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Haarlinge beim Pferd

von Pia Mross
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Finden sich im Fell von Pferden nur wenige Haarlinge, ist das noch kein Grund zur Sorge. Einem gesunden Pferd können die kleinen Plagegeister nichts anhaben. Haarlinge beim Pferd können aber auch zu einer Hautkrankheit führen, wobei sich das Pferd durch Scheuern zur Linderung des Juckreizes selbst verletzt. Es gibt Behandlungsmethoden, die bei richtiger Anwendung Abhilfe schaffen.

Haarlinge: Krankheitssteckbrief

Was sind Haarlinge beim Pferd? Woran erkennt man einen Befall?

Bei Haarlingen, oder auch Werneckiella (Damalinia) equi genannt, handelt es sich um Ektoparasiten, die sich auf dem Wirt entwickeln. Sie benötigen zwar keine Blutmahlzeit wie andere Parasiten, aber sie vertilgen abgestorbenes Fell und Hautschuppen. Im Grunde schadet das dem Pferd nicht, wenn die Fellpflege routiniert eingehalten wird. Zumindest in der warmen Jahreszeit, wenn das Bürsten und Striegeln des dünnen Sommerfells leichter fällt, kann den wenigen Haarlingen beim Pferd bis zu einem gewissen Grad Einhalt geboten werden. 

In der Regel wohnen die auch Kieferläuse genannten Parasiten zu einem geringen Anteil dauerhaft im Fell eines Pferdes oder Ponys. Ein akuter Befall kann aber dann zu ernsten Problemen führen, wenn ein Übermaß an Haarlingen beim Pferd zu finden sind. Das ist besonders in der kalten und nassen Jahreszeit der Fall. Zum Fellwechsel hin sollten Pferdehalter daher vermehrt ein Auge auf die den Juckreiz auslösenden Tiere haben. Viel Schweifhaar bietet den lichtscheuen Haarlingen eine warme und dichte Umgebung, in der sich verstecken können. 

Bis zu hundert Eier (Nissen) legen Weibchen in das Fell des Vierbeiners. Die Eier sind zwar klein, aber aufgrund ihrer weißen Farbe mit bloßem Auge gut zu erkennen. Ebenso gut lassen sich bereits geschlüpfte Larven (Nymphen) erkennen, die eine hell- bis dunkelbraune Farbe haben und ein bis zwei Millimeter groß sind. 

Was sind Haarlinge beim Pferd?

Bei Haarlingen handelt es sich um wirtsspezifische Ektoparasiten, die einen starken Juckreiz auslösen.

Ursachen für Haarlinge bei Pferden

Die infektiöse Hautkrankheit kann verschiedene Ursachen haben. Das dicke Winterfell spielt bei einem Befall mit Haarlingen eine tragende Rolle. Der warme Unterschlupf lädt besonders in Verbindung mit vernachlässigter Fellpflege zu der unerwünschten Behausung durch die Kieferläuse ein. Befindet sich das Pferd darüber hinaus in einem schlechten Allgemeinzustand im Rahmen unzureichender Haltungsbedingungen im Stall, ist ein Beifall vorprogrammiert. Die regelmäßige Fellpflege zu jeder Jahreszeit ist ein entscheidender Faktor, um einem akuten Krankheitszustand des Pferdes vorzubeugen. 

Pferde mit einem geschwächten Immunsystem, einem Wurmbefall oder anderen Vorerkrankungen sind einem massiven Befall von Haarlingen in hohem Maße ausgesetzt, wenn schlechte Haltungsbedingungen und unzureichende Fellpflege begünstigend dazukommen. Achtsam sollte man daher vor allem bei alten Pferden, Jungpferden und Fohlen sein, da die Abwehr in diesen Altersklassen nicht ausreichend stark ist.

Zu welchem Zeitpunkt Pferde mit Haarlingen in Kontakt kommen lässt sich nicht eindeutig feststellen. Der Kontakt erfolgt vermutlich über Stroh und Heu im Stall. Infizieren kann sich das Pferd aber auch beim Weidegang oder durch gemeinsam benutztes Putzzeug. 

