem dabei, den Bewegungsapparat des großen Vierbeiners fit und gesund zu halten. Der richtige Muskelaufbau ist dabei außerordentlich wichtig. Insbesondere die Rückenmuskulatur muss beim Pferd ausreichend gestärkt werden. Hauptsächlich um das Reitergewicht zu tragen und kraftvolle, ausdrucksstarke Grundgangarten zeigen zu können. Kräftigende, sowie auch dehnende Dressurübungen aus den verschiedenen Dressurklassen tragen dazu bei.

Was ist die höchste Klasse beim Dressurreiten?

Die höchste Dressurklasse ist die Klasse S.

Dressurreiten Turnier Klassen

In einer Dressurprüfung jeder der Dressurklassen wird immer auf das Gesamtbild geachtet. In allen Klassen spielt Harmonie zwischen Pferd und Reiter eine große Rolle.

Auf dem Turnier: Das sind die verschiedenen Dressurklassen

Auf Turnieren wird das Dressurreiten in Klassen aufgeteilt. Abhängig vom Ausbildungsstand und Qualität der Grundgangarten kannst Du in diesen starten. Allerdings ist eine Teilnahme nur nach erfolgreichem Abschluss des Reitabzeichens und dem Erreichen der jeweiligen Leistungsklasse möglich.

Die verschiedenen Dressurklassen sind folgendermaßen gestaffelt:

  • Klasse E (Einsteiger)
  • Klasse A (Anfänger)
  • Klasse L (Leicht)
  • Klasse M (Mittel)
  • Klasse S (Schwer)

Mit jedem Schwierigkeitsgrad steigen die Ansprüche an Pferd und Reiter. Zudem wird innerhalb der Klassen zusätzlich nochmals unterteilt. Eine Dressurprüfung der Klasse A* ist leichter als eine der Klasse A**. Ebenso kann beim Dressurreiten die Ausrüstung in den Klassen verschieden sein. So werden ab Klasse L zum Beispiel einige Prüfungen auf Kandare geritten.

Was Du wann verwenden darfst oder vielmehr musst, kannst Du in der LPO nachlesen. Das gebisslose Dressurreiten ist auf Turnieren nicht erlaubt.

Dressurklasse E – Für Einsteiger

Einsteiger in die Dressur ist jeder einmal. In einer E-Dressur zeigen Pferd und Reiter, dass sie die Grundlagen der Dressur beherrschen. Es werden unterschiedliche Hufschlagfiguren, wie Zirkel, durch die halbe Bahn wechseln oder eine Schlangenlinie abgefragt. Außerdem wird in allen Grundgangarten geritten. Leichttraben und Aussitzen gehören ebenfalls dazu.

Üblicherweise ist es zudem so, dass E-Dressurprüfungen in einer Abteilung mit mehreren Reitern geritten werden. Hier ist der Reiter also nicht mehr nur für sich selbst, sondern auch für ein harmonisches Abteilungsreiten verantwortlich. 

Benotet werden die Rittigkeit des Pferdes, der Reitersitz und der Gesamteindruck.

 

Was muss ich für eine A-Dressur können?

Eine A-Dressur richtet sich an Dressuranfänger und baut auf den Anforderungen einer E-Dressur auf. Zusätzlich zu diesen, werden Lektionen wie Volten, Rückwärtsrichten, Zügel aus der Hand kauen lassen, Überstreichen oder Viereck verkleinern/vergrößern abgefragt.

Dressurklasse A – Mehr als nur Anfänger

Eine A-Dressur richtet sich an Dressuranfänger und baut auf den Anforderungen einer E-Dressur auf. Zusätzlich zu diesen, werden Lektionen wie Volten, Rückwärtsrichten, Zügel aus der Hand kauen lassen, Überstreichen oder Viereck verkleinern/vergrößern abgefragt.

Zudem werden nicht mehr nur die Grundgangarten gefordert, sondern das Pferd sollte auch im Mitteltrab und im Mittelgalopp präsentiert werden. 

Eine solide Grundausbildung des Pferdes und seines Reiters ist die Voraussetzung für eine gute Bewertung in dieser Klasse. Auch das Abteilungsreiten ist Teil von A-Dressurprüfungen. Es wird zudem darauf geachtet, dass die Lektionen in fester Reihenfolge und auf den Punkt gezeigt werden.

Wann darf ich eine L-Dressur reiten?

Du solltest versammelten Trab und versammelten Galopp sicher reiten können, denn darauf legen die Richter besonders viel Wert. Weitere L-Dressur Anforderungen sind Volten (8 m), Außengalopp und Kurzkehrt. Außerdem brauchst Du das Reitabzeichen der Klasse III und die Leistungsklasse 5.

Dressurklasse L – Nicht so leicht, wie der Name vermuten lässt

In einer L-Dressur kommen zu den Verstärkungen wie Mitteltrab und Mittelgalopp noch die Versammlungen hinzu. Der Reiter sollte in der Lage sein, sein Pferd richtig zu versammeln, damit es korrekt unter den Schwerpunkt tritt. Die versammelten Lektionen, wie versammelter Trab und versammelter Galopp werden in einer L-Dressur explizit erwähnt, sodass Reiter und Pferd den Übergang zwischen Arbeitstrab und versammelten Trab deutlich zeigen sollen.

