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Deutsches Reitpferd

von Frederieke Wenning
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ehorses Trainingstagebuch

Deutsches Reitpferd ist keine Bezeichnung für eine eigenständige Pferderasse, sondern ein Oberbegriff für sämtliche in Deutschland gezüchteten Warmblutpferde, die verschiedenen Rassen angehören. Die Warmblutzucht ist deutschlandweit nach wie vor stark regional organisiert. Durch diese Maßnahmen und den Umstand, dass sich die Zuchtziele der einzelnen Rassen oftmals ähneln, ist eine äußerliche Annäherung der Warmblutpferde zu verzeichnen. Allgemein formuliert haben sich die Zuchtverbände darauf verständigt, dass sich das Deutsche Reitpferd als ebenso großliniges, korrektes und edles wie gesundes und fruchtbares Pferd zeigen soll. 

Der Oberbegriff Deutsches Reitpferd umfasst folgende deutsche Warmblutrassen

Darüber hinaus sind einige Rassen des Deutschen Reitpferdes in andere Rassen aufgegangen und werden daher nicht mehr eigenständig gezüchtet. Hierzu gehören folgende Rassen, die im Deutschen Sportpferd aufgegangen sind:

Außerdem ist das Hessische Warmblut im Hannoveraner aufgegangen und wird daher nicht mehr separat gezüchtet.

Deutsches Reitpferd – Wichtige Daten im Überblick

  • Ursprung: Deutschland
  • Hauptzuchtgebiet: Deutschland
  • Verbreitung: weltweit
  • Stockmaß: im Durchschnitt 158–175 cm
  • Gewicht: je nach Stockmaß von ca. 510 bis 850 kg
  • Erscheinungsbild: athletisch, edel
  • Farben: alle, gerne Rappen und Braune gesehen
  • Haupteinsatzgebiet: Reitpferd, Sport, Freizeit, Fahren

Wie teuer ist ein Deutsches Reitpferd?

In der Regel liegen die Preise im fünfstelligen Bereich.

Zuchtgeschichte und Herkunft des Deutschen Reitpferds

Der Oberbegriff Deutsches Reitpferd wurde in den 1970er Jahren von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) eingeführt. Ursprünglich waren die Zuchtgebiete der verschiedenen Rassen deutlich voneinander abgegrenzt. Jede Region widmete sich der Zucht ihrer jeweiligen Rasse, die sich als das für die eigenen Bedürfnisse und die jeweiligen Umweltbedingungen am besten geeignete Pferd erwies. Im Zuge des gemeinsamen Interesses, die Zucht auf den Sport auszulegen, insbesondere im Bereich Springreiten und Dressur, erfolgte ein zunehmender Austausch von Pferden, die in der jeweils anderen Zucht eingesetzt wurden. Als Beispiel seien die diversen Vollblut- und Trakehnerhengste genannt, mit denen verschiedene Warmblutzuchten veredelt wurden. Oftmals erhielten Hengste aus einem Zuchtgebiet auch die Zulassung zur Zucht in anderen Regionen.

Als Konsequenz aus dieser gestiegenen Zusammenarbeit entschloss sich die FN im Jahr 1973 offiziell dazu, den Oberbegriff Deutsches Reitpferd einzuführen und das bereits erwähnte, gemeinsame Zuchtziel festzulegen. Trotz dieser einheitlichen Formulierung verfolgen die einzelnen Zuchtverbände bis heute ihr eigenes Zuchtprogramm. Sie sind nach wie vor souverän und haben ihr eigenes Brandzeichen. Das Hauptzuchtgebiet liegt seit jeher in Deutschland. Zugleich sind die Rassen des Deutschen Reitpferds beliebte und zum Teil sehr erfolgreiche Sportpferde in ganz Europa sowie auch in den USA. Entsprechend der Rassespezialisierung der verschiedenen Regionen sind die Züchter der Warmblutrassen deutschlandweit verteilt.

