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Die Pferdearten im Überblick

von Marlen Fischer
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Pferde gibt es in jeglichen verschiedenen Farben, Formen und Größen. Sei es das imposante Shire Horse oder das süße Shetland Pony. Jedes Pferd ist einzigartig und die Vielfalt ist einfach riesig. Um dabei den Überblick zu behalten, hat man die Tiere in die Pferdearten Vollblut, Kaltblut und Warmblut eingeteilt. Was genau es damit auf sich hat, erfährst Du jetzt!

Die Pferdearten im Überblick

Pferdearten oder auch Pferdetypen sind Kaltblüter, Warmblüter, Vollblüter, Halbblüter und Ponys. Darüber hinaus gibt es auch noch die Begriffe Großpferd und Kleinpferd. Die Begriffe Großpferd und Kleinpferd sagen ja schon in etwa aus, was damit gemeint ist, aber wie kommt man auf die Bezeichnungen Warm-, Kalt- und Vollblut? Es bezieht sich auf das Temperament der Pferde. So sind die Vollblüter sehr athletisch, schnell und sensibel. Sie sind echte Sportskanonen und stehen bei jedem kleinsten Ereignis unter Spannung. Das Blut ist natürlich das Gleiche wie bei jedem anderen Pferd, aber im übertragenen Sinne kocht es regelrecht in ihren Adern. Das Kaltblut ist hingegen ein eher ruhiger Vertreter. Die sanften Riesen kann so schnell nichts aus der Fassung bringen. Ihr Blut ist keineswegs kalt, aber sie sind definitiv die „coolsten“ unter den Pferden. Warmblüter sind eine Mischung aus Kalt- und Vollblütern und so gleicht ihr Temperament mal mehr dem eines Kaltbluts und mal eher dem eines Vollbluts oder es befindet sich charakterlich genau in der Mitte.

Das Kaltblut

Das Kaltblut ist eine sehr imposante Erscheinung. Diese Pferdeart hat einen besonders kräftigen Körperbau und wurde in früheren Zeiten als Arbeitstier genutzt. Insbesondere bei er Waldarbeit, auf dem Feld, vor der Kutsche oder wenn wir einmal ganz weit zurückgehen wollen, auch im Krieg kam das Kaltblut zum Einsatz. Viele Menschen hielten sich damals Kaltblüter, denn sie waren für die tägliche Arbeit und zur schnellen Fortbewegung einfach unerlässlich. Die Tiere sind robust und sanftmütig, doch mit dem technischen Fortschritt wurden sie „arbeitslos“. Heutzutage gehören Kaltblutrassen wie der Schwarzwälder Fuchs, das Süddeutsche Kaltblut, das Rheinisch-Deutsche Kaltblut und der Ardenner zu den vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen. Aus diesem Grund setzen sich Züchter, Liebhaber und Landwirte immer wieder dafür ein, die schönen Tiere zu erhalten.

Kaltblüter werden oft als besonders groß beschrieben. Das liegt wohl daran, dass die größte Pferderasse der Welt, das Shire Horse, zu den Kaltblütern gehört. Das Shire Horse hat ein durchschnittliches Stockmaß von 178 cm und der Rekordhalter für das größte Pferd der Welt ist der Shire Horse Wallach Sampson, der ein Stockmaß von 219 cm erreichte. Allerdings gibt es auch Kaltblüter, die nicht viel größer sind als ein Endmaßpony (148 cm).

Trotz ihrer Größe und ihres stabilen Körperbaus sind die Tiere nicht unbedingt Gewichtsträger. Im Gegensatz zu anderen Rassen wie zum Beispiel dem Shetland Pony oder dem Islandpferd können sie nur einen relativ geringen Teil ihres eigenen Körpergewichts auf dem Rücken tragen. Willst Du mehr über Kaltblüter erfahren? Klick hier.

Das Warmblut

pferd dunkelbraun auf wiese seitlich fotografiert

Kaltblüter haben kein kaltes Blut und Warmblüter kein besonders warmes. Warmblüter sind lediglich eine Mischung aus Vollblut und Kaltblut. Die Warmblutzucht kam insbesondere im vergangenen Jahrhundert auf. Zu dieser Zeit brauchte man keine schweren Arbeitstiere mehr, sondern interessierte sich vor allem für den sportlichen Erfolg. Aus diesem Grund veredelte man Kaltblüter mit Vollblütern und züchtete umgängliche, aber trotzdem athletische Pferde für den Dressur- und Springsport. Insbesondere Deutschland ist bekannt für seine enorm erfolgreiche Warmblutzucht. Ob Hannoveraner, Oldenburger, Holsteiner, Westfalen und so weiter, die deutschen Züchter machen im internationalen Sport immer wieder auf sich aufmerksam. Doch auch die spanischen Pferde, die Friesen oder die amerikanischen Rassen sind Warmblüter.