Des Weiteren werden in einer L-Dressur, 8m Volten im Trab und das Kurzkehrt abgefragt. In diesen Lektionen soll gezeigt werden, dass das Pferd korrekt an den Hilfen steht und es sich richtig stellen und biegen lässt. Ein Kurzkehrt wird auch als Hinterhandwendung im Schritt bezeichnet. Dabei tritt das Pferd „um den inneren Schenkel“ und mit den Hinterbeinen einen in einem kleinen Kreis mit.

Auch der Außengalopp wird in dieser Klasse abgefragt. Typischerweise werden Hufschlagfiguren genutzt, die einen Handwechsel implizieren. Durch die halbe Bahn wechseln, aus der Ecke kehrt oder aus dem Zirkel wechseln, werden normalerweise verwendet um eine Hand zu wechseln. Für den Außengalopp bleibt das Pferd mit passender Versammlung im Handgalopp. Mit einem einfachen Wechsel vom Galopp in den Schritt wird in den Handgalopp gewechselt.

Dressurklasse M – Mittlere Anforderungen für Profis

Von einem mittleren Schwierigkeitsgrad kann bei einer M-Dressur nicht gesprochen werden. Im Gegensatz zu den vorherigen Dressurklassen, die auf einem 20×40 Viereck geritten werden, können Dressurprüfungen der Klasse M auch auf einem Viereck mit den Maßen 20×60 geritten werden. Außerdem werden Dressuren der Klasse M ausschließlich mit einer Kandare geritten.

In einer M-Dressur kommen vermehrt die Seitengänge hinzu, um so die entsprechende Hilfengebung des Reiters in der Stellung und Biegung noch mehr zu überprüfen. Außerdem werden Lektionen wie Traversale und Schulterherein in verschiedenen Variationen abgefragt. Hinzu kommen zusätzlich Verstärkungen. Hier bewerten die Richter unter anderem, ob die Unterschiede deutlich gezeigt werden. Auch fliegende Galoppwechsel müssen in einer M-Dressur gezeigt werden.

Dressurklasse S – Die Königsklasse der Dressur

Die schwerste aller Dressurklassen ist die S-Dressur. International wird unter St. Georg, Grand Prix und Grand Prix Special unterschieden. Die Lektionen aus der M-Dressur werden hier mit einem erhöhten Schwierigkeitslevel abgefragt. Eine einfache Traversale wird beispielsweise zu einer Zickzack-Traversale. Aus einzelnen fliegenden Wechseln werden Serienwechsel

Neu sind in dieser Klasse Piaffe und Passage. Beide Lektionen erfordern viel Übung und Training.

Welche Leistungsklasse benötige ich?

Wer Turnier reiten will, braucht eine Leistungsklasse. Die Leistungsklasse sagt aus, in welchen Prüfungen ein Reiter starten darf und hilft dem Veranstalter eines Turniers das Starterfeld richtig einzuordnen.

Dressurreiten Turnier

Oberstes Ziel aller heutigen Werke des Dressurreitens und vieler Dressurübungen aller Dressurklassen ist eine gesunderhaltende Gymnastizierung des Pferdes.

Dressurreiten auf dem Turnier 

Anforderungen der Dressurklassen für den Turnierstart

In einer Dressurprüfung wird immer auf das Gesamtbild geachtet. In allen Klassen spielt Harmonie zwischen Pferd und Reiter eine große Rolle.

Um sich für den Start in einer Dressurprüfung zu qualifizieren, muss der Reiter zuvor bestimmte Abzeichenprüfungen ablegen. So kann sichergestellt werden, dass der Reiter den Anforderungen der Klasse gerecht wird. Die Prüfungen sind in Theorie und Praxisteile unterteilt. Hat man diese bestanden, steht dem Turnierstart nichts mehr im Wege.

Es geht los: Worauf Du achten musst 

Neben der reiterlichen Qualifikation, ist es wichtig, dass Pferd und Reiter korrekt gekleidet sind. Zusätzlich zu der Grundausrüstung Trense, Sattel, Stiefel und Helm sollte der Reiter eine weiße Reithose, weiße Handschuhe und ein passendes Reitjacket tragen.

In der Prüfungsausschreibung wird angegeben, welche Alters- und Leistungsklassen zugelassen sind und welche Erfolge für die Teilnahmeberechtigung erforderlich sind.

Für den Reiter sind das: Altersklasse, Leistungsklasse in jeder Disziplin, höchste erreichte Platzierung in jeder Disziplin, Ranglistenpunkte in der Disziplin.

Für das Pferd gelten folgende Angaben: Alter und höchste erreichte Platzierung in jeder Disziplin. Allerdings ist das Alter nur für spezielle Prüfungen für junge Pferde relevant.

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