Die Zuchtgeschichte der jeweiligen Warmblutrassen präsentiert sich entsprechend der individuellen Bedingungen in den Herkunftsgebieten sehr unterschiedlich. Der Ursprung einiger Zuchten geht bis in das 15. oder 16. Jahrhundert zurück. Die Entwicklung anderer Rassen lässt sich hingegen bis in das 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Oftmals hatte die Gründung von Landgestüten durch offizielle Erlasse einen bedeutenden Einfluss auf die Zuchtentwicklung. Hier sei beispielsweise die Gründung des Landgestüts Celle im Jahr 1735 für die Zucht des Hannoveraners oder der Beginn der Zucht des Mecklenburger Warmbluts im Gestüt Redefin im Jahr 1812 genannt.

Das Exterieur des Deutschen Reitpferdes

Je nachdem, welcher Rasse das Deutsche Reitpferd angehört, kann es sich mit allen Fellfärbungen und verschiedenen Zeichnungen präsentieren. Vertreten sind alle Grundfarben wie Rappe, Brauner, Schimmel oder Fuchs. Darüber hinaus gibt es auch Lichtfüchse oder Schecken sowie alle bekannten Abzeichnungen an Gesicht und Bein, je nach Rasseursprung. Das Stockmaß des Deutschen Reitpferdes liegt in der Regel zwischen 158 und 170 Zentimetern. Darüber hinaus zeichnet es sich durch die typischen Merkmale des Exterieurs eines Warmbluts aus. Daher sind für die Züchtungen ein ausdrucksvoller Kopf mit großen Augen, ein mittellanger Hals und kräftige Gelenke charakteristisch.

Wie groß wird ein Deutsches Reitpferd?

Das Deutsche Reitpferd erreicht durchschnittlich ein Stockmaß zwischen 158 und 175 cm.

Das Interieur – das Deutsche Reitpferd ist ein Allrounder mit guten Reiteigenschaften

Mit seiner Intelligenz und seinem sanften Wesen ist das Deutsche Reitpferd ein perfekter Allrounder für Reitzwecke jeglicher Art. Die Warmblutrassen gelten als ebenso willig und leistungsstark wie sehr ausdauernd und sind vielseitig einsetzbar, sowohl im Springen und in der Dressur als auch in der Vielseitigkeit oder beim Fahren. Ob im Turniersport oder im Bereich des Freizeitreitens, sie erweisen sich als treue Begleiter für Reiter auf jedem Niveau. Nicht nur erfahrener Reitprofis, sondern auch Anfänger finden im Deutschen Reitpferd einen geeigneten Partner, der ihrer individuellen Befähigung Rechnung trägt.

Deutsches Reitpferd im Video

Wie alt kann ein Deutsches Reitpferd werden?

Im Durchschnitt werden Warmblutpferde, die unter den Oberbegriff Deutsches Reitpferd fallen, 20 Jahre alt.

Einsatzmöglichkeiten des Deutschen Reitpferds

Alle Warmblutrassen, die unter den Oberbegriff Deutsches Reitpferd zusammengefasst werden, kommen als klassisches Reitpferd für die Disziplinen Springen, Dressur und Fahren infrage. Denkbar ist sowohl ein Einsatz im Bereich des Freizeitreitens auf Hobbyniveau als auch die Verwendung im professionellen Pferdesport. Je nach individueller Eignung und Ausbildung kann sich das Deutsche Reitpferd als treuer Reitpartner für die Freizeit oder als Erfolg versprechendes Turnierpferd erweisen. Nicht selten ist es in der Vergangenheit ein Deutsches Reitpferd gewesen, das auf internationaler Ebene höchste Erfolge im Turniersport einheimsen konnte. So waren die erfolgreichsten Dressurpferde wie Donnerhall, Rembrandt und Gigolo allesamt Deutsche Reitpferde. Im Springreiten sei beispielsweise die legendäre Hessenstute Halla oder der Hannoveraner Goldfever genannt.

