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Hufeisen sind keine Vorrausetzung für den Spitzensport

von Regina Schweizek
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Pferde ohne Eisen sind noch immer eine Seltenheit im Spitzensport. Dabei sollte spätestens jetzt nach Olympia klar sein, dass Eisen kein Indikator für die sportliche Leistung unserer Vierbeiner sind. Denn zwei Pferde der schwedischen Mannschaft sprangen barhuf zur Goldmedaille. 

Die schwedischen Springreiter waren bei dem Olympischen Spielen generell sehr erfolgreich unterwegs. Neben dem Mannschaftsgold gewann Peter Fredericson bereits die Silbermedaille der Einzelwertung.

Barhufige Goldgewinner

Sein 15-jähriger Wallach H&M All In läuft bereits seit gut zwei Jahren ohne Eisen. Zum Ausreiten werden dem Wallach einfach Hufschuhe angezogen, so Fredericson. Alles andere mache keine Probleme. Zudem fühle sich der Wallach laut seinem Reiter wohl wohler ohne Eisen, das merke man.

Aber auch das Pferd von Peter Fredericsons Teamkollegen Henrik von Eckermann war in Tokio barhuf unterwegs. King Edward war früher ebenfalls beschlagen. Nun läuft auch er seit einiger Zeit ohne Eisen und zwar sehr erfolgreich. Der elf-jährige Wallach durchlief in Tokio alle fünf Runden ohne auch nur einen einzige Stange abzuwerfen.

Hufeisen im Pferdesport

Barhufer im (Spitzen-)Sport sind noch immer eine Seltenheit und für das Beschlagen der Pferde gibt es allerlei Begründungen. Natürlich steht außer Frage, dass Eisen durchaus von Nutzen sein können. Etwa beim Korrigieren von Fehlstellungen oder für Kutschpferde, die viel und lange auf Asphalt laufen. Aber auch im Springsport werden viele Pferde beschlagen, da gerade auf ländlichen Turnieren die Springen oft auf einem Rasenplatz ausgetragen werden. Daher lassen viele ihre Pferde mit Eisen mit Stollenlöchern beschlagen. Für Turniere auf Grasplätzen können dann Stollen eingedreht und den Pferden so mehr Halt auf dem gerade morgens oft rutschigen Untergrund gegeben werden.

Auszeit ohne Hufeisen sinnvoll

Allerdings sollte man sich immer im Hinterkopf behalten, dass Pferde ohne Eisen geboren werden. Sofern die Hufqualität es also zulässt, muss man die Pferde nicht zwangsläufig ab einem bestimmten Alter beschlagen. Man sollte immer individuell auf die Gegebenheiten der Tiere eingehen.

Sollte man dennoch der Meinung sein, dass ein Pferd für bestimmte Aktivitäten Eisen braucht, kann man zumindest schauen, ob diese dann ganzjährig von Nöten sind. Andernfalls kann man die Pferde zumindest mal ein paar Monate im Jahr barhuf gehen lassen. So fühlen die Tiere ihren Körper wieder und die Hufe können ihre Funktionalität wiederfinden.

Eisenlose Vorreiter bei Olympia

Neben den schwedischen Reitern gibt es noch andere Barhuf-Pioniere, die ihre Pferde schon länger ohne Eisen vorstellen. Zu ihnen zählt die britische Dressurreiterin Emma Hindle. Sie stellte ihre beiden Grand Prix Pferde ,,Diamond Hit“ und ,,Wie Weltmeyer“ schon vor Jahren sehr erfolgreich ohne Eisen vor. Aber auch der französische Springreiter Michel Hecart reitet seine Pferde gern barhuf.

Durch genaues Beobachten und ein gutes Management sind Erfolge im großen Sport also auch ohne Eisen möglich.

Quelle: COH

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