Sie können ein Stockmaß von 148,5 cm bis 180 cm aufweisen. Bei den typischen Dressur- und Springpferden kommen meist nur die Grundfarben Braune, Rappen, Dunkelbraune, Füchse und Schimmel vor. Bei Rassen wie dem Paint Horse oder dem Knabstrupper (das Pferd von Pipi Langstrumpf) sind Schecken das typische Bild. So sind also auch die Warmblüter in ihrer Art völlig verschieden und man kann hier sowohl ein gelassenes Freizeitpferd als auch ein hochsensibles Sportpferd finden. Klick hier, wenn Du mehr über Warmblüter erfahren willst.

Das Vollblut

Vollblüter sind die Pferde, deren Schnelligkeit man bei Pferderennen bestaunen kann. Die älteste Vollblutrasse ist das arabische Vollblut. Die europäischen Fürsten waren begeistert, als sie erstmals von den anmutigen Tieren der arabischen Halbinsel hörten und brachten sie nach Europa. Sie veredelten damit ihre Arbeitspferde, um sie eleganter und sportlicher zu machen und auch das Englische Vollblut hat arabisches Blut in sich.

Diese Art der Pferde gehört zu den Edelsten überhaupt. Sie haben enorm feine Gliedmaßen, einen schlanken und muskulösen Körper, einen feinen Kopf mit spitzen Ohren und eine jederzeit elegante Haltung. Vollblüter sind jedoch gleichzeitig höchst sensibel und absolut nichts für Reitanfänger. Auch Warmblüter mit hohem Blutanteil oder grundsätzlich temperamentvolle Pferde sind nicht zu unterschätzen und sollten nicht von Anfängern umsorgt werden. Sie regen sich leicht auf und brauchen eine ruhige Hand, die ihnen Sicherheit vermittelt und klare Linien vorgibt.

Englische Vollblüter sieht man häufig bei Pferderennen. Araber sind in unseren Breitengraden oft bei Distanzritten anzutreffen. Sie sind darüber hinaus auch immer noch die Pferde der Wüste und des Orients. Sie sind ein wenig, wie der wahr gewordene Traum aus Tausend und einer Nacht. Wenn Du noch mehr über die eleganten Vollblüter erfahren willst, klick hier.

Das Halbblut

Halbblüter sind Warmblüter mit höherem Blutanteil. So entsteht ein Halbblut, wenn man ein Warmblut mit einem Vollblut kreuzt. Halbblüter sind ebenfalls häufig im Sport anzutreffen. So suchen zum Beispiel Vielseitigkeitsreiter zwar nicht nur nach Halbblütern, aber grundsätzlich nach Pferden mit etwas höherem Blutanteil. Diese Pferde sind noch schneller und wendiger als ein typisches Warmblut und haben viel Ausdauer auf langen Strecken. Auf Distanzritten oder in der Vielseitigkeit ist das gern gesehen. Dennoch muss das Pferd klar im Kopf sein und ein gewisses Talent für Dressur und Springen vorweisen. Ein Pferd, das gut mitarbeitet, ist in jedem Sport erwünscht. Die körperlichen Fähigkeiten können dann durch Gene und den Blutanteil bis zu einem gewissen Grad beeinflusst werden.

Das Pony

Ponys sind die Lieblinge aller Kinder. Sie gelten als kuschelig, lieb und gutmütig. Doch auch hier darf man sich nicht täuschen lassen. Ein Pony ist nicht einfach nur ein laufender Meter. Sie sind sehr intelligent und selbstbewusst und so kommt es nicht selten vor, dass das kleinste Pony den größten Ärger im Stall verursacht.

Ponys können ein Stockmaß von 60 cm bis 148 cm aufweisen. Die verschiedenen Ponyrassen wurden ursprünglich entweder für den Sport, die Kutsche oder als Arbeitstiere gezüchtet. Shetland Ponys beispielsweise waren die Helfer der Bergarbeiter in Großbritannien und können verhältnismäßig viel tragen. Sie sind robust und intelligent genauso wie die Camargue Pferde oder Tinker Ponys. Das Deutsche Reitpony hingegen ist für den Sport gezüchtet worden und deshalb noch eine sehr junge Rasse. Sie sehen aus wie kleine Warmblüter und sollen der Jugend den erfolgreichen Start in den Turniersport ermöglichen. In der Klasse „Pony“ gibt es sogar Wettbewerbe, Turniere bis hin zu Europameisterschaften, an denen Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren teilnehmen können. Ponys sind also nicht nur zu klein geratene Pferde, sie haben richtig was drauf und sind enorm sportlich. Klick hier, wenn du mehr über Ponys erfahren möchtest.

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