Deutsches Reitpferd in der natur

Alle Warmblutrassen, die unter den Oberbegriff Deutsches Reitpferd zusammengefasst werden, kommen als klassisches Reitpferd für die Disziplinen Springen, Dressur und Fahren infrage

Wissenswertes über Deutsche Reitpferde

Im Sport dominieren unter anderem die Deutschen Reitpferde. Warmblüter belegen in den olympischen Disziplinen sowohl national als auch international oftmals Spitzenplätze. Bekannte Pferderassen sind beispielsweise Holsteiner, Hannoveraner und Trakehner. Sie verfügen über ein starkes Nervenkostüm und eine überdurchschnittliche Leistungsstärke.

Damit ein Pferd auch mehrere Disziplinen abdecken kann, legen Züchter bei der Zucht den Schwerpunkt auf Eigenschaften, die Vielseitigkeit zum Ergebnis haben. Sie ist charakteristisch für den Hannoveraner. In Disziplinen wie Dressur, Springreiten und Vielseitigkeit zeigt das Deutsche Reitpferd Leistung auf höchstem Niveau. Das Sportpferd, das ein Stockmaß von bis zu 175 Zentimeter erreichen kann, zählt zur größten Warmblutzucht innerhalb Europas und kommt in allen Grundfarben vor.

Neben Vielseitigkeit ist auch die Größe ein wesentliches Kennzeichen. Als größtes Deutsches Reitpferd gilt der Holsteiner, das sogar ein Stockmaß von 180 Zentimeter erreichen kann. Auch diese Rasse eignet sich für mehrere sportliche Disziplinen. Viele Vertreter aus dieser Linie glänzen jedoch im Springen. Das muskulöse Gebäude, der ausdrucksvolle Kopf und der starke Hals sind kennzeichnend für das Pferd. Es kommt in allen Farben vor. Schecken gibt es nur sehr selten.

Unter den deutschen Reitpferden sticht in besonderem Maße der Trakehner hervor. Zur Veredelung der Rasse sind ausschließlich englische und arabische Vollblüter zugelassen. Das edle Pferd war einst ein Militärpferd, das Züchter zu einem der edelsten Pferde gemacht haben. Das in allen gängigen Grundfarben vorkommende Pferd überzeugt in Disziplinen wie Dressur und Vielseitigkeit. Aber auch für Distanzritte ist diese Rasse einsetzbar.

Auch die Oldenburger sind bekannte Vertreter im Pferdesport. Sie dienen aber auch gerne als Kutsch- oder Freizeitpferd. In allen Disziplinen zeigen sie erstklassige Leistungen. Zu verdanken ist das den taktreinen und raumgreifenden Bewegungen des Pferdes. Die treuen Begleiter sind unkompliziert im Umgang und dem Menschen gegenüber freundlich gesinnt.

Alle Deutschen Sportpferde, die unter die Kategorie Deutsches Reitpferd fallen, tragen seit 2003 das Brandzeichen eines von einer Schlange umwundenen Pfeils. Wer sich für den Turniersport interessiert und keine Kosten scheut, ist mit den Warmblütern bestens bedient. Ein Blick in den Steckbrief des Pferdes verrät die Ausbildung des Vierbeiners.

Pflege und Gesundheit

Das Deutsche Reitpferd gilt wie alle Warmblutpferde als ebenso pflegeleicht wie sehr robust. Kennzeichnend sind für alle Rassen eine gute Gesundheit und ein überdurchschnittliches Lebensalter. Neben der täglich erforderlichen Bewegung und Pflege sind keine besonderen Maßnahmen notwendig.

Leistungsprüfungen

Um das Zuchtziel bestmöglich einzuhalten und Pferde zu züchten, die den gewünschten Merkmalen des Deutschen Reitpferdes entsprechen, führen die Zuchtverbände regelmäßig Leistungsprüfungen und Auswahlverfahren durch. Im Bereich Zucht und Sport werden die Anforderungen durch Stuten- und Fohlenschauen sowie Hengstkörungen überprüft.

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