Haarlinge beim Pferd: Pferd kratzt sich an einem Baum.

Besonders an Körperstellen, die nahe am Schweif liegen und sich unter der Mähne des Pferdes befinden, lassen sich die lästigen Plagegeister ausfindig machen.

Woran erkenne ich Haarlinge beim Pferd?

Sowohl die geschlüpften Larven und erwachsenen Haarlinge als auch die Eier sind mit bloßem Auge an Form und Farbe zu erkennen.

Symptome eines Haarlingsbefalls schnell erkennen

Ist ein gesundes Pferd von nur wenigen Haarlingen befallen, zeigen sich normalerweise kaum bis gar keine Symptome. Haben die kleinen Parasiten jedoch Hochkonjunktur, führt das zu Veränderungen beim Pferd. Sowohl im Verhalten des Pferdes als auch äußerlich an bestimmten Körperstellen erkennen Pferdefreunde schon im Anfangsstadium den Befall. 

Das Fell und das ausgekämmte Haar sind übersät mit den hellen Punkten. Besonders an Körperstellen, die nahe am Schweif liegen und sich unter der Mähne des Pferdes befinden, lassen sich die lästigen Plagegeister ausfindig machen. Weil sie einen unerträglichen Juckreiz auslösen, fangen viele Pferde an zu scheuern und verhalten sich unruhig. Dabei lösen die wirtsspezifischen Parasiten den Juckreiz durch ihre Bewegung, die beißende und knabbernde Aktivität und den Speichel aus. 

Eine unschöne Wirkung haben die Haarlinge auch auf die Fellstruktur. Das Haarkleid hat stellenweisen ein löchriges Erscheinungsbild. Beträgt der Haarverlust mehr als 60 Prozent spricht man auch von Alopezie. Auch verliert es seine seidige und glatte Oberfläche. Vielmehr weist das Fell eine trockene und strohige Struktur auf. Je nach Intensität des Juckreizes scheuern sich manche Pferde die befallenen Körperstellen an Zäunen und Bäumen wund bis blutig.

Was hilft gegen Haarlinge beim Pferd?

Bei einem starken Befall helfen Anti-Ektoparasitika und zur Erneuerung der Haut Hautöle.

Behandlungsmethoden (Hausmittel/Medikamente)

Der Befall von Haarlingen beim Pferd sollte so zeitnah wie möglich mit verschiedenen Behandlungsmethoden erfolgen. Wer schon im Sommer Behandlungsmaßnahmen vornehmen will, greift zur Pferdeschur. Schon im Ansatz nimmt die Maßnahme den Haarlingen den wohlig warmen Lebensraum im Fell. Zeigen sich an nasskalten Tagen bereits betroffene Hautstellen, brauchen diese viel Pflege beispielsweise mit bestimmten Pflegeölen. Sie reduzieren die Bildung von Hautschuppen, womit die Nahrungsquelle der Haarlinge entfällt. 

In der Winterzeit aber braucht das Pferd sein Winterfell, sodass bei einem akuten Befall andere Maßnahmen ergriffen werden müssen. Beispielsweise helfen Spot-On-Präparate, die von der Mähne bis zum Ansatz des Schweifes einmassiert werden. Die sich schnell ausbreitende Eigenschaft eines Spot-On-Präparates beziehungsweise Anti-Ektoparasitika auf dem gesamten Körper des Pferdes tötet die schlüpfenden Larven ab. Für eine Abtötung auch von später schlüpfenden Parasiten muss die Behandlung nach zehn bis vierzehn Tagen wiederholt werden. In der Regenerationsphase sollte man die wund gescheuerte Haut weiter mit heilenden Ölen pflegen. Empfehlungen zu unterschiedlichen Präparaten spricht der Tierarzt aus, der in schwerwiegenden Fällen gerufen werden sollte. In Betracht kommt auch eine Behandlung mit Medikamenten, die der Veterinär verschreibt.

