Molly und Sina

Ich bin eher zufällig auf eine Anzeige gestoßen, in der eine 3-Jährige Appaloosa-Stute zum Verkauf angeboten wurde. Meiner Schwester und mir gefiel sie auf Anhieb, also schrieb ich dem Besitzer und wir vereinbarten einen Besichtigungstermin.


Klein, etwas dünn und unscheinbar stand sie in der Box. Als wir sie zum Putzen rausholten, merkten wir direkt, dass sie nicht mal Hufe geben konnte, obwohl sie in der Anzeige als absolut schmiedefromm angeben wurde. Auch einfach mal ruhig stehen bleiben war ihr ein Fremdwort. Na gut, dachte ich, sie ist ja noch jung, da sehe ich mal drüber hinweg. Also raus auf den Platz zum Longieren, da sie ja noch nicht eingeritten war. Lediglich einen Sattel sollte sie schon kennen. Das machte sie eigentlich auch ganz gut. Allerdings wollten wir uns noch ein paar andere Pferde anschauen und auch nochmal eine Nacht drüber schlafen. Doch der Besitzer meinte, dass noch andere Interessenten kommen wollen und wenn sie uns doch so gut gefiel, warum nicht direkt zuschlagen würden. Kurzum: wir kauften sie völlig überstürzt.


Als sie gebracht wurde, fiel das laut Anzeige verladefromme Pferd erstmal aus dem Hänger. Bis heute mag sie den Hänger nicht sonderlich. In den nächsten Tagen zeigte sie sich ganz anders als bei der ersten Begegnung: Sie ließ sie sich nicht anfassen oder ging einen sogar an. Beim Anbinden geriet sie in Panik. Beim Hufe Auskratzen trat sie aus. Der Schmied kam ohne Sedierung nicht an sie ran. Longieren bedeutete für sie losrennen, ein Rodeo veranstalten und sich loszureißen. Auch Gerten versetzten sie in Panik. Fast jeder riet uns sie wieder zurückzugeben. Wir informierten natürlich den Verkäufer, der versprach vorbeizukommen, es aber natürlich nicht tat. Wir waren wirklich verzweifelt, aber so schnell wollten wir nicht aufgeben. Wir arbeiteten an ihren Ängsten und es zahlte sich aus. Irgendwann konnten wir sogar satteln. Bis auf baumelnde Steigbügel und das Gurten akzeptierte sie auch alles von Beginn an. Dafür war das Trensen unmöglich. Wenn sie das Gebiss sah, war Feierabend. Also übten wir monatelang, bis ich mich mal aufzusteigen wagte. Es passierte...nichts. Sie stand nur da, bewegte sich nicht mehr, verspannte sich und klemmte den Schweif ein. Also spulten wir doch wieder einen Gang zurück. Wir machten sehr viel Bodenarbeit, gingen spazieren und fingen mit Zirzensik an.


Und heute? Heute ist sie das beste Pferd, was man sich wünschen kann. Wir und auch der Schmied kommen problemlos an die Hufe. Longieren wird besser. Trensen ist kein Problem mehr. Steigbügel, die runterhängen, jucken sie nicht mehr. Auch Gerten und Peitschen sind inzwischen harmlos für sie. Man kann sie sogar ohne Trense und Sattel reiten. Lediglich das Hängerfahren funktioniert noch nicht so gut, aber auch daran arbeiten wir. Eines steht fest: Sie bleibt bei uns – ganz egal was war, ist oder vielleicht noch sein wird. Es war nicht einfach, aber es hat sich wirklich gelohnt, nicht gleich aufzugeben. Das einzige, was mich ärgert, ist, dass wir den Verkäufer unterstützt haben. Trotzdem bereue ich persönlich diesen Kauf natürlich nicht. Mal von den Unannehmlichkeiten und der Unehrlichkeit des Verkäufers, ist ehorses dennoch eine tolle Seite, auf der man auf jeden Fall sein Traumpferd finden kann. Es sind ja auch nicht alle Verkäufer Gangster ;-)

LG Sina & Molly

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