Dem Einsatz von Hausmitteln wird bei Haarlingen kein großer Erfolg zugesprochen. Sowohl Shampoo oder Apfelessig haben keine abtötende Wirkung. Auch vom Einsatz von Präparaten, die für Kleintiere gedacht sind , ist aufgrund der fehlenden Wirkstoffe bei Pferden abzuraten.

Erfolgt die Behandlung korrekt, kann das Pferd vollständig geheilt werden. Stehen die Pferde im Stall eng beieinander, ist eine Übertragung auf andere Pferde wahrscheinlich. Oftmals müssen dann auch die anderen Pferde oder zumindest ein Teil einer Behandlung unterzogen werden.

Haarlinge beim Pferd: Pferd juckt sich.

Der Befall von Haarlingen beim Pferd sollte so zeitnah wie möglich mit verschiedenen Behandlungsmethoden erfolgen.

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Woher kommen Haarlinge beim Pferd?

Haarlinge finden sich beispielsweise im Putzzeug, aber auch im Stroh oder Heu.

Haut- und Fellpflege bei Haarlingsbefall

Haut- und Fellpflege sollten regelmäßig und gründlich erfolgen. Aufgescheuerte Stellen bekommen beispielsweise eine Anwendung mit regenerierendem Hautöl. Auch kommen Phoxim enthaltende Waschlösungen zum Einsatz.

Vorbeugung von Haarlingen – Was kann ich unterstützend für das Immunsystem meines Pferdes tun?

Für ein starkes Immunsystem ist eine gesunde Ernährung des Pferdes unentbehrlich, da nur über nährstoffreiches Futter Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine mit antioxidativer Wirkung aufgenommen werden können. Dazu kommen die Hafer- und Heu-Rationen, die den Eiweiß- und Energiebedarf abdecken. Es gibt bestimmtes Mineralfutter für Junior und Senior Pferde. Wenn sich das Pferd nach einem Befall die Haut aufgescheuert hat, empfiehlt sich Zink und Biotin für eine funktionierende Haarneubildung und Hautregeneration. Vor allem das Spurenelement Zink unterstützt Qualität und Wachstum von Hautgewebe und Fell. 

Was tun Haarlinge beim Pferd?

Sie lösen einen Juckreiz durch Bewegung, Beißen und Speichel aus.

Welche Folgen hat ein Haarlingsbefall für das Pferd und den Reiter?

Gesunde Pferde mit nur wenig Haarlingen bleiben oftmals symptomfrei. Eine akuter Befall kann in sehr schwerwiegenden Fällen sogar zu einer Anämie führen. Die Erkrankung schwächt das Immunsystem zusätzlich. Für den Reiter bedeutet das Halten eines Pferdes daher eine erhöhte Aufmerksamkeit vor allem in der kalten und nassen Jahreszeit. Nicht nur das Pferd will dann gut gepflegt sein, sondern auch die Reinigungsutensilien. Auf diese Weise schafft der Reiter die beste Vorbeugung.

Der Reiter wird bei einem Befall die Unruhe des Pferdes bemerken. Offenkundig wird der Befall, wenn das Pferd nicht anders kann als zu scheuern.

Wie ansteckend sind Haarlinge für Mensch, Pferd und andere Tiere?

Eine Übertragung von Haarlingen erfolgt über einen direkten Kontakt unter Pferden. Der unmittelbare Körperkontakt ist aber nicht der einzige Übertragungsweg. Auch über gemeinsames Putzzeug lassen sich Haarlinge übertragen. Aus diesem Grund sollte jedes Pferd über eigenes Putzzeug verfügen. Zwar sind die Kieferläuse wirtsspezifisch, dennoch können sie einige Tage ohne den Wirt in der Bürste überleben. Pferdedecke und Sattel sollten spezifisch für ein Pferd Verwendung finden. Eine Kontrolle findet insbesondere dann statt, wenn neue Pferde zum Bestand hinzukommen. Andere Tiere wie Hunde und Katzen können ebenso Haarlinge im Fell beherbergen. Der Mensch hingegen kann sich nicht anstecken.

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